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Bruno Labbadia erzielte in 82 Spielen für Bayern München 28 Tore © getty

Nach dem Sieg gegen Odense steht für Labbadia nun das Bayern-Spiel an. Bei SPORT1 erklärt er, wie die Fans begeistert werden sollen.

Von Christian Stüwe und Mathias Frohnapfel

Stuttgart - Das Ergebnis war nüchtern betrachtet beeindruckend, doch von großer Erleichterung war in Stuttgart keine Spur.

Zwar hatte der VfB Odense BK im bedeutungslosen Europa-League-Spiel bei Bruno Labbadias Trainerdebüt mit 5:1 nach Hause geschickt, doch nicht nur die Temperaturen waren im Mercedes-Benz-Stadion waren frostig (DATENCENTER: Europa League).

Die ohnehin nur spärlich erschienen Fans verweigerten dem VfB über weite Strecken die Unterstützung und pfiffen die Mannschaft teilweise sogar aus.

Mit einem Plakat, auf dem "So fühlt sich Zweite Liga an!" stand, brachten die schwäbischen Fans ihre Ängste zum Ausdruck.

"Die Fans sind enttäuscht, wir müssen uns den Kredit zurückholen", sagte Labbadia im Gespräch mit SPORT1. "Ich bin mir sicher, dass sie uns gegen Bayern München wieder voll unterstützen werden."

Zwei Duelle mit den Bayern

Gleich zweimal spielt der VfB vor der Winterpause noch gegen den Klub, für den Labbadia einst als Stürmer auf Torejagd ging.

Am Sonntag kommt der Rekordmeister zum Südderby (ab 17.15 Uhr im LIVE-TICKER) in der Liga, am Mittwoch drauf steht das DFB-Pokal-Achtelfinale (ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) an.

Alle Beteiligten sind sich einig, dass gegenüber dem Auftritt gegen die braven Dänen eine deutliche Steigerung her muss, um gegen die Bayern bestehen zu können.

"Wenn man sieht, auf welchem Platz wir stehen, dann müssen wir einfach punkten, auch gegen diesen starken Gegner", erklärte Ciprian Marica.

Viel Arbeit für Labbadia

Der VfB steht nach wie vor auf dem vorletzten Tabellenplatz, bei einer Niederlage am Sonntag würde es mit nur zwölf Punkten in die Winterpause gehen.

Es wird also höchste Zeit, die Aufholjagd zu beginnen.

Während der VfB in den letzten beiden Spielzeiten nach dem Trainerwechsel im Herbst durchstartete und sich letztlich sogar noch für das internationale Geschäft qualifizierte, blieb der positive Effekt unter Jens Keller aus.

Diesmal scheint Abstiegskampf bis zum Schluss angesagt, umso mehr Arbeit kommt nun auf Labbadia zu.

Vor den Spielen gegen Bayern bleibt dem 44-Jährigen aber nicht viel Zeit.

Trainer fordert "mannschaftliche Geschlossenheit"

"Wir müssen auf der einen Seite jede Sekunde ausnutzen, dürfen das Team aber auf der anderen Seite auch nicht überfrachten", sagte Labbadia: "Der wichtigste Punkt ist die mannschaftliche Geschlossenheit."

Gerade am Teamgeist schien es beim VfB zuletzt zu mangeln. Doch dies ist nicht der einzige Punkt, an dem der neue Trainer ansetzen will.

Das Spiel gegen Odense lieferte dem früheren HSV- und Leverkusen-Coach erste Erkenntnisse.

"Wir müssen gewisse Abläufe noch verbessern: Den Spielaufbau, wie wir uns dabei zu verhalten haben und wie wir unsere eigenen Räume schaffen", sagte Labbadia: "Es muss Ruhe und Ordnung reinkommen. Erste Ansätze konnte man jedoch erkennen."

Abwehr sieht bei Gegentreffer nicht gut aus

Der Trainer bemängelte, dass seine Mannschaft sogar noch mehr Tore hätte machen können.

Beim Gegentreffer durch Odenses Peter Utaka wurde die Abwehr durch einen einfachen Doppelpass ausgehebelt.

Doch mit solchen Unzulänglichkeiten soll nun Schluss sein. Alle Spieler sollen auf das gemeinsame Ziel Klassenerhalt eingeschworen werden und dieses mit großer Disziplin verfolgen.

"Es gibt nur eine Richtung"

"Wir haben von der ersten Minute an klar gesagt, was wir wollen und wie wir es angehen wollen", kündigte Labbadia an: "Und dass es in unserer Situation im Grunde nur eine Richtung gibt."

Mit viel Kampf und Einsatz sollen die nötigen Punkte eingefahren und die Fans zurückgewonnen werden.

"Wir kämpfen für den Verein wie die Fans. Ich versuche mein Umfeld darauf einzustellen, was auf uns zukommt, wir werden es nämlich nur zusammen schaffen", sagt Labbadia.

Klassenerhalt als großes Ziel

"Der ganze Verein gehört dazu, die Fans werden merken, was wir brauchen. Es zählt nur ein Ziel: Die Liga zu halten."

Der DFB-Pokal und auch die Europa League, wo es in der nächsten Runde gegen Benfica Lissabon geht, sind nur zweitrangig.

In dieser Saison hat der Klassenerhalt höchste Priorität. Ein erster großer Schritt zu diesem Ziel soll am Sonntag gemacht werden.

"Bayern ist der Topfavorit, wir müssen mehr intensivieren, dann haben wir auch eine Chance gegen den FC Bayern", hofft Labbadia.

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