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Der FC Porto (hier Falcao) wurde bereits 25 Mal portugiesicher Meister © getty

Portugals Erfolgstrio steht vor einem historischen Abend. Siegt auch Villarreal, könnte es zu einem rein iberischen Halbfinale kommen.

Von Barnabas Szöcs

München - Der Fußball kann keine Wunder bewirken - das ist leider Fakt.

Fakt ist aber auch, dass er von Problemen und Krisensituationen ablenken kann. Wenigstens für gewisse Zeit.

Im finanziell heftig gebeutelten Portugal bahnt sich solch ein sportlich-kollektives Freudenfest an.

Vor den Viertelfinal-Rückspielen in der Europa League (ab 20.50 Uhr im LIVE-TICKER) stehen nämlich drei portugiesische Teams vor dem Einzug in die Runde der letzten Vier.

"Brillianteste Saison der Geschichte"

"Wenn unsere drei Teams am Donnerstag ihre Hindernisse überwinden, werden sie die in kollektiver Hinsicht brillanteste Saison der Geschichte besiegeln", prophezeit der portugiesische TV-Sender "RTP".

Die wohl besten Chancen dafür hat der FC Porto. (DATENCENTER: Europa League)

Zwar müssen die "Drachen" zum Rückspiel gegen Dynamo Moskau ins kühle Russland fliegen, doch mit einem komfortablen 5:1-Heimerfolg im Rücken dürfte beim Champions-League-Sieger von 2004 wenig anbrennen.

Ziemlich selbstbewusst zeigte sich Portos Mittelfeldspieler Freddy Guarin, als ihm nach der Ankunft in Russlands Hauptstadt die "sehr hübschen Mädchen hier" ins Auge sprangen, wie der Kolumbianer via Twitter verlauten ließ.

Auch Benfica ist Favorit

Auf die (zu) leichte Schulter sollte der neue portugiesische Meister die Partie allerdings nicht nehmen, Beispiele für Niederlagen westlicher Teams gegen russische oder ukrainische Mannschaften gibt es genug.

Ebenso optimistisch kann Benfica Lissabon ins Rückspiel gegen den PSV Eindhoven gehen.

Nach einem starken 4:1 im heimischen Estadio da Luz müssen die "Adler" ihren Vorsprung nun beim niederländischen Traditionsverein von Ex-Schalke-Trainer Fred Rutten verteidigen.

Braga mit der schwersten Aufgabe

Benfica-Coach Jorge Jesus warnt dennoch vor verfrühter Euphorie und Müßiggang: "Im Fußball ist alles möglich."

Den historischen Triumph perfekt machen könnte Sporting Braga, aktuell Tabellendritter in der portugiesischen Liga hinter Porto und Benfica.

Allerdings hat der Provinzklub aus dem Nordwesten der iberischen Halbinsel das schwerste Rückspiel vor der Brust.

Schewtschenko fällt aus

Nach einem 1:1 bei Dynamo Kiew und dem wichtigen Auswärtstreffer empfängt das Team von Jose Paciencia Domingos Oliveira die Ukrainer im eigenen "Felsenstadion".

Ein Handicap für die Gäste ist der Ausfall von Superstar Andrej Schewtschenko, der im Hinspiel bereits 15 Minuten nach seiner Einwechslung mit Gelb-Rot vom Platz flog.

Schon der Einzug ins Viertelfinale bedeutete für Braga den Höhepunkt in der Vereinsgeschichte - entsprechend locker geht der dritte portugiesische Verein, dem ein 0:0 zum Weiterkommen genügen würde, ins Rückspiel.

Villarreal fast durch

Sollte nun auch noch der FC Villarreal den überzeugenden 5:1-Heimerfolg über Twente Enschede in Holland über die Ziellinie retten, wäre das rein iberische Halbfinale in der Europa League perfekt.

Allerdings kassierte das "Gelbe U-Boot" am Sonntag im Liga-Derby gegen den FC Valencia eine 0:5-Klatsche.

Solch eine Schmach soll im Rückspiel gegen Twente natürlich nicht passieren:

"Wir müssen uns deutlich steigern. Sollten wir das noch aus der Hand geben, wäre dies ein schwer zu verdauender Schlag für uns", so der Weckruf von Mittelfeldspieler Santi Cazorla an sein Team.

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