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Eren Derdiyok (o.) erzielte gegen Charkow den Führungstreffer © AFP

Leverkusen geht nach dem klaren Erfolg in Charkow mit breiter Brust ins Spiel gegen Stuttgart. Ballack meldet sich einsatzbereit.

Leverkusen - Als der Tross von Bayer Leverkusen nach der überaus erfolgreichen "Eiszeit" in der Ukraine wieder heimischen Boden unter den Füßen erlangte, hatte Jupp Heynckes und Co. das Endlos-Thema Michael Ballack längst eingeholt.

Spielt er oder spielt er nicht? Der überzeugende 4:0 (1:0)-Sieg im Zwischenrunden-Hinspiel bei Metalist Charkow war am Freitag längst in den Hintergrund gerückt.

Vielmehr stand wieder das sportliche Schicksal des maladen Nationalmannschaftskapitäns vor dem Duell gegen den VfB Stuttgart am Sonntag (ab 15.15 Uhr im LIVE-TICKER) ganz oben auf der Tagesordnung.

Dass der 34 Jahre alte Mittelfeldstar gegen die abstiegsbedrohten Schwaben in der Startelf steht, dürfte ausgeschlossen sein.

Ballack im Kader

Ein Platz im Kader scheint ihm aber sicher. Immerhin.

"Michael war sehr ehrgeizig und hat gut gearbeitet. Das Mannschaftstraining hat er ohne Probleme absolviert. Das sah gut aus. Wenn keine unvorhergesehene Verschlechterung eintritt, wird er zum Aufgebot gehören", sagte Heynckes, der zum x-ten Mal eine Wasserstandsmeldung zu seinem bestbezahlten Angestellten abgeben musste.

Individualtraining in der Heimat

Die Verletzung sei soweit auskuriert, hieß es.

Ballack, der seit vergangenen Sonntag über eine Reizung im linken Knie klagt, hatte in den letzten Tagen in Leverkusen Individualtraining mit Konditionstrainer Zvonko Komes absolviert.

Den Gala-Auftritt seiner Mitspieler in der EM-Stadt von 2012 verfolgte er am Fernsehen.

Augusto überragend

Womöglich mit gemischten Gefühlen. Angeführt von einem überragenden Renato Augusto hatte die Werkself einmal mehr unter Beweis gestellt, auch ohne den "Capitano" Top-Leistungen abliefern zu können.

Zwei Siege, 7:0 Tore lautet die Bayer-Bilanz ohne Ballack in den letzten zwei Begegnungen.

Der Einzug in das Achtelfinale ist quasi gesichert, das Rückspiel am nächsten Donnerstag nur noch ein Schaulaufen.

Völler wünscht sich Neapel

Grund genug für Bayer-Sportchef Rudi Völler bereits auf die nächsten Aufgaben in der Europa League zu blicken.

Der italienische Traditionsklub SSC Neapel oder der spanische Tabellenvierte FC Villarreal (Hinspiel: 0:0) würden da warten. "Als halber Römer würde ich mir natürlich Neapel wünschen, aber mit Villarreal könnten wir auch leben", so der Weltmeister von 1990.

So oder so soll das Achtelfinale nur Durchgangsstation sein. "Wir wollen ins Finale", formuliert Kapitän Simon Rolfes ehrgeizige Ziele und denkt bereits an Dublin und den 18. Mai.

Charkow geht unter

Dass die Leverkusener das Zeug dazu haben, zeigten sie in Charkow. Bei Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt nahmen die Rheinländer den Tabellendritten der ukrainischen Premjer Liha vor 33.000 Zuschauern regelrecht auseinander.

Eren Derdiyok (23.), Gonzalo Castro (72.) und zweimal Sidney Sam (90. und 90.+2) schossen einen auch in der Höhe verdienten Sieg heraus.

"Der VfB hat eine gute Mannschaft"

Für Heynckes ("Eindrucksvolles Spiel") hatte aber schnell wieder der Liga-Alltag Priorität.

Mit einem Sieg gegen Stuttgart wollen die Leverkusener den zweiten Platz festigen und sich Rekordmeister Bayern München vom Leib halten.

"Wir müssen da weitermachen, wo wir in Charkow aufgehört haben", sagte Heynckes, der aber gleichzeitig vor dem Gegner warnte: "Die Mannschaft ist in den Abstiegsstrudel geraten, aber der VfB hat eine gute Mannschaft."

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