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Im Hinspiel vergaben die Mainzer (hier Andres Ivanschitz) eine große Chance zum 2:0 © dpa Picture Alliance

Im Rückspiel gegen Medias benötigt Mainz mehr Treffsicherheit als bisher. Sonst droht ein Eintrag in die Geschichsbücher.

Von Björn Seitner und Annette Bachert

München/Medias - Mit Anpfiff des Qualifikations-Rückspiels gegen CS Gaz Metan Medias (ab 19 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und ab 18.45 Uhr im LIVE-TICKER) ist Mainz ausgeschieden.

Glücklicherweise haben die "05er" ganze 90 Minuten Zeit, diesen Umstand zu ändern und endgültig in die Europa League einzuziehen.

"Da es ein Spiel im K.o.-System ist, haben wir eine Niederlage natürlich schon im Hinterkopf", gibt Maxim Choupo-Moting bei SPORT1 zu.

Doch der FSV-Stürmer verwirft den Gedanken schnell wieder: "Damit wollen wir uns aber nicht beschäftigen. Wir waren im Hinspiel klar die bessere Mannschaft. Wir sind die bessere Mannschaft. Wenn jeder versucht, das Beste aus sich herauszuholen, dann werden wir auf jeden Fall gewinnen."

Mainz siegessicher und "gut vorbereitet"

Im Hinspiel haperte es bei den Mainzern vor allem an der Chancenverwertung. Nur ein 1:1 (Bericht) gelang dem Team von THomas Tuchel im heimischen Stadion.

Nun steht man mit dem Rücken zur Wand. Da bleibt nur die Hoffnung, dass diesmal aus 27 Torschüssen mehr als nur ein Treffer hervorgehen. "Wir haben im Trainingslager hart auf diese Spiele hingearbeitet und sind gut vorbereitet", sagt Nikolce Noveski.

Der Torschütze aus dem Hinspiel, Niko Bungert, moniert die "mangelnde Kaltschnäuzigkeit. Wir müssen uns mit Toren belohnen, damit wir uns eher den Mund abputzen können. Nach dem 1:1 wurde doch alles schlecht geredet."

"Jetzt geht es darum, unsere Leistung auf dem Platz zu bringen. Und ich bin sicher, dass uns das gelingt", erklärt der Mainzer-Kapitän Noveski, wohlwissend, dass seine Mannschaft in Rumänien mindestens ein Tor erzielen muss.

[kaltura id="0_pxukjx68" class="full_size" title="Mainz 05 auf Mission Europa"]

"Müssen voll reinhauen"

Malik Fathi kann dem Druck immerhin auch etwas Positives abgewinnen: "Glück im Unglück ist, dass wir voll reinhauen müssen", so seine einfache Vorgabe.

"Das Hinspiel und der DFB-Pokal sind nicht so über die Bühne gegangen, wie wir uns das erhofft haben. Aber das sind Dinge, die schweißen auch zusammen" - der Teamgeist bei den Europa-Neulingen stimmt also.

"Aber es ist nicht so einfach, einen Gegner aus Europa kurz mit 5:1 nach Hause schicken", sagt Keeper Christian Wetklo dem "kicker".

Das weiß auch Tuchel, der gegen den rumänischen Erstligisten offensiv dennoch nichts überstürzen will.

Er wisse um die Offensivstärke Medias' und werde deshalb "ganz sicher nicht von der ersten Minute unsere offensivste Aufstellung aufs Feld schicken."

Kann sich Wetklo empfehlen?

Sicher ist, dass Fabian Schönheim, Deniz Yilmaz und Radoslav Zabavnik jedenfalls nicht auflaufen werden - sie sind gar nicht erst mit nach Rumänien geflogen.

Und der Platz zwischen Pfosten ist schon vergeben. Wie bereits im Hinspiel wird Wetklo im Mainzer Kasten stehen und Konkurrent Heinz Müller wird erneut auf der Bank Platz nehmen.

Für den 31-jährigen Wetklo wird es vor allem darum gehen, sich für die kommenden Partien in der Bundesliga zu empfehlen. Eine Entscheidung in der Torhüter-Frage für den Liga-Start am Sonntag ist noch nicht gefallen.

Ujah soll"s wohl richten

Ansonsten macht Taktik-Fuchs Tuchel ein Geheimnis um die Startaufstellung. Die Neuzugänge Zoltan Stieber und Anthony Ujah könnten aber eine weitere Chance bekommen.

Stieber, bester Mann des Hinspiels, braucht laut Tuchel "viel Zuspruch und Geduld". Im Zusammenspiel mit Ujah und und dem leicht angeschlagenen Zdenek Pospech lief es bisher allerdings wie geschmiert.

Und das sollte dem Ungar doch das nötige Selbstvertrauen für eine erneute Top-Leistung geben.

Auch Ujah überzeugte beim Remis gegen Medias und wird wohl in der ersten Elf stehen. Für den Coach ein "Vollblutstürmer, der in vorderster Linie eingesetzt wird". Und genau so einen Stürmer braucht Mainz, denn ohne Tore ist das Gastspiel in der Europa League für den Bundesligisten bereits nach zwei Auftritten wieder beendet.

Kaum vergleichbare Pleiten

Und mit dieser historischen Pleite möchte bei den "05ern" nun wirklich niemand in die Geschichtsbücher eingehen.

Denn noch nie ist eine deutsche Mannschaft in UEFA-Cup- oder Europa-League-Qualifikation gescheitert.

Vergleichbare Niederlagen gab es nur in der Qualifikation zur Champions League.

Zuletzt musste Schalke 04 in der K.o.-Runde 2008 gegen Atletico Madrid die Segel streichen. Auch Borussia Dortmund 2003 und den TSV 1860 München 2000 ereilte das gleiche Schicksal.

Will das Tuchel-Team also noch weitere Auftritte auf europäischer Bühne erleben und damit vorerst nicht in die Geschichte eingehen, müssen Tore her.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

CS Gaz Metan Medias: Plesca - Zaharia, Trtovac, Akaky, Parvulescu - Breeveld, Todea - Munteanu, Hoban, Petre - Bawab

FSV Mainz 05: Wetklo - Bungert, Svensson, Noveski, Pospech - Polanski, Soto - Risse, Ivanschitz, Stieber - Ujah

Schiedsrichter: Bognar (Ungarn)

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