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Raul erzielte bislang 14 Bundesliga-Treffer für Schalke 04 © getty

Rauls Abschied rückt näher. Die Begründungen für sein Fehlen in Helsinki sind vielfältig. Es gibt wohl neue Interessenten.

Von Andreas Kloo

München/Helsinki - Eine ganze Saison lang hat Schalke für diese Chance gekämpft und sich mit dem Erfolg im DFB-Pokal das Ticket für die Europa League gesichert.

Nun steht der erste Auftritt auf internationaler Bühne in dieser Spielzeit an. Doch vor dem Hinspiel bei HJK Helsinki (ab 18.25 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER) dreht sich alles nur um einen Spieler, der gar nicht mit in den hohen Norden flog: Stürmerstar Raul.

Sein Fehlen im Helsinki-Kader macht überdeutlich, dass Rauls Tage auf Schalke gezählt sind.

Mit einem Einsatz in der Europa League gegen Helsinki wäre der Angreifer für potentielle Käufer nicht mehr interessant, da er dann in der restlichen Saison im Europacup nicht mehr spielberechtigt wäre.

Vorbereitung gestört

Sportdirektor Horst Heldt behauptet zwar, dass es sich um eine "rein sportliche Entscheidung" handle. Doch schon die Begründungen für diese Entscheidung wecken Zweifel.

Hieß es zunächst, der Kunstrasen würde den alternden Knochen des 34-Jährigen Probleme bereiten, sagt Trainer Ralf Rangnick nun: "Ein Grund ist natürlich auch, dass eine Vorbereitung auf solch ein Spiel immer Ruhe braucht und die hatte er nicht."

Die Gespräche über das Blackburn-Angebot hätten also Rauls Konzentration gestört.

Interesse von PSG?

"Da haben wir betont, dass wir ihn nicht abgeben wollen", berichtete Horst Heldt über diese Gespräche. Letztlich hängt es aber wohl nur von der Qualität des Angebots ab, ob Raul bleibt oder geht.

Der spanischen Zeitung "As" zufolge" gibt es mit Paris St. Germain bereits einen neuen Interessenten. Die "Bild" bringt derweil Besiktas Istanbul als mögliche Anlaufstelle ins Gespräch.

"Ich habe davon noch nichts gehört, uns liegt auch derzeit keine weitere Anfrage für Raul vor", kommentierte Heldt diese Meldung.

[kaltura id="0_o4z5m2al" class="full_size" title="Der Superstar bleibt daheim"]

Heldt will zeitnahes Gespräch

Gleichzeitig kündigt er aber auch an: "Wir werden zeitnah des persönliche Gespräch mit Raul suchen, um zu erfahren, was der Spieler will".

Sollte der langjährige spanische Nationalspieler wirklich gehen wollen, würde man ihm laut Heldt auf Schalke bei einem passenden Angebot keine Steine in den Weg legen wollen, "da es keinen Sinn mache, unzufriedene Spieler zu halten".

Und dass Raul auf Schalke unzufrieden ist, ist nicht überzusehen.

"Einer von elf Spielern"

Zwischen ihm und Trainer Ralf Rangnick herrscht mittlerweile totale Funkstille. Während "König" Raul unter Felix Magath noch Sonderrechte erhielt, muss er sich unter dem aktuellen Coach unterordnen.

"Raul ist einer von elf Spielern", betonte Rangnick zuletzt.

Das spiegelt sich auch im taktischen System wieder. Der Rekordtorschütze der Champions League soll hinter Angreifer Klaas-Jan Huntelaar agieren und viel mit nach hinten arbeiten.

Geldstrafe für den Superstar

Dass Raul diese Behandlung seitens Rangnicks nicht passt, machte er mehrfach deutlich. Eine Wahl in den Mannschaftsrat lehnte er ab. Einem offiziellen Fototermin blieb er fern.

Rangnick soll darauf laut "Bild" mit einer fünfstelligen Geldstrafe reagiert haben.

Seit dieser "Majestätsbeleidigung" herrscht endgültig Eiszeit zwischen Spieler und Trainer.

Willkommene Gehaltseinsparung

Die Schalker Führung wird es nicht öffentlich zugeben, aber ein Abgang Rauls käme dem Klub auch aus wirtschaftlicher Sicht durchaus gelegen. Trotz der Einnahmen aus der Champions League (40 Millionen Euro) und dem Neuer-Transfer (22 Millionen) sind die Schalker weiterhin verschuldet.

Mit Raul könnte man den Krösus von der Gehaltsliste streichen. Laut "Bild" kassiert der dreifache Champions-League-Sieger sechs Millionen Euro, eine Hälfte zahlt Real, die andere Schalke.

Die aktuelle Schalker Führungsriege würde Raul also wohl nicht viele Tränen nachweinen - ganz im Gegenteil zu Ex-Coach Magath.

"Ich würde schon hoffen, dass er weiter in dieser Liga auf Torejagd geht", wünscht sich der Wolfsburg-Trainer.

Es wird wohl bei einem frommen Wunsch bleiben.

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Helsinki: Wallen - Kansikas, Lindström, Fowler, Mannström - Ojala, Pukki, Zenell, Sorsa - Sadik, Pelvas - Trainer: Muurinen.

Schalke: Fährmann - Uchida, Papadopoulos, Höwedes, Höger - Matip, Holtby - Moravek, Jurado, Draxler - Huntelaar - Trainer: Rangnick.

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