vergrößernverkleinern
Jens Keller wurde im Oktober dieses Jahres Nachfolger von Christian Gross beim VfB © imago

Der VfB-Trainer fordert nach der Niederlage in Bern mehr Professionalität von seinen Spielern. Im Derby wartet nun Hoffenheim.

Von Maik Rosner

München - Es sollte ein Spiel für neues Selbstvertrauen werden, doch aus Bern brachten die Stuttgarter vor allem Frust mit.

Zu allem Überfluss kehrte der VfB-Tross erst um vier Uhr am Donnerstagmorgen zurück ins Ländle.(DATENCENTER: Europa League)

Der Ärger über die 2:4-Niederlage in der Schweizer Schneeballschlacht saß dabei genauso tief wie die Müdigkeit nach der fünfstündigen Rückreise im Bus durch das Winterchaos. 319726(DIASHOW: Der 5. Spieltag)

Trainer Jens Keller sprach seiner Mannschaft sogar wütend die Professionalität ab.

Keller schimpft auf Spieler

"Wenn man sieht, welche Aussetzer der ein oder andere hat, ist das schon sehr bedauerlich. Das hat mit Profi-Fußball nicht viel zu tun", zürnte der VfB-Coach.

Binnen vier Minuten hatte sein Team bei den Young Boys eine 2:1-Führung verspielt.

Zum Gruppensieg reichte es in der Europa League zwar trotzdem, doch das angestrebte Erfolgserlebnis als Balsam für die geschundenen Seelen hatten sie verpasst.

Miese Stimmung vor dem Derby

Vor dem Derby gegen 1899 Hoffenheim (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) ist die Stimmung nun einmal wieder so, wie so häufig in Stuttgart in dieser Saison: mies.

Auch bei den mitgereisten Fans, von denen einige nach dem Spiel ordentlich Dampf abließen. "Wir haben die Schnauze voll", sangen sie.

Ersatz-Kapitän Georg Niedermeier gab zwar zu bedenken, dass die Mannschaft in ungewohnter Formation gespielt habe.

"Das kann so nicht weitergehen"

Aber auch der junge Innenverteidiger räumte ein: "Drei Tore in vier Minuten zu kriegen, wird auch in der Liga bestraft. Das kann so einfach nicht weitergehen."

Berns David Degen (35.), der Bruder von Stuttgarts Rechtsverteidiger Philipp Degen, sowie Scott Sutter (78.) und Emmanuel Mayuka (81. und 82. Minute) hatten dem VfB das Frusterlebnis im Schneegestöber beschert.

Die Tore von Pawel Pogrebnjak (48.) und Sven Schipplock (68.) gehörten zu den wenigen Lichtblicken.

Gegen Hoffenheim sollen Kellers öffentlicher Schelte für sein Team nun Taten folgen.

Hoffen auf die Wende gegen Hoffenheim

Sportdirektor Fredi Bobic verwies schon einmal auf die Erfahrungswerte aus dem Dezember 2009, als der VfB ebenfalls im Tabellenkeller steckte, dann aber 3:1 gegen Hoffenheim gewann.

Damals habe man "nicht mit spielerischer Leichtigkeit, sondern mit Kampf gewonnen", sagte Bobic. So soll es auch diesmal sein.

Die Punkte benötigen die Stuttgarter dringend, um nicht noch tiefer in den Abstiegssumpf gezogen zu werden.

Rangnick freut sich auf Ex-Klub

Die Hoffenheimer stellen sich schon einmal auf eine hitzige Atmosphäre ein.

"Es ist sicher das emotionsgeladenste Derby für uns", sagte Trainer Ralf Rangnick und ergänzte: "Ich freue mich sehr darauf."

Als ehemaliger VfB-Coach weiß der Schwabe genau, was seine Mannschaft erwartet.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel