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Trainer Villas-Boas wird auf Händen getragen, Torjäger Falcao (r.) freut sich © imago

Portos Matchwinner Falcao und Trainer Villas-Boas stellen Rekorde auf - und sind im Blickfeld anderer großer europäischer Vereine.

Von Thorsten Mesch

München/Dublin - Der Held des Abends blieb ganz bescheiden.

"Dieser Triumph ist toll und es ist fantastisch für mich, dass ich das Siegtor erzielt habe, aber das alles war nur möglich durch die harte Arbeit des ganzen Teams", sagte Radamel Falcao nach dem 1:0 (1:0) des FC Porto im rein portugiesischen Europa-League-Finale gegen Sporting Braga (Spielbericht).

Nur durch die "sehr starke Gemeinschaft" sei es möglich gewesen, "unseren Traum zu verwirklichen, den wir seit Beginn der Saison hatten", erklärte der Kolumbianer, der Porto mit seinem Kopfball in den Winkel den Sieg bescherte 406463(DIASHOW: Das Finale).

"Ich werde dieses Tor niemals vergessen. Es war ein wunderbarer Moment", sagte der 25-Jährige. "Nachdem ich getroffen hatte, wollte ich alle umarmen. Die Fans, die Menschen in meiner Heimat Kolumbien und meine Familie, von denen einige hier im Stadion waren."

Matchwinner Falcao heiß auf Champions League

Vor 45.391 Zuschauern in der nicht ganz ausverkauften Dublin Arena wurde der FC Porto seiner Favoritenrolle gerecht und feierte den insgesamt vierten Europapokalsieg und den ersten seit dem Gewinn der Champions League im Jahr 2004.

Falcao verbesserte mit seinem 17. Treffer die alte europäische Bestmarke von Jürgen Klinsmann um zwei Tore. "Der Rekord ist schön, aber wichtiger ist der Erfolg der Mannschaft", meinte der Torjäger, der zuletzt von mehreren Vereinen umworben wurde.

"Natürlich könnte es sein, dass ich eines Tages in einer anderen Liga spiele. Aber jetzt möchte ich diesen Augenblick genießen und in der nächsten Saison mit Porto in der Champions League spielen."

Auch Trainer Villas-Boas stellt Rekord auf

Vater des Erfolgs der "Dragoes" ("Drachen") ist Andre Villas-Boas.

Er ist seit Mittwochabend der jüngste Trainer, der jemals einen Europapokal gewonnen hat (DATENCENTER: Europa League). Diesen Rekord hatte bisher der Italiener Gianluca Vialli inne, der 1998 im Alter von 33 Jahren und 308 Tagen mit dem FC Chelsea den Europapokal der Pokalsieger gewann.

Villas-Boas war am Mittwoch 33 Jahre und 213 Tage alt.

Am Sonntag im Pokalfinale gegen Vitoria Guimaraes kann er in seiner ersten Saison als Chefcoach seinen vierten Titel nach dem portugiesischen Supercup, der Meisterschaft und der Europa League gewinnen.

Weggefährte von Mourinho, Fan von Guardiola

Derart erfolgreich war zuletzt Jose Mourinho, der 2003 das Triple aus Meisterschaft, Pokal und UEFA-Cup nach Porto holte.

Villas-Boas gehörte damals zu Mourinhos Stab. Er folgte dem Starcoach 2004 zum FC Chelsea nach London und assistierte ihm auch von 2008 bis 2009 bei Inter Mailand.

"Ich widme diesen Titel meinem technischen Stab, den Spielern und den Fans des FC Porto", sagte Villas-Boas nach dem Triumph in Dublin. "Aber ich möchte mich auch bei Pep Guardiola und Jose Mourinho bedanken. Er hat mich in den Profifußball eingeführt und ihm möchte ich den Erfolg widmen."

Gedenken an "Mentor" Sir Bobby Robson

Schließlich erinnerte Villas-Boas, der Guardiolas Arbeit beim FC Barcelona bewundert, an einen Mann, der in seiner Karriere eine "entscheidende" Rolle gespielt habe: Sir Bobby Robson.

"Ich habe mich nicht von ihm verabschieden können", sagte der 33-Jährige über den im Juli 2009 verstorbenen Engländer, der acht Jahre Nationalcoach der "Three Lions" war und von 1994 bis 1996 in Porto auf der Bank saß.

1994 lernten sich der damals 16-Jährige Villas-Boas und der Startrainer zunächst als Nachbarn kennen.

"Bobby sprach mit mir über Taktik, dann nahm er mich zum Training mit", erinnerte sich Villas-Boas, der im Oktober 2009 seinen ersten Job als Chefcoach bei Academica Coimbra annahm, den portugiesischen Erstligisten vor dem Abstieg rettete und dann zum FC Porto zurückkehrte.

Bei Chelsea, Juventus und AS Rom im Gespräch

Seine erfolgreiche Arbeit sprach sich schnell herum, längst steht er bei anderen Vereinen auf der Wunschliste und wurde mit Chelsea, Juventus Turin und AS Rom in Verbindung gebracht.

"Meine Ablösesumme ist sehr, sehr hoch", sagte Villas-Boas. Das Interesse großer Klubs zeige, "wie stark die Marke FC Porto" sei. "Und darauf bin ich sehr stolz ."

Auch der FC Porto kann stolz sein auf seine Erfolgsgaranten: Radamel Falcao und Andre Villas-Boas.

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