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Trainer Labbadia (l., mit Bobic) und der VfB verspielten in Lissabon eine Führung © getty

Stuttgart verliert in Lissabon und muss um das Achtelfinale bangen. Harnik erzielt die Führung, doch dann folgt der Einbruch.

Lissabon - Der VfB Stuttgart hat einen möglichen Coup bei Portugals Rekordmeister Benfica Lissabon leichtfertig verschenkt.

Trotz einer 70-minütigen Führung verloren die abstiegsbedrohten Schwaben im Zwischenrunden-Hinspiel der Europa League beim Tabellenzweiten der portugiesischen Liga mit 1:2 (1:0).

Trotzdem hat der VfB aufgrund des Auswärtstreffers im Kampf um den Einzug in das Achtelfinale aber immer noch eine passable Ausgangsposition für das Rückspiel am 24. Februar.

Martin Harnik brachte die durch zahlreiche Verletzungsausfälle gehandicapte Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia vor 45.000 Zuschauern in Führung (21.).

Drei VfB-Profis verletzen sich

Doch Oscar Cardozo (70.) und Franco Jara (81.) drehten den Spieß zugunsten des 32-maligen portugiesischen Meisters, der aus der Champions League abgestiegen war, noch um.

"Das ist schade. Ich denke, dass mehr drin gewesen wäre für uns. Wir haben ab der 70. Minute zu tief gestanden und haben in der Vorwärtsbewegung zuviele Bälle verloren", sagte VfB-Trainer Bruno Labbadia.

"In den ersten 70 Minuten haben wir gut Fußball gespielt. Mit dem Ergebnis bin ich nicht zufrieden. Aber wir sind in der Europa League, und wir haben ein Auswärtstor geschossen. Daher reicht im Rückspiel ein 1:0", erklärte Labbadia weiter.

Weitere Wermutstropfen waren die Verletzungen von Georg Niedermeier, Zdravko Kuzmanovic (beide leichte Gehirnerschütterungen) und Tamas Hajnal (Kapselverletzung im Sprunggelenk), die für das Punktspiel am Sonntag bei Bayer Leverkusen (ab 15.15 Uhr im LIVE-TICKER) damit fraglich sind.

Okazaki in der Startelf

Der Stuttgarter Coach hatte seine Startelf im Vergleich zur 1:4-Niederlage gegen den 1. FC Nürnberg am vergangenen Samstag erneut umstellen müssen.

Neuzugang Shinji Okazaki kam nur wenige Stunden nach seiner Freigabe durch den Weltverband FIFA zu seinem Startelf-Debüt im VfB-Trikot. Der 24 Jahre alte japanische Angreifer begann für den verletzten Pavel Pogrebnyak (Rippenbruch) neben Cacau als zweite Spitze.

In der Abwehr reagierte Labbadia nach der schwachen Defensivleistung gegen den Club und schenkte Khalid Boulahrouz für Patrick Funk auf der rechten Verteidigerposition sein Vertrauen.

Harnik trifft die Latte

Die Änderungen zahlten sich aus, der VfB begann trotz der prekären Lage im Abstiegskampf selbstbewusst und kombinierte sich mit gefälligen Ballstafetten durch das Mittelfeld.

Die erste gefährliche Torraumszene hatte Stuttgart bereits in der dritten Minute: Eine Flanke von Harnik wurde von Portugals WM-Teilnehmer Fabio Coentrao abgefälscht und landete auf der Oberkante der Latte.

Lissabons Torhüter Roberto wäre machtlos gewesen.

Startelf-Debütant Shinji Okazaki zeigte sich in der ersten Hälfte äußerst spielfreudig und scheiterte nach einem Sololauf durch Benficas Strafraum aus elf Metern erst an Keeper Roberto (15.).

Herrlicher Lupfer zur Führung

Zum verdienten Führungstreffer kam der Bundesliga-17. dank Harnik. Nachdem Tamas Hajnal den 23-Jährigen auf der linken Seite wunderbar freigespielt hatte, ließ Harnik mit einem perfekten Heber aus rund 16 Metern Roberto keine Abwehrchance.

Von Benfica war in der ersten Spielhälfte nur wenig zu sehen.

Die Stuttgarter Defensive arbeitete konzentriert und ließ den seit zehn Spielen ungeschlagenen Gastgebern kaum Räume zur Entfaltung.

Coentrao sieht Gelb für eine Schwalbe

Erst zum Ende des ersten Durchgangs drängte Lissabon Stuttgart mehr und mehr in die Defensive.

Coentrao versuchte es in der 42. Minute mit einer Schwalbe im Strafraum, die von Schiedsrichter Eric Braamhaar (Niederlande) mit der Gelben Karte bestraft wurde.

Im zweiten Durchgang drängte Benfica auf den Ausgleich und es ergaben sich Großchancen im Minutentakt. Doch Coentrao (52.) und Pablo Aimar (60., 61.) scheiterten am zunächst glänzend aufgelegten VfB-Torhüter Sven Ulreich.

Erst Oscar Cardozo überwand Ulreich mit einem trockenen Schuss aus zwölf Metern zum 1:1-Ausgleich (70.).

Die Entscheidung besorgte Jara neun Minuten vor Schluss mit einem wuchtigen Schuss an die Unterkante der Latte. Vor dort sprang der Ball hinter Linie auf.

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