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Sidney Sam (l.) kam vor der Saison aus Kaiserslautern nach Leverkusen © getty

Leverkusen lässt sich von Villarreal nach allen Regeln der Kunst auskontern. Die Niederlage macht das Weiterkommen fast unmöglich.

Aus Leverkusen berichtet Thorsten Mesch

Leverkusen - Bayer Leverkusen droht in der Europa League das Aus (356632DIASHOW: Europa League).

Im Achtelfinal-Hinspiel unterlag die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes, der wohl erst in der Länderspielpause Ende März über seine Vertragsverlängerung entscheiden wird, gegen den FC Villarreal trotz einer weitgehend überlegen geführten Partie mit 2:3 (1:1) (DATENCENTER: Europa League).

Im Rückspiel in einer Woche müssen die Rheinländer zudem auf Arturo Vidal verzichten. Der Chilene sah in der ersten Halbzeit eine Gelbe Karte und ist für die Partie in Spanien gesperrt.

Michal Kadlec (33.) hatte die Gastgeber in Führung gebracht, Gonzalo Castro (72.) erzielte das 2:2, für die Spanier trafen Rossi (42.) und Nilmar (70./90.).

Kießling sauer, Rolfes hofft

"Das Ergebnis entspricht nicht dem Spielverlauf", resümierte ein enttäuschter Bayer-Kapitän Simon Rolfes nach der Partie.

"Allerdings muss man sagen, dass wir es Villarreal zu einfach gemacht haben. Wir können aber auswärts gewinnen und haben deshalb noch alle Chancen."

Sein Kollege Stefan Kießling wurde deutlicher: "Ich bin grad einfach nur sauer. Die machen aus drei Chancen drei Tore, das darf nicht passieren. Wir hätten in der Schlussphase ohnehin einfach mit hohen Bällen operieren sollen."

Heynckes sieht "entscheidende Fehler"

"Es ist eine bittere Niederlage für uns alle und sehr enttäuschend, weil wir klar die bessere Mannschaft waren", sagte Heynckes.

"Wir haben bei den Gegentreffern entscheidende Fehler gemacht, die auf diesem hohen Niveau bestraft werden. Das 2:3 ist natürlich ein denkbar schlechtes Ergebnis und alles spricht für Villarreal, aber im Fußball ist alles möglich. Meine Mannschaft ist auswärts stark, wir haben eine tolle Moral und werden in Spanien versuchen, eine Runde weiter zu kommen."

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Hyypiä fit auf der Bank

Unter den Augen von Michael Ballack, der auf der Tribüne saß, waren die Rheinländer über die gesamte Spielzeit die dominierende Mannschaft, doch schien einigen Akteuren in entscheidenden Momenten die Kraft und somit der nötige Punch zu fehlen.

In Leverkusens Startelf standen mit Eren Derdiyok, Renato Augusto und Simon Rolfes drei Profis, die zuletzt mit Magen-Darm-Problemen zu kämpfen hatten.

Ihre "Leidensgenossen" Sami Hyypiä und Hanno Balitsch saßen ebenso auf der Bank wie Lars Bender, der dem zuletzt beim 3:0 gegen Wolfsburg gesperrten Vidal weichen musste.

Ballack nicht im Kader

Ballack stand, wie gegen Wolfsburg, mangels ausreichender Fitness nicht im Kader. Der Routinier könnte vielleicht im Heimspiel gegen Schalke 04 zurückkehren.

Villarreal musste auf den gesperrten Weltmeister Joan Capdevila verzichten. Santi Cazorla saß zunächst auf der Bank.

Bayer 04, das bislang in der Europa League ungeschlagen geblieben war, übernahm vor 20.126 Zuschauern von Beginn an die Initiative, während die Gäste kaum etwas Konstruktives zustande brachten.

Leverkusen beginnt stark

Nach neun Minuten kamen die Leverkusener erstmals gefährlich vor das Tor: Domagoj Vida lief über die rechte Seite, flankte aus vollem Lauf, in der Mitte lauerte Derdiyok auf die Hereingabe, aber Spaniens Weltmeister Carlos Marchena klärte gerade noch mit einem langen Bein.

Vidal im Rückspiel gesperrt

Nach 17 Minuten sah Mateo Musacchio für ein Foul an Derdiyok vom italienischen Schiedsrichter Paolo Tagliavento die erste Gelbe Karte des Spiels.

Den anschließenden Freistoß schlenzte Renato Augusto vom linken Strafraumeck gefährlich auf das Tor der Spanier, doch Lopez lenkte den Ball über die Latte.

In der 29. Minute der erste kleine Schock für Bayer 04:

Für einen Rempler an Borja Valero, den der Unparteiische als taktisches Foul auslegte, sah Vidal die Gelbe Karte und ist für das Rückspiel gesperrt.

Kadlec trifft verdient

In der 33. Minute wurde Heynckes? Mannschaft für ihre Bemühungen belohnt: Nach einem Pass von Daniel Schwaab traf Michal Kadlec mit einem satten Flachschuss von der linken Strafraumecke ins rechte Eck.

Das Spiel schien nun ganz nach den Vorstellungen der Gastgeber zu laufen, denn die Spanier hatten bis zu diesem Zeitpunkt nicht einmal den Hauch einer Torchance.

Rossi mit dem Ausgleich

Ein Fauxpas in der Bayer-Defensive führte dann in der 42. Minute zum völlig überraschenden Ausgleich.

Nach einem Stellungsfehler von Stefan Reinartz tauchte Rossi frei vor Rene Adler auf, und der italienische Nationalspieler, der auch im Februar beim 1:1 in Deutschland getroffen hatte, ließ Adler keine Chance und schlenzte den Ball links am Leverkusener Torhüter vorbei.

Kießling für Derdiyok

Nach der Pause brachte Heynckes mit Stefan Kießling für Eren Derdiyok einen frischen Stürmer.

Die Angriffsbemühungen der Gastgeber blieben jedoch ohne Durchschlagskraft.

Das Spiel plätscherte vor sich hin, die Gäste schienen mit dem Unentschieden zufrieden zu sein.

Nilmar mit Traum-Einstand

Villarreals Trainer Juan Carlos Garrido Fernandez wechselte Mitte der zweiten Hälfte zum ersten Mal: Für Rossi kam Nilmar. Der Brasilianer war gerade eine Minute auf dem Feld, als er Kadlec auf der rechten Seite aussteigen ließ und den von Reinartz zu ihm prallenden Ball im Tor versenkte.

Leverkusen antwortete prompt: Nach einer Flanke von Sam verlängerte Kießling mit dem Kopf. Am langen Pfosten nahm Castro den Ball herunter, umspielte Rechtsverteidiger Gaspar und drosch den Ball aus vier Metern in die Maschen.

Nilmar schockt Leverkusen

Heynckes wechselte nach 77 Minuten Nicolai Jörgensen für Sam ein, in der 89. Minute kam Larse Bender für Rolfes. Doch letztlich fehlten die letzten konditionellen Reserven.

Auch weigerte sich die "Werkself" in der Nachspielzeit lange Bälle in den Strafraum der Gäste zu schlagen.

Eine verunglückte Bayer-Kombination im Mittelfeld nutzte Nilmar schließlich mit seinem zweiten Tor zum schmeichelhaften Sieg der Spanier.

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