vergrößernverkleinern
Jürgen Klopp (r.) war nicht gerade zufrieden mit den Schiedsrichtern der Begegnung © imago

Das Aus in der Europa League durch das 2:2 in Sevilla sorgt für Enttäuschung. Es hat jedoch auch etwas Positives für Dortmund.

Von Daniel Rathjen

München - In der Bundesliga zieht Borussia Dortmund ganz oben allein seine Kreise.

International erlebten die Überflieger am Mittwochabend mit dem 2:2 (1:2) beim FC Sevilla eine Bruchlandung

(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Nach dem Aus in der Gruppenphase der Europa League überwiegt zunächst die Enttäuschung bei den Jungs von Trainer Jürgen Klopp (325633Bilder).

Anderseits werden sie - wie die komplette Liga - wissen: Mit der vollen Konzentration steigt womöglich auch die Chance auf die Meisterschaft.

Bei Eintracht Frankfurt am Samstag könnte der BVB im neunten Auswärtsspiel der Saison den neunten Sieg feiern. Diese herausragende Serie würde den Schmerz von Sevilla wohl ein wenig lindern.

Dass dieser aber noch tief sitzt, ist klar. Die Partie in Andalusien war ein mitreißender Krimi, ein großer Kampf mit bitterem Ausgang.

"Das Ergebnis haben wir uns selbst eingebrockt. Wir haben es einfach versäumt, das dritte Tor zu machen. Möglich war es", bilanzierte Klopp.

"Es war einfach schwer"

Abwehrspieler Mats Hummels, der zu den besten Dortmundern gehörte, haderte ebenfalls an:

"Mit nur einer Niederlage aus sechs Spielen haben wir nicht so schlecht abgeschnitten, aber wir haben es in den Heimspielen gegen Sevilla und Paris versäumt, den Sack zuzumachen."

Auch Neven Subotic war enttäuscht: "Es war einfach schwer, weil die mit acht, neun Mann verteidigt haben."

Beflügelt und gewohnt dynamisch mit dem Auftrieb von sieben Liga-Siegen in Serie hatten die Westfalen im Stile einer Heimelf begonnen.

Peinliches Zeitspiel

Allerdings verlieh ihnen das frühe Führungstor von Shinji Kagawa (4.) keine zusätzliche Sicherheit.

Von dem Doppelschlag durch Tore von Romaric (31.) und Frederic Kanoute (35.) erholten sie sich nicht mehr richtig. Immerhin gelang den Gästen noch der Ausgleich durch Subotic (49.).

Im Anschluss verwaltete Sevilla den Spielstand clever, wenn man ein unsägliches Zeitspiel ab der 80. Minute dazu zählen möchte.

"Das war peinlich", schimpfte Klopp im TV. "Wenn es internationale Erfahrung ist, aus fünf Minuten Nachspielzeit acht Minuten zu schinden, dann möchte nicht, dass meine Mannschaft so etwas lernt."

Millionen-Ziel erreicht

Subotic ergänzte: "Der Schiedsrichter hätte locker noch eine Hälfte länger spielen lassen können. Nach jedem Foul hat es fast acht Minuten bis zur Ausführung gedauert."

Wie auch immer, letztlich hatten die Dortmunder - bis auf einen Kopfball von Mario Götze (86.) - auch keine echte Chance. Bälle wurden verfrüht gespielt oder waren unpräzise.

"Eine extrem schwere Gruppe", hatte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke prognostiziert. Letztlich steht fest, dass diese mit Sevilla, Paris St. Germain und Karpaty Lviv für den Herbstmeister doch eine Nummer zu groß war.

Immerhin erspielten die Schwarz-Gelben eine Einnahme von sechs Millionen Euro - das war das vorgegebene Ziel.

Mit den Finanzen lassen sich auch die Personalplanungen in Dortmund nun weiter vorantreiben - wie beispielsweise bei Kagawa. Der Verein möchte mit dem Japaner, dessen Vertrag bis 2013 läuft, laut "kicker" gerne vorzeitig verlängern.

Kagawa soll verlängern

Der 21-Jährige soll zusammen mit Sven Bender, Subotic, Lucas Barrios, Mario Götze, Hummels, Nuri Sahin, die alle noch mindestens zweieinhalb Jahre Vertrag haben, auch in Zukunft zaubern.

Spielerverkäufe sind vorerst kein Thema. Auch wenn das Interesse von Real Madrid an Barrios ernsthafter Natur ist, wird der Angreifer auf keinen Fall im Winter abgegeben.

Das bekräftigte Zorc gegenüber der "Bild" nochmals: "Für alle, die es nicht verstehen wollen: Er gehört uns und ist nicht zu verkaufen. Egal, welche Summen da angeblich im Spiel sein sollen!"

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel