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Stefan Kießling kam 2006 vom 1. FC Nürnberg nach Leverkusen © getty

Mit dem genesenen Nationalstürmer Stefan Kießling will Leverkusen nach dessen Rückkehr auf den Platz in Liga und Europa angreifen.

Leverkusen - 88 Tage hatte Stefan Kießling auf diesen Moment gewartet, da ließ er sich auch von Winter-Tief Petra nicht aufhalten.

"Das war wie eine Befreiung. Mein Ziel war eigentlich der 14. Januar, aber wir haben alle hart für das Comeback gearbeitet", sagte der Nationalspieler, nachdem er beim 1:1 (0:0) gegen den gescheiterten Titelverteidiger Atletico Madrid zum Abschluss der Gruppenphase in der Europa League nach auskuriertem Syndesmoseriss erstmals wieder gespielt hatte.

Dabei waren die Bedingungen alles andere als optimal gewesen für eine Rückkehr auf die Fußballbühne (DATENCENTER: Europa League).

Nach stundenlangem Schneefall glich das Spiel in der "Ski-Station" BayArena phasenweise einer Rutschpartie.

Lob von Heynckes

"Stefan hat bereits bei nicht so guten Bedingungen trainiert und einen guten Eindruck hinterlassen", sagte Jupp Heynckes.

Der Bayer-Trainer verteilte ein Extra-Lob an seinen Torjäger, der in der vergangenen Saison noch 21 Treffer in 33 Spielen erzielt hatte: "Er hat sich gut eingefügt und die Bälle gut gehalten. Kämpfen und rennen tut er ja sowieso."

Assist für Helmes

In der Tat kam mit der Einwechslung Kießlings zur zweiten Halbzeit Schwung ins Spiel von Bayers B-Mannschaft. Der 26-Jährige bereitete denn auch den Führungstreffer seines Sturmkollegen Patrick Helmes vor (69.).

Dass es aber noch ein weiter Weg zurück zu alter Stärke ist, weiß auch Kießling: "Ich muss wieder Vertrauen in meinen Fuß finden. Es wird noch Wochen oder Monate dauern, bis ich wieder auf dem alten Level bin. Mir ist klar, dass in der Zeit noch einige Hochs und Tiefs kommen werden."

Gelichtetes Lazarett

Mit der Rückkehr von Kießling hat sich das Lazarett bei Bayer nahezu gänzlich gelichtet.

Seit gut einer Woche hat auch Mittelfeldstar Michael Ballack das Training wieder aufgenommen. Der Nationalmannschaftskapitän will zum Rückrunden-Auftakt gegen Herbstmeister Borussia Dortmund wieder auf dem Platz stehen.

"Wenn Michael wieder fit ist, haben wir hoffentlich ein Team zusammen, das sich weiter verbessern kann. Solche Spieler heben noch mal das Niveau", ergänzte Heynckes.

Pflichtaufgabe vor der Brust

Um in der Rückrunde den Angriff auf Dortmund starten zu können, ist ein Sieg gegen den SC Freiburg am Sonntag aber Pflicht. "Wir wollen da einen positiven Jahresabschluss. Es wäre fahrlässig, wenn wir jetzt nachlassen würden", sagte Heynckes.

Bei einem Sieg hätte Leverkusen, dessen Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser seinen Vertrag am Freitag verlängerte, 35 Zähler auf dem Konto - exakt die Punktzahl, die im Vorjahr noch zur Herbstmeisterschaft gereicht hatte.

Charkow als machbares Los

In der Europa League schaffte Bayer indes als Gruppenerster das Weiterkommen, womit die Leverkusener in der Zwischenrunde (17. und 24. Februar) zunächst mit einem Auswärtsspiel starten.

Die Rheinländer müssen aber weit reisen, Metalist Charkow aus dem 2500 km entfernten EM-Gastgeberland Ukraine heißt der Gegner.

"Wenn man Ambitionen hat, muss man jedes Spiel annehmen", meinte Heynckes. Im Achtelfinale würde dann der Sieger aus der Begegnung SSC Neapel gegen FC Villarreal warten.

Guter Rat für gefallene WM-Stars

Der stolze Titelverteidiger aus Madrid, der durch Fran Merida (72.) nur noch zum 1:1 kam, blieb dagegen auf der Strecke.

Es sei schade, dass man nun Spieler wie WM-Star Diego Forlan oder Sergio Agüero im Wettbewerb nicht mehr sehen werde, gab Heynckes den Spaniern mit auf den Weg.

Man dürfe aber die sogenannten Kleinen nicht unterschützen. Das habe Bayer besser gemacht.

"Wir haben jedes Spiel ernst genommen", sagte "Don Jupp" und verwies auf die starke Bilanz mit fünf Siegen und drei Unentschieden in der laufenden Europacup-Saison.

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