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Jupp Heynckes kam 2009 von Bayern München zu Bayer Leverkusen © getty

Nach dem Aus in der Europa League steht bei der Werkself das leidige Thema um den Trainer zur Debatte. Probleme gibt es genug.

Villarreal - Als das Aus in der Europa League besiegelt war, wurde das Klima bei Bayer Leverkusen rauer.

In der Causa Jupp Heynckes sowieso, und auch Mittelfeldstar Michael Ballack bekam nochmals vor Augen geführt, dass er über die Rolle des Edeljokers nicht hinauskommt (DATENCENTER: Europa League).

Die Voraussetzungen vor dem Endspurt in der Bundesliga und dem Kampf um die Champions-League-Teilnahme könnten jedenfalls besser sein.

Denn eines ist klar: Nach der 1:2 (0:1)-Niederlage beim FC Villarreal im Achtelfinal-Rückspiel wollen die Leverkusener so schnell nicht mehr Bekanntschaft mit der ungeliebten Europa League machen 366755(DIASHOW: Die Bilder des Spiels).

T-Frage hat absolute Priorität

Zunächst steht bei Bayer aber die Trainerfrage ganz oben auf der Tagesordnung, und da ist Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser die Hinhalte-Taktik von Heynckes allmählich leid.

"Entweder er nimmt das Angebot an oder er lässt es. Am Montag setzen wir uns zusammen, dann werden wir eine Entscheidung treffen müssen", betonte Holzhäuser, der vor einigen Wochen noch andere Töne angeschlagen hatte, als er via Stadionzeitung den Coach höflich um eine Vertragsverlängerung bat.

Folgt Dutt auf Heynckes?

Dass dies passieren wird, glaubt in Leverkusen niemand mehr. Heynckes steht anscheinend vor einem Wechsel zu den Bayern, und der Leverkusener Plan B sieht allem Anschein nach Robin Dutt als neuen Coach vor.

Wenn der erfolgreiche Freiburger Trainer dann im Sommer seinen Dienst antritt, würde er aber nicht nur ein bestelltes Feld, sondern auch den Problemfall Ballack vorfinden.

"Capitano" nur als Joker

Der Nationalmannschaftskapitän a.D. ist bei Heynckes derzeit nur vierte Wahl im defensiven Mittelfeld. Das wurde wieder einmal deutlich. Obwohl der Chilene Arturo Vidal gesperrt war, ließ der Coach Kapitän Simon Rolfes und Youngster Lars Bender spielen.

"Dass Michael Ballack kein Einwechselspieler ist, hat niemand gesagt. Vor zwei Wochen wurde nur gesagt, dass er noch nicht die Fitness hat und erst an seiner physischen Verfassung arbeiten muss. Er hat sich doch gut eingefügt und gezeigt, dass er auch ein guter Einwechselspieler sein kann", sagte Heynckes.

Ballack wohl erneut auf der Bank

Für den "Capitano", der einst mit Chelsea auf den großen Bühnen in Barcelona und Mailand spielte, dürfte der Abstecher in die spanische Provinz ein weiterer Schlag ins Gesicht gewesen sein.

Sagen wollte Ballack, der in der 53. Minute ins Spiel kam und noch ein paar gute Torchancen besaß, wie seit Wochen nichts. Gegen Schalke 04 am Sonntag könnte die Fortsetzung des unwürdigen Schauspiels folgen, zumal dann auch wieder Vidal zur Verfügung steht.

Geldtöpfe schwimmen davon

So wollte sich der Bayer-Tross mit dem Thema Europacup auch nicht länger auseinandersetzen. "Wir haben das Duell nicht an diesem Abend verloren", sagte Holzhäuser mit Blick auf die bittere und unnötige 2:3-Niederlage im Hinspiel vor Wochenfrist.

In Villarreal war jedenfalls die Partie nach den Toren von Santi Cazorla (33.) und Giuseppe Rossi (61.) schnell entschieden, das Eigentor von Villarreals Kapitän Gonzalo (82.) hatte vor 19.500 Zuschauern nur noch statistischen Wert.

Holzhäuser, Herr der Finanzen bei Bayer, blickte mit einem weinenden Auge auf den Europacup-K.o.: "Jetzt wäre im Viertelfinale die Phase gekommen, wo wir richtig Geld verdienen könnten."

Bayer will "Platz zwei halten"

So bleiben nach zwölf Europacupspielen in dieser Saison unter dem Strich ein kaum nennenswerter Gewinn und etliche Flugkilometer für das Miles-and-more-Konto.

Dass das Aus Auswirkungen auf den Bundesliga-Endspurt haben wird, glauben die Verantwortlichen aber nicht.

"Ich denke, die Spieler werden das verdauen und in der Bundesliga so auftreten wie zuletzt. Wir haben eine komfortable Ausgangslage. Unser Bestreben ist es nun, den zweiten Platz zu halten."

Dass sich Heynckes damit womöglich selbst schadet, so er denn zu den Bayern wechselt, entbehrt nicht einer gewissen Pikanterie.

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