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Der VfB Stuttgart zog auch gegen Benfica Lissabon meist den Kürzeren © getty

Der VfB Stuttgart gibt auch gegen Benfica keine gute Figur ab. Durch die Ziegler-Verletzung vergrößert sich das Lazarett.

Stuttgart - Spiel und Torwart verloren, Zwischenrunden-Aus in der Europa League: Der VfB Stuttgart kommt nicht raus aus dem Tal der Tränen.

Ausgerechnet vor dem richtungweisenden Abstiegsduell am Sonntag (ab 15.15 Uhr im LIVE-TICKER) bei Eintracht Frankfurt hat sich die Personalsituation weiter verschärft.

Als Marc Ziegler regungslos auf dem Platz liegen blieb, hielten die Verantwortlichen des VfB Stuttgart und die 28.500 Zuschauer im Stadion den Atem an. (356632DIASHOW: Europa League). .

Der Keeper war nach einem Zusammenprall mit Benfica Lissabons Nicolas Gaitan bewusstlos auf dem Platz zusammengesackt, musste vom Platz getragen und ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Am Freitag gab der VfB zwar Entwarnung. Der Verein vermeldete, Ziegler hätte nur eine Gehirnerschütterung erlitten und sich keine Verletzungen am Schädel und an der Halswirbelsäule zugezogen.

"Schon wieder was auf die Backen"

Doch der Schock über den erneuten Nackenschlag saß tief.

"Das ist schon kurios. Da blickst du positiv nach vorne und bekommst schon wieder was auf die Backen", sagte ein konsternierter VfB-Sportdirektor Fredi Bobic nach dem 0:2 (0:1) in der Europa-League-Zwischenrunde gegen Portugals Meister.

Torwarttausch hinfällig

Ziegler war erst am Mittwoch von Trainer Bruno Labbadia zur neuen Nummer eins befördert worden und sollte mit seiner Ausstrahlung positiv auf die wacklige Defensive des Tabellen-17. einwirken. (DATENCENTER: Europa League)

Nach 52 Minuten war die Wirkung des Torwartwechsels aber verpufft und Sven Ulreich musste wieder zwischen die Pfosten rücken.

Lazarett wächst an

Mit Zieglers Verletzung werden die Sorgenfalten beim Tabellen-17. tiefer und das Lazarett in der entscheidenden Saisonphase immer größer.

Neben dem Keeper sind derzeit Cacau (Adduktorenprobleme), Serdar Tasci (Leistenprobleme), Arthur Boka (Innenbandriss im Knie), Christian Gentner (Bänderriss im Sprunggelenk) sowie Pavel Pogrebnyak (Rippenbruch) angeschlagen oder noch langfristig verletzt.

"Wir müssen schauen, dass wir unsere Spieler bis Sonntag wieder ans Laufen bekommen. Aber Hoffnung und Realität ist ja etwas anderes - das hat sich ja hier und heute wieder bewiesen", sagte Bobic mit Blick auf die prekäre Lage.

Lob überdeckt Schwächen

Der Ausfall des Torhüters wiegt im Überlebenskampf in der Liga schwer, das Aus auf Europas Fußball-Bühne geriet zur Randerscheinung.

Bobic vermied daher kritische Worte in Richtung der Mannschaft und verteilte lieber Lob: "Sven Ulreich kann stolz auf das sein, was er gezeigt hat. Er hat Größe gezeigt und es ist wichtig, dass er das jetzt so annimmt", sagte Bobic.

Trainer Bruno Labbadia zollte Ulreich ebenfalls Respekt: "Er hat so gespielt, wie er die Entscheidung gegen sich angenommen hat. Das Spiel war sehr wichtig für ihn, so gewinnt er die nötige Lockerheit."

Das positive Urteil für den Torhüter überdeckt die weiter vorherrschende Verunsicherung bei den Schwaben. Auch gegen Benfica waren die Schwächen in der VfB-Defensive überdeutlich zu sehen.

Müdes Lächeln für Kuzmanovic

Dazu kam eine neuerliche Undiszipliniertheit.

Für die Rote Karte für eine Tätlichkeit von Zdravko Kuzmanovic in der Nachspielzeit gegen Franco Jara hatte der Sportdirektor nur ein müdes Lächeln übrig: "Ich habe ihm natürlich gesagt, dass wir so etwas gar nicht brauchen. Aber er hat sich einfach von dem Spieler provozieren lassen."

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