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Jan Schlaudraff (u.) kam 2008 vom FC Bayern München nach Hannover © getty

Jan Schlaudraffs Rückkehr ins Rampenlicht bei 96 erreicht in der Europa-League-Quali gegen Sevilla einen vorläufigen Höhepunkt.

Hannover - Als der Jubel der begeisterten Fans verhallt war und das Schulterklopfen der Mitspieler aufgehört hatte, wurde Jan Schlaudraff plötzlich nachdenklich.

"Das vergangene Jahr war keine einfache Zeit für mich persönlich. Doch jetzt bin ich froh, dass ich gesund bin, und deswegen hoffe ich, dass es jetzt so weiter geht", sagte der 28-Jährige.

Das wünschen sich alle bei Hannover 96, denn der Ausnahmetechniker könnte den Niedersachsen mit seinen beiden Weltklassetoren zum 2:1 (2:1)-Triumph gegen den FC Sevilla (Bericht) bereits den Weg in die Gruppenphase der Europa League geebnet haben (442930DIASHOW: Bilder des Spiels).

Vom Auslaufmodel zum Helden

Mit Außenristschüssen wie aus dem Lehrbuch in der 6. und 45. Minute war es der Ex-Nationalspieler, der beim grandiosen Europacup-Comeback der Norddeutschen nach 19 Jahren Abstinenz den Unterschied ausmachte.

Eine geradezu märchenhafte Entwicklung, denn noch vor knapp einem Jahr war der einstige Bayern-Star an der Leine nicht mehr als ein überteuertes Auslaufmodell gewesen. (DATENCENTER: Europa League)

"Schlaudraff spielt nie mehr für uns. Er hatte seine Chance, es hat keinen Sinn", hatte der mächtige Klubboss Martin Kind seinerzeit gepoltert.

"Sevilla muss kommen"

Schlaudraff galt als lauffaul und nicht integrierbar, nur weil es keine Interessenten gab, blieb er auf der Gehaltsliste der "Roten" die Nummer eins mit einem geschätzten Grundgehalt von 125.000 Euro.

Dank einer guten und verletzungsfreien Vorbereitung ist Schlaudraff zum auch intern anerkannten Führungsspieler gereift, beim Rückspiel in Andalusien wird viel auf ihn ankommen.

"Wir haben die gute Ausgangsposition, dass Sevilla kommen muss", sagt der ballgewandte Stürmer, bei dessen Auswechslung in der 75. Minute sich wohl jeder der 43.500 Zuschauer von seinem Sitz erhob und Beifall spendete.

Trochowski unauffällig

Der neue Liebling der Fans gewann so ganz nebenbei auch das Duell gegen den Ex-Hamburger Piotr Trochowski, der für seinen neuen Arbeitgeber das erste Pflichtspiel bestritt.

Der gebürtige Pole agierte eher unauffällig, sieht jedoch die Chancen aufs Weiterkommen für die Spanier nach wie vor intakt.

"Wir müssen nur die Fehler abstellen, dann haben wir gerade zu Hause die Qualität, ein solches Spiel zu gewinnen. Und wir sollten zu null spielen", meinte der Mittelfeldspieler.

Slomka mit gutem Gefühl

Zwar verhinderte Sevillas Routinier Frederic Kanoute mit seinem Treffer in der 37. Minute das Wunschergebnis der 96er, dennoch wird Trainer Mirko Slomka mit einem guten Gefühl zum Rückspiel reisen.

"Wir fahren da mit Selbstvertrauen hin und wollen dort erneut Werbung für Hannover 96 machen."

Zieler bestätigt Nominierung

Dies wird möglicherweise in Zukunft häufiger auch Ron-Robert Zieler tun, der am Tag nach einer erneut starken Leistung als dritter Torwart für die beiden Länderspiele am 2. September in Gelsenkirchen gegen Österreich sowie am 6. September in Danzig gegen Polen nominiert wurde.

Doch zuvor wird sich der 22-Jährige im Stadion Ramon Sanchez Pizjuan erneut auf der internationalen Bühne beweisen müssen.

Und dort, so meinte zumindest Sevillas Coach Marcelino Garcia Toral, wird man den Gegner mit einer stärkeren Leistung erleben: "Diesmal fielen die Tore gegen uns in psychologisch schwierigen Momenten. Das wird nicht noch einmal passieren."

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