vergrößernverkleinern
Lehmann (l., mit Ulreich) spielte von 2008 bis 2010 für den VfB Stuttgart © imago

Ziegler löst Ulreich im Tor des VfB Stuttgart ab. Labbadia erhofft sich mehr Stabilität, Lehmann kann die Maßnahme navollziehen.

Von Daniel Rathjen

München - Wie erwartet hat der VfB Stuttgart vor dem Europa-League-Rückspiel gegen Benfica Lissabon am Donnerstag (ab 20.50 Uhr im LIVE-TICKER) den Torwart gewechselt.

Trainer Bruno Labbadia wird in den kommenden Spielen auf Marc Ziegler setzen. Die bisherige Nummer eins, Sven Ulreich, rückt ins zweite Glied.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Die Abwehr hat nicht so funktioniert, wie ich mir das vorgestellt habe. Ich habe zuerst Sven über den Wechsel informiert und danach Marc. Ich denke, das war ein faires Vorgehen", sagte Labbadia am Mittwoch.

Auch Ex-VfB-Torwart Jens Lehmann hatte bereits im Vorfeld Verständnis für den Torwart-Tausch geäußert.

"Ich habe mit ihm trainiert, er hat ein gutes Potenzial als Torwart. Er ist stark auf der Linie und eigentlich auch ganz gut im Rauslaufen", sagte Lehmann zu SPORT1 über Ulreich:

"Aber in der aktuellen Situation ist es unheimlich schwierig für ihn."

Schwere Situation für Ulreich

Im Abstiegskampf müsse der 22-Jährige mehr dirigieren, anderen helfen und die Abwehr stellen, bemängelte Lehmann.

"Gleich in seinem ersten Jahr kommen Situationen, die ihn auch mental belasten, die so druckgeladen sind, dass es da aber ganz schwer ist mit der Organisation", weiß er.

Auch Labbadia erhofft sich von dem 34 Jahre alten Ziegler "mehr Stabilität", nahm Ulreich jedoch ausdrücklich in Schutz: "Er ist nicht allein der Schuldige, und ich habe großen Respekt vor ihm."

Lehmann: "Es stimmt mich traurig"

Dass der VfB bisher eine katastrophale Saison spielt und auf Platz 17 punktgleich mit Schlusslicht Borussia Mönchengladbach steht, wollte auch Lehmann keineswegs an seinem Nachfolger im VfB-Tor festmachen.

Viel mehr berunruhigt ihn die Gesamtsituation bei den akut abstiegsbedrohten Schwaben.

"Es stimmt mich traurig", gab "Sky"-Experte Lehmann bei einem Mediengespräch in München zu.

Psyche "ein wichtiger Aspekt"

Der Ex-Stuttgarter verfolgt die Leistungen seiner ehemaligen Kollegen genau.

"Ich kenne die meisten noch sehr gut. Sie sind es nicht gewohnt, so lange dort unten drin zu stehen", sagte er.

"Es ist eine große Herausforderung für alle Beteiligten. Langsam muss man Angst haben."

Für den 41-Jährigen ist das Kernproblem eine Kopfsache.

"Die Psyche ist ein wichtiger Aspekt. Woche für Woche sagen sie sich: Wir dürfen keine Fehler machen. Und dann passieren - durch das Unterbewusstsein gesteuert - erst recht Fehler."

Er fürchtet, dass diese Saison nicht glimpflich für den VfB enden wird. "Ich kann nicht voller Überzeugung sagen, dass sie es schaffen", seufzt Lehmann.

Zweifel an VfB-Verantwortlichen

Trainer Bruno Labbadia und Sportdirektor Fredi Bobic traut er einen Umschwung scheinbar nicht mehr zu.

"Offenbar wissen sie nicht so ganz genau, wie sie da raus kommen sollen. Und jetzt kommt auch noch Gladbach von unten", merkt der Ex-Nationaltorhüter an.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel