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Michael Ballack (l.) wechselte im Sommer vom FC Chelsea zu Bayer Leverkusen © imago

Für Leverkusen geht gegen Villarreal die Europa League erst richtig los. Doch alles redet über Michael Ballack und Jupp Heynckes.

Leverkusen - Die leidige Posse um Michael Ballack, dazu die aufkommenden Wechsel-Spekulationen um Trainer Jupp Heynckes.

Ausgerechnet der Startschuss in die heiße Phase der Europa League mit dem Achtelfinal-Hinspiel gegen den FC Villarreal (ab 18.45 Uhr im LIVE-TICKER) wird bei Bayer Leverkusen von einigen Nebengeräuschen begleitet.

"Nun steigen wir in die Europa League richtig ein. Jetzt haben wir einen Gegner auf Augenhöhe", sagt Heynckes, der den Werksklub zum achten Mal in der Vereinsgeschichte in ein europäisches Viertelfinale führen will.

So reizvoll das Duell gegen den Tabellenvierten der Primera Division aber sportlich sein mag, rund um die BayArena stehen in diesen Tagen aber fast ausschließlich zwei Personal-Debatten im Mittelpunkt.

Weiter keine Planungssicherheit

Ballack, der spielen will, aber nicht darf. Und Heynckes, der unterschreiben darf, aber (noch) nicht will. Wie ein Kaugummi ziehen sich die beiden Themen durch eine bislang äußerst erfolgreiche Saison des Bundesliga-Zweiten.

Bereits im Herbst vergangenen Jahres sollte die Vertragsverlängerung von Heynckes unter Dach und Fach gebracht werden. Sollte.

Es wurde Winter, nun steht der Frühling vor der Tür und Bayer immer noch ohne Planungssicherheit da.

Entscheidung erst Ende März

Der 65-Jährige zögert seine Unterschrift weiter hinaus. Nach SPORT1-Informationen fällt erst nach dem Spiel gegen Schalke am 20. März eine endgültige Entscheidung.

"Der Klub kennt meine Position. Wir haben jetzt vier wichtige Spiele. Dann werden wir uns in der Länderspiel-Pause zusammensetzen", sagte Heynckes.

Dass sein alter Freund Uli Hoeneß ab Sommer bei Bayern München wieder einen Platz auf der Trainerbank zu vergeben hat, lässt reichlich Platz für Spekulationen. Die Situation bei den Bayern spiele aber laut Heynckes in seinen Überlegungen keine Rolle:

"Ich habe meine Entscheidung nie von der Entwicklung in anderen Klubs abhängig gemacht."

Ballack: Zeichen stehen auf Abschied

Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser betrachtet das ganze Theater von der "lustigen Ebene".

Weniger lustig ist da schon der Fall Ballack, der sich zunehmend als großes Missverständnis entpuppt.

Nachdem der "Capitano" (schätzungsweise sieben Millionen Euro Jahresgehalt) freiwillig auf einen Platz im Kader gegen den VfL Wolfsburg (3:0) verzichtet hatte, scheint eine weitere Zusammenarbeit zwischen Heynckes und Ballack über die Saison hinaus kaum mehr vorstellbar zu sein.

Vom großen Kabinen-Zoff war bereits die Rede, die Zeichen stehen offenbar auf Abschied - so sehr Sportchef Rudi Völler und Holzhäuser auch um Schadensbegrenzung bemüht sind.

Gegen Villarreal nicht im Kader

Gegen Villarreal sitzt Ballack wieder auf der Tribüne, so er denn überhaupt im Stadion ist. Der Mittelfeldstar soll die nächsten Tage Fitnessdefizite aufholen.

"Es gibt in der Bundesliga viele Beispiele von Spielern, die nach einer langen Verletzung genauso lange gebraucht haben, um zurückzukommen", erklärte Heynckes:

"Leider wird das von den Medien und vom Umfeld des Spielers häufig ignoriert. Dadurch, dass Michael zweimal verletzt war, erhält das eine ganz andere Dimension."

Fußball gespielt wird in Leverkusen aber trotzdem.

Hyypiä fällt weiter aus

Gegen Villarreal soll im Hinspiel der Grundstein für das Weiterkommen gelegt werden. Für Abwehrchef Sami Hyypiä kommt die Partie wegen einer Magen-Darm-Grippe allerdings noch zu früh. Stattdessen wird Daniel Schwaab in die Innenverteidigung rücken.

Fit meldeten sich hingegen Hanno Balitsch, Eren Derdiyok, Renato Augusto und Simon Rolfes, die ebenfalls für kurze Zeit flach gelegen hatten.

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Leverkusen: Adler - Vida, Schwaab, Reinartz, Kadlec - Vidal, Rolfes - Sam, Renato Augusto, Castro - Derdiyok (Kießling)

Villarreal: Diego Lopez - Mario, Musacchio, Gonzalo Rodriguez, Catala - Borja Valero, Bruno, Cani, Santi Cazorla - Nilmar, Rossi

Schiedsrichter: Paolo Tagliavento (Italien)

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