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Mainz 05 scheidet in der Europa-League-Qualifikation gegen Gaz Metan Medias aus © imago

Nach dem Europa-League-Aus gegen Metan Medias ist die Enttäuschung bei Mainz riesig. Tuchel hadert mit der Chancenverwertung.

Von Olaf Mehlhose

München - Die Enttäuschung war Thomas Tuchel anzusehen.

Nach dem Mainz 05 in der Qualifikation zur Europa League im Elmeterschießen (Video) mit 4:5 (1:1, 0:0, 3:4) am rumänischen Team Gaz Metan Medias gescheitert war (Video), machte der Coach des Bundesligisten auch nach der Partie noch einen angeschlagenen Eindruck. (SPIELBERICHT: Gaz Metan Medias - Mainz 05)

"Wir müssen lernen, damit umzugehen. Das ist extrem bitter, weil wir in beiden Spielen ein großes Chancenplus hatten", sagte Tuchel (Video) bei SPORT1.

Sein Team habe es aber verpasst, "den Sack zuzumachen, deshalb sind wir letztlich selbst schuld daran, weil wir es auf das Elfmeterschießen haben ankommen lassen, und das ist eben immer Lotterie."

"Wir ärgern uns wie verrückt"

Auch bei seinen Spielern herrschte nach dem unglücklichen Ausscheiden Fassungslosigkeit (Stimmen).

"Wir hatten in zwei Spielen ungefähr 40:2 Torchancen und bekommen das Ding nicht über die Linie. Wahnsinn, unglücklich", zürnte Verteidiger Niko Bungert: "Wir ärgern uns wie verrückt. Es tut wahnsinnig weh. Wir müssen jetzt versuchen, in der Bundesliga die Kurve zu kriegen."

Allerdings machten sich die Mainzer das Leben durch viele Ballverluste im Mittelfeld von Beginn an selber schwer.

"Rein spielerisch haben mir die ersten 20 Minuten nicht gut gefallen", bestätigte Tuchel: "Kurioserweise schießen wir in dieser Phase das Tor." Marcel Risse (31.) erzielte nach tollem Zuspiel von Bo Svensson den Führungstreffer für die Mainzer.

Matchwinner Bawab

Doch wie bereits im Hinspiel traf der Jordanier Thaer Bawab (62.) für Medias und brachte sein Team so ins Spiel zurück.

Zusammen mit Keeper Razvan Plesca, der seine starke Vorstellung mit zwei gehaltenen Strafstößen krönte, war der Angreifer beim Außenseiter der gefeierte Mann.

[kaltura id="quiz" class="full_size" title="Mainz ist raus "]

Bawab war es auch vorbehalten, nach Sotos Fehlschuss den entscheidenden Elfmeter zu versenken.

Tuchel vermisst Zielstrebigkeit

Tuchel haderte insbesondere mit der Chancenverwertung seines Teams, vor allem in der Extra-Spielzeit, in der Mainz gegen die entkräfteten Rumänen in Überzahl agierte, habe sein Team die letzte Zielstrebigkeit vermissen lassen.

"Wir hatten hatten drei hundertprozentige Torchancen", bilanzierte der 37-Jährige: "Da müssen wir die nötige Konsequenz entwickeln. Tore sind nun mal das, was so ein Spiel maßgeblich beeinflusst. Anders bekommen wir keine Ruhe rein."

Stieber schmerzlich vermisst

Für Unruhe sorgte der Mainzer Trainer allerdings selbst. Die Maßnahme, Julian Baumgartlinger den Vorzug vor Neuzugang Zoltan Stieber zahlte sich rückblickend nicht aus.

Der Ungar, der sowohl im Hinspiel und im DFB-Pokal einer der besten Mainzer gewesen war, fehlte an allen Ecken und Enden. Baumgartlinger wirkte zwar bemüht, konnte aber keine Akzente setzen.

Der Österreicher war aber bei Weitem nicht der einzige Akteur beim FSV, der unter Normalform agierte. Von seinen Mitspielern war ebenfalls keiner in der Lage, das Spiel an sich zu reißen.

So spielten sich die Gäste über die gesamte Spielzeit nur wenige Torchancen heraus. Die Pleite war letzten Endes nicht unverdient.

Schwere Aufgabe zum Auftakt

Tuchel war ganz froh darüber, dass das nächste Pflichtspiel schon in Kürze ansteht: "Ich glaube, es ist ganz gut, dass es am Sonntag eine neue Chance gibt. Wir brauchen jetzt ein ordentliches Heimspiel, einen guten Start."

Allerdings steht seinem Team zum Bundesliga-Auftakt eine denkbar schwere Aufgabe bevor.

Mit Bayer Leverkusen gastiert der Vize-Meister des vergangenen Jahres in der neugeschaffenen Coface Arena.

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