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Fredi Bobic ist seit Beginn dieser Saison Sportdirektor beim VfB Stuttgart © imago

Sportdirektor Fredi Bobic und Neu-Coach Bruno Labbadia wollen den VfB Stuttgart zur Ruhe bringen. Wintertransfers bleiben wohl aus.

Von Tobias Hlusiak

München - "Seine Gedankengänge passen zu unserer Leitlinie", ist Fredi Bobic mit seiner Wahl zufrieden, und präzisiert: "Offensives, aggressives Spiel."

Dafür steht Bruno Labaddia.

Der neue Trainer des VfB Stuttgart verbreitet Aufbruchstimmung am Neckar - mehr war kurzfristig ohnehin nicht von ihm erwartet worden (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Fredi Bobic steht ihm dabei eng zur Seite, will Ruhe in den in Schieflage geratenen Verein bringen.

Ab sofort sitzt der Sportdirektor sogar mit auf der Bank - erstmalig in der Europa League gegen Odense BK (ab 20.50 Uhr im LIVE-TICKER).

"Mannschaft muss Impulse geben"

"Er hat nicht viel Zeit, vieles zu ändern", sagte der ehemalige VfB-Torjäger dem "kicker".

"Aber das Bewusstsein der Spieler. Sie sind fast den ganzen Tag zusammen, lernen das Trainerteam kennen. Bruno ist akribisch. Und möchte das auch von jedem Spieler sehen."

Darin steht der Sportdirektor seinem neuen Übungsleiter in nichts nach.

"Die Mannschaft muss die Impulse selbst geben", fordert Bobic. "Das erwarte ich von jedem einzelnen."

Team in Cliquen zerfallen?

Ein ehrenwerter Vorsatz.

Allerdings bleibt abzuwarten, in welchem Umfang das kickende Personal diesem nachkommt.

Eine Mannschaft, die im vergangenen Jahr drei Coaches verschliss und sich den zweifelhaften Ruf der "Untrainierbarkeit" erarbeitete.

Es heißt, das Team sei eine in Cliquen zerfallene Ansammlung von gut bezahlten Einzelkönnern.

[kaltura id="0_7064dtr9" class="full_size" title="VfB stellt Labbadia vor"]

Cacau ging Keller an

59-Tage-Coach Jens Keller bekam die Eigenwilligkeit des Teams zu spüren, als Führungsspieler Cacau ihn im Trainingsspiel zu einer zehnminütigen Diskussion über einen Einwurf herausforderte.

Kellers Ruf in der Mannschaft war fortan zerstört, die Profis nahmen den Neuling schlichtweg nicht ernst.

Nun also Labbadia, der gut eine Woche vor Hinrundenende übernimmt.

Zeit, die als Ausrichtungsphase auf die erhoffte Aufholjagd in der Rückrunde zu verstehen ist.

"Hinrunde ist ohnehin verkorkst"

Reizvolle "Vorbereitungsspiele" gegen Odense BK (Europa League) und zweimal Bayern München (Bundesliga und Pokal) stehen noch vor Weihnachten auf der Agenda.

Aus der Mannschaft dringen erste zaghafte Positiv-Signale an die Öffentlichkeit.

"Die ersten Einheiten waren sehr intensiv. Das Team ist wieder eine geschlossene Einheit. Es ist gut, dass wir die Zeit jetzt schon nutzen können", bewertet Christian Gentner.

Der Nationalspieler meint aber auch: "Die Hinrunde ist ohnehin verkorkst."

Keine Wintertransfers?

Volle Konzentration also auf die zweite Saisonhälfte, die der neue Trainer augenscheinlich ohne neues Personal bestreiten muss.

"Der Winter ist keine gute Zeit für Transfers", lässt Bobic durchblicken. "Da ist höchstens eine Feinjustierung möglich."

Labbadia fordert Vertrauen

Gegen Odense startet nun also das Kapitel Bruno Labbadia am Neckar.

Das Spiel ist sportlich zwar völlig ohne Wert, macht aber einen ersten Blick darauf frei, ob das Team zuletzt nur gegen den Trainer spielte, oder tiefsitzendere Probleme hat.

"Wir müssen uns vertrauen", fordert der neue Coach - dessen Halbjahresvertrag sich bei Klassenerhalt um zwei Jahre verlängert - deshalb.

Gerade dies war seinem unmittelbaren Vorgänger offensichtlich nicht vergönnt.

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