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Benficas Gaitan (r.) erwischt Ziegler mit dem Knie am Kopf, der Torwart verletzt sich © getty

Stuttgart verliert das Rückspiel gegen Lissabon, muss die Europa-Bühne verlassen. Keeper Ziegler ist auf dem Weg der Besserung.

Stuttgart - Aus auf Europas Bühne und auch noch eine Hiobsbotschaft für den Kampf ums nackte Überleben in der Bundesliga:

Der VfB Stuttgart hat seine sportliche Talfahrt fortgesetzt und ist am Donnerstagabend durch ein 0:2 (0:1) im Zwischenrunden-Rückspiel gegen den portugiesischen Rekordmeister Benfica Lissabon in der Europa League gescheitert (356632DIASHOW: Europa League). .

Neben dem verpassten Einzug in das Achtelfinale musste VfB-Trainer Bruno Labbadia für den anstehenden Kampf gegen den Abstieg einen weiteren Tiefschlag hinnehmen.

Die neue Nummer eins Marc Ziegler hatte nach einem bösen Zusammenprall mit Nicolas Gaitan in der 52. Minute das Bewusstsein verloren und war ins Krankenhaus eingeliefert worden.

Leichtes Aufatmen wegen Ziegler

Immerhin: Am Freitag konnte der 34-Jährige das Krankenhaus wieder verlassen.

Die Befürchtungen, Ziegler hätte sich bei dem Zusammenprall Brüche am Schädel und eine Verletzung der Halswirbelsäule zugezogen, bestätigten eine Computertomografie nicht.

Wie lange der Keeper dem Team von Trainer Bruno Labbadia nicht zur Verfügung steht, ist derzeit indes noch nicht abzusehen. Ein Einsatz beim Ligaspiel bei Eintracht Frankfurt am Sonntag ist jedoch ausgeschlossen.

Erster Sieg für Benfica auf deutschem Boden

Eine Woche nach dem unglücklichen 1:2 in Lissabon musste Stuttgart die Gegentore von Eduardo Salvio (30.) und Oscar Cardozo (78.) hinnehmen. Im 19. Spiel auf deutschem Boden war es der erste Sieg für Benfica.

Tief in der Nachspielzeit sah Zdravko Kuzmanovic für ein Frustfoul an Carlos Martins dann noch die Rote Karte (90.+7). (DATENCENTER: Europa League)

"In dieser Partie hat das Tor gefehlt. Da kann man so ein Spiel auch mal drehen. Jetzt fahren wir nach Frankfurt. Und eines ist klar: da wollen wir gewinnen", versuchte VfB-Sportdirektor Fredi Bobic, den Blick nach vorn zu richten.

VfB fehlen Idee in der Offensive

Doppelt bitter: Bis zu seiner Auswechslung zeigte Ziegler, der vor der Partie Sven Ulreich als Stammkeeper abgelöst hatte, eine starke Leistung, verlieh dem Spiel des VfB jedoch nicht die nötige Stabilität.

Das Schwaben wirkten vor allem in der Defensive über die gesamte Spieldistanz unsicher und fanden in der Offensive gegen die spielstarken Portugiesen keine zündenden Ideen, um zum Torerfolg zu kommen.

Stuttgart unterliefen in einer erschreckenden Häufigkeit leichte Abspielfehler, und in den Zweikämpfen fehlte die nötige Bissigkeit.

Ziegler mit guten Paraden

Vor 25.800 Zuschauern stand Ziegler bereits in der siebten Minute im Mittelpunkt, als er einen Schuss von Gaitan mit einer sehenswerten Parade über die Querlatte lenkte.

Nach einer Viertelstunde erwachte auch der VfB und kam durch den Japaner Shinji Okazaki zur ersten Torgelegenheit. Benfica-Keeper Roberto war aber genau wie zwei Minuten später bei einer Volleyabnahme von Sven Schipplock zur Stelle.

Im Anschluss rettete Ziegler den Gastgebern mit seiner zweiten starken Reaktion das 0:0. In einer Eins-zu-Eins-Situation gegen den portugiesischen WM-Teilnehmer Fabio Coentrao parierte Stuttgarts Torhüter glänzend (18.).

Ulreich wird eingewechselt

Nach schönem Pass von Nationalspieler Christian Träsch verpasste Martin Harnik mit einem Schuss aus spitzem Winkel die Führung für den VfB nur knapp (22.).

Doch nach 30 Minuten erzielte Lissabons Salvio mit einem trockenen Flachschuss aus 19 Metern die verdiente 1:0-Führung, Ziegler hatte keine Abwehrchance.

"Wir haben gut angefangen, aber dann ein Tor bekommen. Danach konnten wir, wie so oft in dieser Saison, nicht mehr umsetzen, was wir uns vorgenommen hatten", ärgerte sich Martin Harnik.

Im zweiten Durchgang zeigte der VfB-Keeper erneut seine Klasse und parierte gegen Franco Jara (48.). Doch nur eine Minute später war die Partie für Ziegler beendet, er wurde durch Ulreich ersetzt.

Cardozo trifft per Freistoß

Nach 60 Minuten hätte Benfica durch Luisao das 2:0 erzielen können, die Direktabnahme des Benfica Kapitäns landete aber knapp im Toraus.

Ulreich hielt daraufhin mit einer Glanztat gegen Oscar Cardozo den Ein-Tore-Rückstand fest (71.).

In der Schlussphase verpasste Okazaki mit einem Schuss neben den Pfosten (72.) und mit einem Kopfball den Ausgleich (79.).

Cardozo machte dann zehn Minuten vor Spielende mit einem herrlichen direkt verwandelten Freistoßtreffer alles klar.

"Ich denke, es hat ein wenig die Durchschlagskraft gefehlt", sagte Labbadia: "Die Mannschaft wollte weiter kommen, das hat sie auch gezeigt. Aber jetzt können wir uns auf den Abstiegskampf konzentrieren."

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