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Simon Rolfes wechselte 2005 von Alemannia Aachen nach Leverkusen © imago

Leverkusens Kapitän Simon Rolfes spricht im SPORT1-Interview vor dem Spiel bei Metalist Charkow über den Gegner und die Kälte.

Von Martin Volkmar

München - Extra-Schals, Vaseline für die Haut, und, und, und - Bayer Leverkusen überlässt im Kampf um den Achtelfinal-Einzug im "Gefrierschrank" von Charkow (ab 16.45 Uhr im LIVE-TICKER) nichts dem Zufall.

Temperaturen von Minus 15 Grad erwarten die Werkself beim Europa-League-Gastspiel in der Ukraine, eisiger Wind wird die Bedingungen für die Spieler noch schwieriger machen.

Und auch der Gegner ist nicht zu unterschätzen. Metalist Charkow belegt den dritten Platz der Premjer-Liha.

"Das ist eine Mannschaft, die fußballerisch überzeugt. Wir müssen eine Top-Leistung bringen, um eine Runde weiterzukommen", sagt Trainer Jupp Heynckes.

Kapitän Simon Rolfes warnt im SPORT1-Interview ebenfalls davor, den Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen.

Der 28-Jährige spricht über die Kälte, Metalist Charkow und die Diskussionen um Michael Ballack, der wegen einer Kniereizung in Leverkusen geblieben ist.

[kaltura id="0_ik28kdv8" class="full_size" title="Ballack auf dem Abstellgleis"]

SPORT1: Herr Rolfes, Bayers 3:0-Sieg in Frankfurt war schön anzusehen. Nun steht das Europa-League-Hinspiel bei Metalist Charkow an. Ist das Duell eine ernstzunehmende Prüfung oder nur eine Durchgangsstation?

Simon Rolfes: Natürlich nehmen wir das Spiel ernst. Sehr ernst sogar. Wenn wir mit einer anderen Einstellung rangehen, dann haben wir schneller verloren, als wir gucken können. Charkow hat nach der Auslosung noch einmal richtig auf dem Transfermarkt zugeschlagen.

SPORT1: In Deutschland sind die Ukrainer weitgehend unbekannt. Wie haben Sie sich auf Metalist vorbereitet?

Rolfes: Man befasst sich als Mannschaft mit einem Gegner, wenn man ihn unmittelbar vor der Brust hat. Wir haben reichlich Material über Charkow und sind bestens informiert. Das ist nichts Besonderes, sondern ganz normaler Standard. Bei den Ukrainern wird es nicht anders sein.

SPORT1: Charkow hat seit dem 16. Dezember kein Pflichtspiel bestritten, hat noch bis zum 5. März Liga-Pause. Läuft Bayer Gefahr, diesen Gegner zu unterschätzen?

Rolfes: Nein. Wir unterschätzen niemanden.

SPORT1: Das Spiel wurde bereits um vier Stunden vorverlegt. Es werden Temperaturen um Minus 15 Grad Celsius erwartet. Kann diese Kälte zu einem spielentscheidenden Faktor werden?

Rolfes: Die Kälte kann sicherlich Einfluss auf die Qualität des Spiels haben. Ich denke aber nicht, dass irgendeine Partei daraus einen Vorteil wird ziehen können. Charkow hat sich genau wie wir dafür eingesetzt, die Anstoßzeit vorzuverlegen. Das zeigt, dass sie selbst aufgrund der widrigen Wetterbedingungen Probleme erwarten. Im Endeffekt müssen beide Seiten mit den Verhältnissen klarkommen. Dass wir das können, haben wir Anfang Dezember in Trondheim bewiesen. Da war es genauso kalt ? und wir haben 1:0 gewonnen.

SPORT1: Bayer hat in der Gruppenphase Titelverteidiger Atletico Madrid hinter sich gelassen. Sind Sie somit automatisch zum Top-Favoriten auf den Titel aufgestiegen?

Rolfes: Ob wir der Topfavorit sind, müssen andere entscheiden. Es sind ja durchaus noch andere namhafte Klubs im Wettbewerb. Aber ich möchte die Europa League schon gewinnen. Deshalb treten wir ja an.

SPORT1: Im Vorfeld auf das Spiel beherrscht die Personalie Michael Ballack in Deutschland die Schlagzeilen. Wie wirkt sich dieser öffentlich ausgetragene Streit auf die Mannschaft aus?

Rolfes: Überhaupt nicht. Wir streiten ja nicht.

SPORT1: An der Tabellenspitze der Bundesliga schwächelt Borussia Dortmund in den letzten Wochen etwas. Bayer ist Zweiter und am Sonntag kommt der Vorletzte aus Stuttgart. Greifen Sie im Meisterschaftskampf noch mal an?

Rolfes: Wir wollen weiter unsere Spiele gewinnen. Wenn uns das gelingt, wird man sehen, wohin das führt. Es macht jedenfalls keinen Sinn, sich mit anderen Dingen zu beschäftigen als den eigenen Aufgaben.

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