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Rene Adler konnte von vier Schüssen auf sein Tor nur einen halten © getty

Bei Leverkusen herrscht Frust über die bittere Pleite gegen Villarreal - Fragen nach Ballack vermiesen die Stimmung weiter.

Aus Leverkusen berichtet Thorsten Mesch

Leverkusen - Stefan Kießling war "einfach nur sauer", Stefan Reinartz sprach von einem "echten Schweine-Ergebnis" und Arturo Vidal beklagte sich über seine verhängnisvolle Gelbe Karte.

Beim 2:3 (1:1) im Achtelfinal-Hinspiel der Europa League gegen den FC Villarreal erwischte Bayer Leverkusen einen dieser Abende, an dem es irgendwie einfach nicht sein sollte (DATENCENTER: Europa League).

"Es ist für meine Spieler nicht einfach, dieses Ergebnis zu akzeptieren", meinte Trainer Jupp Heynckes nach einer Partie, die Bayer 04 lange klar bestimmt, aber am Ende doch verloren hatte.

"Wir haben das Spiel dominiert, hatten 17 Torschüsse, mehr Ballbesitz. Aber wir haben Fehler gemacht, die ein Team wie Villarreal bestraft", analysierte Heynckes (356632DIASHOW: Europa League).

Entscheidende Fehler im Kollektiv

"Die Abwehr hat in der Formation erst letzte Woche zum ersten Mal gespielt", führte der Coach aus: "Spieler wie Domagoj Vida oder Daniel Schwaab haben ihre Sache eigentlich sehr gut gemacht, bis eben im Kollektiv entscheidende Fehler passiert sind."

Dass seine Mannschaft durch die Diskussion um die immer noch ausstehende Entscheidung über seine Vertragsverlängerung beeinflusst gewesen sein könnte, schloss Heynckes aus.

"Dann hätten sie heute nicht so einen Fußball gespielt. Die Mannschaft hat am Samstag (beim 3:0 gegen Wolfsburg, Anm. d. R.) top gespielt, sie hat heute hervorragend gespielt. Das, was außerhalb passiert ist etwas, was man heutzutage im Profifußball gelassen hinnehmen muss", erklärte er.

Ein wichtiger Zusatz

"Wenn sie geschockt gewesen wären, hätten die Spieler anders reagiert. Sie kennen mich und wissen, dass ich alles für den Erfolg tue", meinte Heynckes und fügte den in diesen Tagen des Trainerkarussells nötigen Zusatz an: "Mit ihnen."

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Heynckes sprach seinem Team trotz der Pleite internationale Klasse aus:

"Sie haben alles gegeben, waren läuferisch stark und fußballerisch auf einem Niveau wie nur ganz wenige Mannschaften in Europa."

Natürlich seien die Chancen auf das Weiterkommen jetzt minimal, "aber wir werden alles versuchen", gab sich Heynckes kämpferisch: "Ich habe es selbst schon erlebt. Mit Bayern München haben wir gegen Inter Mailand 0:2 verloren und dann in Mailand 3:1 gewonnen."

Vidal versteht die Welt nicht mehr

Villarreal liegt zwar in der Nähe von Valencia, aber gespielt haben die "Gelben U-Boote" fast wie Italiener.

"Sie standen meistens mit fast zehn Spielern am oder im eigenen Strafraum, haben gewartet und dann vorn dreimal zugeschlagen", sagte Arturo Vidal im Gespräch mit SPORT1.

[kaltura id="0_2q2vkzrq" class="full_size" title="V ller Villarreal ist nicht Barca "]

Der Chilene wird im Rückspiel am kommenden Donnerstag fehlen, da er nach einer knappen halben Stunde für einen harmlosen Rempler die Gelbe Karte sah - seine dritte im laufenden Wettbewerb - und deshalb gesperrt ist.

"Die Gelbe Karte gegen mich war viel zu hart. Es war ein Foul, aber mein erstes im Spiel sicher keine Karte", meinte Vidal, der trotz der schlechten Ausgangslage noch leichte Hoffnungen auf das Weiterkommen hegt: "Es wird sehr schwierig, aber wir haben eine gute Mannschaft und werden versuchen, in Spanien zu gewinnen."

Gereizte Reaktion auf Ballack

Während Vidal im Rückspiel zur Tatenlosigkeit verurteilt ist, sah am Mittwochabend Michael Ballack von der Tribüne aus, wie sich die Leverkusener ohne ihn am Ende vergebens mühten.

"Wir haben uns heute selbst geschlagen", fasste Rene Adler zusammen. "Die Spanier haben abgezockt gespielt und ihre Chancen eiskalt genutzt. Wir haben Fehler gemacht, die bestraft wurden. Das war ein Stück weit fahrlässig."

Als er auf das Thema Ballack angesprochen wurde, war Adlers Laune endgültig dahin. Der Torhüter nahm seinen Rollkoffer und verließ die BayArena.

Hoffnungen auf das Rückspiel

Auch die übrigen Leverkusener hatten am Donnerstagabend andere Sorgen, als über ihren Teamkollegen zu sprechen, der wegen mangelnder Fitness erneut nicht im Kader stand.

Das wichtige Auswärtsspiel bei Mainz 05 am Sonntag - und bald darauf schon das Rückspiel in Villarreal am kommenden Donnerstag.

"Jetzt müssen wir halt in Spanien den Rückstand aufholen", meinte Stefan Kießling.

"Wir können auswärts gewinnen und haben deshalb noch alle Chancen", ergänzte Kapitän Simon Rolfes und Stefan Reinartz meinteauf SPORT1-Nachfrage: "Wenn wir in Villarreal das 1:0 machen und die Spanier etwas nervös werden, kann es immer noch kippen."

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