vergrößernverkleinern
Lars Bender (r.) wechselte 2009 von 1860 München zur Werkself © imago

Lars Bender spricht bei SPORT1 über Leverkusens Hinspiel gegen Villarreal, die Trainerfrage und eine Macke von Zwillingsbruder Sven.

Aus Leverkusen berichtet Thorsten Mesch

Leverkusen - Bayer Leverkusen kämpft als letztes verbliebenes Bundesliga-Team um den Titel in der Europa League.

Ein Garant für den Erfolg ist Lars Bender, der in jedem der zehn Spiele auf dem Feld stand und mit einer Ausnahme stets zur Stammelf gehörte. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Auch im Hinspiel des Achtelfinales gegen den FC Villarreal (ab 18.45 Uhr im LIVE-TICKER) ist mit dem 21-Jährigen zu rechnen - wenn er nicht Arturo Vidal weichen muss.

Die Diskussion um Michael Ballack hat Bender mit starken Leistungen auf dessen Position zumindest mit befeuert.

Im Interview mit SPORT1 spricht der ehemalige Münchener "Löwe" über Führungsansprüche, die Vertragssituation um Jupp Heynckes, die Nationalmannschaft und seinen noch erfolgreicheren Zwillingsbruder Sven.

SPORT1: In München haben Sie mit Sven zusammen in einer WG gelebt. Wie weit wohnen Sie jetzt auseinander und wie häufig sehen Sie sich?

Lars Bender: Er wohnt in Dortmund, ich in Köln. Das ist eine überschaubare Entfernung, dementsprechend sehen wir uns regelmäßig. Eigentlich immer, wenn unsere Spieltermine es zulassen.

SPORT1: Wie sehr vermissen Sie die Nähe zu den Bergen, zu Bayern, zur Familie?

Bender: Wir sind richtige Bayern und haben beide ein inniges Verhältnis zur Heimat. Klar, dass wir so oft dort sind, wie es geht. Aber auch jenseits der weiß-blauen Grenzen kann man ganz gut leben.356632(DIASHOW: Runde der letzten 32)

SPORT1: Sie sind als jüngster Kapitän in die Geschichte der "Löwen" eingegangen. Liegt es in Ihrem Naturell, ein Führungsspieler zu sein? Oder anders: Woran liegt es, dass Sie trotz Ihres jungen Alters dermaßen abgeklärt auftreten?

[image id="8402f76f-6481-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Bender: Ich gehe immer auf den Platz und versuche, meine Art von Spiel zu machen. Wenn diese Art nach außen hin wie die eines Führungsspielers wirken sollte, dann habe ich darauf eigentlich keinen Einfluss. Ich spiele immer nur so, wie ich fußballerisch bin. Wie das beim Zuschauer ankommt, dürfte immer auch eine subjektive Einschätzung sein.

SPORT1: Sie spielen bei Bayer, Michael Ballack nicht. Nervt beziehungsweise belastet es Sie, dass diese Thematik häufig die guten Spiele Ihrer Mannschaft überschattet?

Bender: Sie fragen ja auch schon wieder danach. Es belastet mich nicht, aber allmählich finde ich das unkreativ.

SPORT1: Auch die immer noch ausstehende Vertragsverlängerung von Jupp Heynckes und die Gerüchte um seine eventuelle Rückkehr zum FC Bayern sind ein Dauerthema. Gehen Sie davon aus, dass Heynckes in Leverkusen weitermacht?

Bender: Wir hoffen alle, dass er weitermacht. Und ich denke, dass die Mannschaft ihm eine andere Entscheidung in jedweder Beziehung sehr schwer macht.

SPORT1: In Leverkusens Mittelfeld tummeln sich weitere Klasse-Spieler wie Simon Rolfes, Arturo Vidal, Gonzalo Castro oder Hanno Balitsch. Wie sehr fördert die Konkurrenzsituation die Leistung?

[kaltura id="0_jo5l5gba" class="full_size" title="Bayers Zukunft ungewiss"]

Bender: Wer viel Konkurrenz hat, der muss ordentlich Gas geben, um zu spielen. Das steigert das Niveau - nicht nur im Spiel, sondern auch im Training. Am Ende haben alle etwas davon.

SPORT1: Besonders Arturo Vidal hat bisher eine bärenstarke Saison gespielt. Steht er symbolisch für die Entwicklung in Leverkusens Mannschaft?

Bender: Arturo ist ein Klassespieler, der sich schon in den letzten Jahren enorm entwickelt hat. In dieser Saison hat er noch einmal einen Sprung gemacht. Aber ich denke, dass die gesamte Mannschaft sich wieder verbessert hat. Wir stehen nicht umsonst auf Platz zwei.

SPORT1: Im Januar haben Sie auf eine SPORT1-Frage zum Konkurrenzkampf gesagt: "Ich weiß, was ich kann und muss nicht verstecken." Denken Sie, dass Sie sich auch bald in Joachim Löws Nationalmannschaft zeigen können?

Bender: Das müssten Sie eigentlich Joachim Löw fragen. Ich muss und will mich erst einmal bei Bayer 04 durchsetzen. Was danach kommt, wird man sehen.

SPORT1: Das Erreichen der Champions League ist sicher das große Ziel, aber Sie sind ja auch in der Europa League gut dabei. Was wissen Sie vom FC Villarreal?

Bender: In unmittelbarer Vorbereitung auf ein Spiel erfahren wir alles über den jeweiligen Gegner - ob der jetzt Charkow heißt, Villarreal oder Bayern München. In dieser Hinsicht gibt es kaum noch Überraschungen.

SPORT1: Die Spanier haben ein spielstarkes Team. Macht es das für Bayer schwerer oder vielleicht sogar einfacher?

Bender: Einfach ist die Aufgabe in keinem Fall. Sie spielen darauf an, dass wir uns gelegentlich leichter tun gegen Mannschaften, die sich nicht einigeln, sondern versuchen, mitzuspielen. Warten wir es ab. Jedes Spiel ist anders.

SPORT1: Haben Sie Sven schon zur Meisterschaft gratuliert oder schafft Bayer es noch, den BVB einzuholen?

Bender: Der Sven lässt sich noch gar nicht gratulieren, da stellt er sich ein bisschen an. Wir denken jedenfalls nicht an die Meisterschaft. Das ist bei dem Vorsprung der Dortmunder nicht realistisch.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel