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Shinji Kagawa, Nuri Sahin und Mats Hummels (v.l.) bejubeln den Erfolg © getty

K.o. abgewendet, alles wieder selbst in der Hand und Kagawa als Kopfball-Monster: Der Sieg gegen Lwiw wärmt die BVB-Gemüter.

Von Martin Hoffmann

München/Dortmund - Japan ist nicht unbedingt berüchtigt als das Mekka der Kopfball-Giganten.

Da sagt es etwas aus, wenn Shinji Kagawa sagt, dass er in seiner Heimat "bekannt gewesen" dafür, "überhaupt kein guter Kopfballspieler zu sein".

Mehr noch: "Alle haben gesagt, ich sei eine Niete im Kopfball." Diese Niete hat Borussia Dortmund nun mit seinem Führungstor den Weg zum 3:0 gegen Karpaty Lwiw geebnet.

Und zum Endspiel beim FC Sevilla, wo sein Team es nun wieder selbst in der Hand hat, den Zwischenrunden-Einzug zu sichern (DATENCENTER: Europa League). Und das alles bewerkstelligte der 172-cm-Mann - na klar - mit einem Kopfballtor 319726(DIASHOW: Der 5. Spieltag).

Kleine Freuden bei minus acht Grad

Es gab auch noch andere kleine Freuden, an denen sich der BVB bei minus acht Grad erwärmen konnte.

Das Comeback des eingewechselten Mohammed Zidan etwa, nach siebeneinhalb Monaten Pause wegen eines Kreuzbandrisses.

Oder den ersten Pflichtspieltreffer von Barrios-Vertreter Robert Lewandowski, der kein Joker-Tor war.

Und Nuri Sahin, der die Treffer von Kagawa, Lewandowski und den von Mats Hummels dazwischen allesamt einleitete.

Sahin und "Manni Bender" glänzen

"Nuri hat heute drei Tore vorbereitet und daher offenbar ein sehr gutes Spiel gemacht", meinte Coach Jürgen Klopp dazu etwas neckisch - und hob auch die weiteren Vorzüge seines Strategen hervor:

Er würdigte "die Organisation des kompletten Defensivverhaltens" durch seine Doppel-Sechs: "Das haben Manni Bender und Nuri hervorragend gemacht."

Klopp meinte Sven Bender, der - wie übrigens auch Bruder Lars in Leverkusen - wie der alte Bundesliga-Haudegen gerufen wird.

Weidenfellers Zehnagel-Sorgen

Nur die Kälte störte an dem Abend: Keeper Roman Weidenfeller berichtete: "Meine Finger sind blau angelaufen."

Und: "Ich habe etwas Sorge um meine Zehnägel. Die sind richtig blau und tun richtig weh. Aber so ist das Leben nun mal."

Keine Schützenhilfe mehr nötig

Die Freude über den abgewendeten Gruppenphasen-K.o. tröstete über alle verfärbten Gliedmaßen hinweg.

Vor allem, weil der Bundesliga-Tabellenführer durch den zeitgleichen 4:2-Sieg von Paris St. Germain gegen Sevilla auf keine fremde Schützenhilfe mehr angewiesen ist.

Und so steigt die Vorfreude auf das entscheidende Duell in Sevilla am 15. Dezember.

"Schwere, tolle Aufgabe"

"Da erwartet uns ein Hexenkessel, aber wir haben schon im Hinspiel gesehen, dass wir eine Chance haben", fasst Hummels die Gefühlslage zusammen.

Klopp spricht von einer "schweren, aber tollen Aufgabe". Kevin Großkreutz frohlockt derweil: "Die Fans können uns begleiten, ein Heimspiel daraus machen, und wir gewinnen es."

Am einfachsten klingt die Sache bei Kagawa: "Gegen Sevilla haben wir eine Chance, wir müssen sie nur nutzen."

In einer Zeit, in der Kagawa per Kopf trifft, sollte den Dortmundern auch sonst alles möglich sein.

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