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Trainer Jupp Heynckes wurde mit dem FC Bayern zweimal Deutscher Meister © imago

Jupp Heynckes, einst Real-Trainer, kann mit Leverkusen seinen alten Erzrivalen Atletico aus dem Cup kicken. Ein besonderer Reiz?

Von Daniel Rathjen und Martin Volkmar

München - Er gewann in der Saison 1997/98 mit Real Madrid die Champions League und streckte den Weltpokalsieger-Pokal in die Höhe.

Gegen den Erzrivalen Atletico Madrid hat er in der Primera Division allerdings nicht gewonnen. Hin- und Rückspiel endeten damals jeweils 1:1.

Jetzt spielt der Trainer mit Bayer Leverkusen gegen Atletico (ab 18.45 Uhr im LIVE-TICKER) und könnte den Titelverteidiger aus dem Wettbewerb werfen.

Während Heynckes' Team schon als Gruppensieger feststeht, müssen die Spanier unbedingt siegen, wenn sie noch weiterkommen wollen (DATENCENTER: Europa League).

Doch selbst bei einem Sieg könnte für die Madrilenen alles aus sein. Denn sollte Aris Saloniki gegen Rosenborg Trondheim gewinnen, wäre der K.o. des Titelverteidigers in der Vorrunde besiegelt, da der direkte Vergleich klar zugunsten der Griechen ausfällt.

Hat die Partie in Madrid also einen besonderen Reiz für Heynckes?

"Sieg für die Fans"

"Nein, überhaupt nicht", beschwichtigt der 65-Jährige bei SPORT1.

"Atletico ist ein traditionsreicher Klub, zu dem ich keinerlei Ressentiments hege. Wir schauen grundsätzlich nicht darauf, welchen Gegner wir vielleicht aus dem Wettbewerb befördern könnten, sondern nur auf uns."

Gleichzeitig stellt er klar: "Unser Ziel ist es natürlich, dieses Spiel zu gewinnen. Für uns und unsere Fans."

Beste Perspektiven

Die Chancen darauf stehen nicht schlecht. Sein Klub strotzt vor Selbstvertrauen und weist in der Liga die beste Auswärtsbilanz nach einer Hinrunde auf.

"Wir haben uns als Mannschaft weiterentwickelt", befindet Heynckes. "Meine Spieler sind sehr lernfähig und in der Lage, das Erlernte auch auf dem Platz umzusetzen."

Neuerdings kann der Coach auch wieder auf eine Alternative mehr im Sturm bauen: Stefan Kießling. Der Angreifer steht erstmals im Kader nach seinem Syndesmoseriss vor 88 Tagen im Spiel gegen den 1. FC Nürnberg.

Von Beginn an wird er aber wohl nicht spielen. Heynckes möchte einmal mehr seinen zweiten Anzug testen.

Schonung für Leistungsträger

Leistungsträger wie Arturo Vidal, Simon Rolfes oder Tranquillo Barnetta dürften auch im Hinblick auf das letzte Hinrundenspiel gegen den SC Freiburg am Sonntag geschont werden.

Nationaltorhüter Rene Adler ist indes schon in die Winterpause gegangen.

Um seine Patellasehnenbeschwerden besser auszukurieren, verzichtet der Keeper auf die letzten beiden Spiele des Jahres. Für Adler rückt Fabian Giefer zwischen die Pfosten.

Rekonvaleszent Michael Ballack spielt in Heynckes' Überlegungen noch keine Rolle.

Ob es der 34-Jährige im kommenden Jahr schwer beim Comeback in der Mannschaft haben werde, kann er nicht beantworten. In jedem Fall wolle er ihn nicht überlasten, sondern ihn gemäß seiner Prinzipien "behutsam integrieren".

Wo ist Platz für Ballack?

"Michael ist ein hochklassiger Spieler, der allerdings eine extrem lange und schwierige Verletzungsphase noch hinter sich bringen muss. Da wäre es unfair ihm gegenüber, von Anfang an absolute Spitzenleistungen zu erwarten", betont er.

So oder so: Die Meisterschaft hat Heynckes noch nicht abgeschrieben. Er glaubt daran, dass sein Team den mit elf Punkten weit enteilten Spitzenreiter Borussia Dortmund noch abfangen kann.

"Im Fußball gibt es immer auch Talsohlen. Keine Mannschaft kann über eine komplette Saison am oberen Limit spielen wie derzeit die Borussia. Das wird nicht so weitergehen", ist er sich sicher.

Ein Sieg in Madrid wird seinen Mut gewiss weiter stärken.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Leverkusen: Giefer - Castro, Hyypiä, Schwaab (Reinartz), Vida - Bender, Balitsch - Kaplan, Renato Augusto, Jörgensen - Helmes

Madrid: De Gea - Antonio Lopez, Perea, Dominguez, Filipe - Reyes, Tiago, Raul Garcia, Simao - Forlan, Agüero

Schiedsrichter: Alexandru Dan Tudor (Rumänien)

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