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Der brasilianische Stürmer Hulk (r.) ist der Erfolgsgarant des FC Porto © getty

England? Spanien? Italien? Deutschland? Nein, Portugal dominiert das Europa-League-Viertelfinale. Drei Teams sind noch im Rennen.

Von Christoph Gschoßmann

München - Wenn am Donnerstag die Viertelfinal-Hinspiele der Europa Leauge (ab 20.50 Uhr im LIVE-TICKER) steigen, duellieren sich acht Teams aus ganz Europa.

Während von den enttäuschenden Großmächten England, Deutschland, Spanien und Italien aber nur ein einziges Team vertreten ist, könnte diese Saison zur Sternstunde des portugiesischen Fußballs werden.

Mit dem FC Porto, Benfica Lissabon und Sporting Braga sind gleich drei Mannschaften aus dem kleinen Nachbarland des Weltmeisters noch im Rennen. (DATENCENTER: Europa League)

Die portugiesische Presse spricht schon vom "Wundertrio" Portugals, das im Optimalfall drei Viertel des Halbfinals ausmachen könnte.

Einseitige Liga Sagres

Auf internationaler Ebene müssen sich die Vertreter des 10 Millionen Einwohner kleinen Landes mit gleichwertigen Konkurrenten aus ganz Europa messen - in der Liga hingegen kommt kaum Spannung auf.

Sage und schreibe 75 von 77 Titeln seit 1934 machten die drei Traditionsvereine FC Porto, Benfica und Sporting Lissabon unter sich aus.

Seit diesem Wochenende steht der Meister dieser Saison fest und wieder ist es einer der "Großen Drei". Die "Drachen" vom FC Porto sind schon jetzt nicht mehr einzuholen und feierten den Titel nach dem 2:1 bei Benfica am Sonntag gebührend.

Jetzt geht der Blick der Nordportugiesen Richtung Europa.

Hulk spuckt große Töne

"Wir spielen den besten Fußball im Land, aber nun wollen wir auch die Europa League gewinnen", tönte Portos junger Trainer André Villas-Boas (33 Jahre) vor der Partie gegen Spartak Moskau.

Sein Stürmer Hulk, mit 21 Treffern bester Torjäger des Landes, stößt ins gleiche Horn: "Nun stoppt uns niemand."

Benfica gegen den "Fluch"

Rekordmeister Benfica Lissabon, der im Sechzehntelfinale den VfB Stuttgart ausschaltete, kämpft gegen seinen ganz persönlichen europäischen "Fluch".

Seit 1993 schafften es die Hauptstädter nicht mehr, ins Halbfinale eines europäischen Wettbewerbs einzuziehen. Bangen muss Benfica vor dem Spiel gegen den PSV Eindhoven um die Stammspieler Airton, Maxi Pereira, Carlos Martins und Ruben Amorim.

Auch bei den Niederländern läuft es jedoch derzeit alles andere als glatt: Die Generalprobe gegen Titelrivale Twente Enschede ging mit 0:2 verloren.

England-Schrecken im direkten Duell

Der dritte portugiesische Vertreter, SC Braga, muss bei Dynamo Kiew und Andrej Schewtschenko antreten.

Beide Teams werden zwar im Gegensatz zu Porto oder Benfica nicht als Favoriten auf den Titel gehandelt. Dennoch haben sie zuletzt Mannschafen wie den FC Liverpool (Braga) oder Manchester City (Kiew) aus dem Wettbewerb gekegelt -mit beiden ist also zu rechnen.

Bayer-Bezwinger gegen Hollands Nummer eins

Im einzigen Spiel ohne portugiesische Beteiligung trifft Villarreal auf den FC Twente.

Die Spanier, die im Achtelfinale mit Bayer Leverkusen den letzten deutschen Vertreter ausschalteten, setzten gegen den holländischen Tabellenführer vor allem auf Torjäger Nilmar.

Den dürfte auch die "Werkself" noch in schlechtester Erinnerung haben.

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