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Hoffen auf das Rückspiel: Der Ausgleich für die Rumänen traf die Mainzer mitten ins Herz © getty

Mainz patzt gleich im ersten Pflichtspiel gegen Medias. "Es fehlt noch an der Stimmung in der Mannschaft", moniert Bungert.

Mainz - Kritische Töne statt "Boygroup reloaded":

Nach dem misslungenen Auftakt der Europa-Tournee hat Verteidiger Niko Bungert vor einem Fehlstart des FSV Mainz 05 in die Bundesliga-Saison gewarnt.

"Es fehlt noch an der Abstimmung und an der Stimmung in der Mannschaft insgesamt. Wir müssen den Willen haben, 90 Minuten Leidenschaft auf den Platz zu bringen", sagte Torschütze Bungert nach dem enttäuschenden 1:1 (1:0) der Rheinhessen im Hinspiel der dritten Qualifikationsrunde in der Europa League gegen CS Gaz Metan Medias aus Rumänien.

Erfolgsstart der letzten Saison undenkbar

Einen wundersamen Auftakt wie in der vorigen Saison mit sieben Siegen in den ersten sieben Ligaspielen und dem nur knapp verpassten Bundesliga-Startrekord hält Bungert für undenkbar.

"Wir haben ganz andere Ziele und ganz andere Aufgaben", betonte der 24-Jährige und verweist auf die namhaften Abgänge:

"Diese Mannschaft hat nicht mehr viel mit der der letzten Saison zu tun."

Die erfolgreiche Ära "Boygroup" scheint in Mainz endgültig der Vergangenheit anzugehören.

Schon im ersten Pflichtspiel der Saison wurde der zu Bayer Leverkusen abgewanderte Nationalstürmer Andre Schürrle schmerzlich vermisst. Besonders seine Effizienz.

Symptomatisch, dass der einzige Treffer der Mainzer gegen den letztjährigen Siebten der rumänischen Liga aus einer Standardsituation resultierte.

"Wir dürfen nicht in große Enttäuschung verfallen"

Trotz der durchwachsenen Ausgangsposition für das Rückspiel am 4. August (19 Uhr/LIVE im TV auf SPORT1) in Siebenbürgen wollte FSV-Präsident Harald Strutz nicht schwarzmalen.

"Natürlich war das Gegentor ein Stich ins Herz. Aber wir dürfen nicht in große Enttäuschung verfallen", sagte Strutz mit Blick auf die nächste Pflichtnummer.

Am Sonntag muss der Fünfte der abgelaufenen Bundesliga-Spielzeit in der 1. DFB-Pokalrunde beim Oberligisten SVN Zweibrücken antreten.

Auch Trainer Thomas Tuchel, der die Anforderungen in der Saison 2011/2012 als "Herkulesaufgabe" bezeichnet, wollte nach dem verpatzten Auftritt in der nur halbvollen neuen Arena nicht den Stab über der Mannschaft brechen.

"Das Ergebnis fühlt sich bitter an. Aber zur Halbzeit steht es jetzt 1:1. Wir trauen es uns absolut zu, in die nächste Runde einzuziehen", erklärte der 38-Jährige nach einem Spiel der vergebenen (Tor-)Chancen.

Leistungen der Neuzugänge stimmen positiv

Positiv stimmen dürften Tuchel die Leistungen seiner Neuverpflichtungen.

Besonders die in der Startelf stehenden Zdenek Pospech, Zoltan Stieber und Anthony Ujah deuteten an, dass sie durchaus Verstärkungen für die Mainzer sein können.

Bezeichnend, dass der starke Mittelfeldspieler Stieber, für 1,5 Millionen Euro von Alemannia Aachen geholt, den Führungstreffer von Bungert per Freistoß (31.) vorbereitete.

Der aus Kopenhagen gekommene Tscheche Pospech hat als linker Verteidiger offenbar das Potenzial, den wie Lewis Holtby nach Schalke gewechselten Österreicher Christian Fuchs zu ersetzen.

Eingewöhnung an das neue Stadion

Auch der erst 20-jährige Nigerianer Ujah erspielte sich als einzige Mainzer Spitze viele Chancen - nutzte sie aber nicht.

Gewöhnen müssen sich die Mainzer wohl auch noch an ihre neue Arena, die urbaner daherkommt als das gemütliche Stadion am Bruchweg.

Für die Zuschauerzahl von nur 15.759 hatte Manager Christan Heidel gleich zwei Erklärungen parat:

"Es ist noch Urlaubszeit. Außerdem haben sich beim Namen unseres Gegners wohl einige gefragt, ob man das essen kann", witzelte Heidel.

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