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Patrick Helmes (r.) erzielte seinen vierten Treffer im laufenden Wettbewerb © getty

Bayer erreicht mit einer fast komplett veränderten Mannschaft ein Remis gegen Atletico, das sich aus dem Wettbewerb verabschiedet.

Leverkusen - Im dichten Schneetreiben hat Bayer Leverkusen mit einer besseren B-Elf Titelverteidiger Atletico Madrid aus der Europa League verabschiedet.

Die bereits als Gruppensieger feststehende Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes erkämpfte sich zum Jahresabschluss ein 1:1 (0:0) gegen den neunmaligen spanischen Meister, der im Kampf um den zweiten Platz in der Gruppe B gegen Aris Saloniki das Nachsehen hatte (DATENCENTER: Europa League).

Grund zur Freude hatte bei Bayer insbesondere Nationalspieler Stefan Kießling, der nach 88-tägiger Verletzungspause in der zweiten Halbzeit sein Comeback feierte.

Kießling feiert Comeback

"Ich habe mich riesig gefreut, wieder auf dem Platz zu stehen. Das war wie eine Befreiung, ich habe ja sogar noch einen Assist bekommen", sagte Kießling, der den Führungstreffer durch Patrick Helmes in der 69. Minute per Kopf vorbereitet hatte.

Der bei den Gästen erst kurz zuvor eingewechselte Fran Merida erzielte vor 18.093 Zuschauern nur drei Minuten nach der Bayer-Führung der Ausgleich.

Bayer spart Kräfte

Die Werkself blieb damit auch im achten Europacupspiel in der laufenden Saison ungeschlagen und konnte noch Kräfte für das letzte Bundesliga-Spiel des Jahres gegen den SC Freiburg am Sonntag schonen.

Für die Madrilenen, die sich im Mai dieses Jahres noch als erster Sieger der Europa League feiern lassen konnten, ist dagegen der Wettbewerb vorzeitig beendet.

Schnee macht beiden Teams zu schaffen

"Ein Hauch von großem Fußball weht durch die BayArena", hatte Leverkusens Sportchef Rudi Völler vor der Partie noch angekündigt, doch tatsächlich trieb in erster Linie "Wintertief Petra" sein Unwesen.

Bei Dauer-Schneefall war von Kombinations- und Angriffsfußball keine Rede. Vieles war auf dem weißen Untergrund dem Zufall überlassen, sodass Torraumszenen Mangelware blieben.

"Auf diesem Boden war das ein schwieriges Spiel für beide Mannschaften", sagte Heynckes. "Wir haben gut angefangen, aber danach hat Atletico das Kommando übernommen und sich gute Chancen erarbeitet. Unter dem Strich war es aber ein gerechtes Unentschieden."

Giefer rettet gegen Forlan

Die Gäste waren gewillt, ihre letzte Chance zu nutzen und übernahmen in der ersten Halbzeit das Kommando. Dabei hatte insbesondere WM-Star Diego Forlan, der am Dienstag noch mit dem Goldenen Schuh als bester WM-Spieler ausgezeichnet worden war, beste Möglichkeiten.

In der zehnten Minute schlitterte der Uruguayer nur um Zentimeter an einer scharfen Hereingabe von Sergio Agüero vorbei. Forlan war es auch, der freistehend an Fabian Giefer scheiterte (32.) und einen 20-m-Schuss knapp neben das Tor setzte (38.).

Kießling feiert Comeback

Die besten Möglichkeiten für die Leverkusener, die ihr 145. Europacupspiel der Vereinsgeschichte bestritten, hatten noch Nicolai Jörgensen (6.) und Patrick Helmes (22.).

Gefährlich wurde es auch einmal bei einer Chance von Renato Augusto (39.).

Für Renato Augusto war denn auch zur Pause Schluss, dafür rückte Kießling unter großem Jubel wieder ins Team. Ein Syndesmoseriss hatte den Torjäger, der 21 Treffer in der Vorsaison erzielt hatte, fast die gesamte Hinrunde außer Gefecht gesetzt.

Nur fünf Minuten nach seiner Einwechslung hatte Kießling auch seine erste Chance, doch der gebürtige Franke traf den Ball nicht richtig. Wenig später vergab Sturmkollege Helmes eine gute Chance (57.).

Heynckes baut auf neun Positionen um

Viel lief beim zweiten Anzug der Werkself aber insgesamt nicht zusammen, was bei der Besetzung auch nicht verwunderte. Jupp Heynckes hatte seine Mannschaft im Vergleich zum Spiel beim Hamburger SV (4:2) am vergangenen Samstag gleich auf neun Positionen umgestellt.

Lediglich Außenverteidiger Gonzalo Castro und Mittelfeldstar Renato Augusto, die beide nur eine Halbzeit spielten, blieben in der Startelf.

Im Tor stand unterdessen wie schon in Trondheim der erst 20-jährige Giefer, nachdem Nationalkeeper Rene Adler wegen Patellasehnenproblemen bereits vorzeitig in die Winterpause gegangen war.

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