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Will mit 96 gegen Sevilla in die Euro-League-Gruppenphase: Christian Pander (r.) © dpa Picture Alliance

Nach dem Hinspiel-Sieg fühlt sich 96 gut gerüstet für das Duell in Sevilla. Schmadtke gibt sich bei SPORT1 ganz cool.

Sevilla - Der Vorsprung ist klein, das Selbstvertrauen bei Hannover 96 jedoch umso größer: (DATENCENTER: Europa League)

"Wir haben eine gute Basis geschaffen im Hinspiel und nun die Möglichkeit, Konter zu fahren - das liegt uns", sagt Manager Jörg Schmadtke bei SPORT1 - und bekennt: "Es fühlt sich an wie ein Finale, weil es um die Gruppenphase geht".

Trotz ihres 2:1-Erfolgs im Hinspiel (Nachbericht) sind die Niedersachsen am Donnerstag (ab 20.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und ab 20.30 Uhr im LIVE-TICKER) beim FC Sevilla aber weiterhin Außenseiter.

Doch diese Rolle nehmen sie gerne an.

Slomka glaubt an zwei Auswärtstore

"Wir machen zwei Auswärtstore, und damit ist gut", sagt Trainer Mirko Slomka mit einem Augenzwinkern, aber durchaus auch kämpferisch.

Mittelfeldspieler Sergio Pinto meint dazu: "Die Spanier müssen kommen und dann können wir genau das spielen, was wir immer so gern spielen."

Beim ersten wirklichen Europa-Auswärtsspiel seit fast 42 Jahren können die Norddeutschen Geschichte schreiben, der erste und bis heute einzige Auswärtssieg liegt sogar noch ein Jahr länger zurück.

1992: Pech gegen Werder

1992 hatte man bekanntlich das Pech, in der ersten Runde des Pokalsieger-Wettbewerbs ausgerechnet auf Cupverteidiger Werder Bremen zu treffen.

Historische Reminiszenzen, die auch Coach Slomka nicht unbeeindruckt lassen: "Wenn ich hier nicht Trainer wäre, dann wäre ich jetzt auch als Zuschauer zu dem Spiel geflogen."

2000 Hannover-Fans in Sevilla

Und als der Sonderflug X3 6296 am Mittwochmittag in Hannover-Langenhagen abhob, war die taktische Marschroute der Roten klar.

"Es wird für uns Möglichkeiten geben. Irgendwann muss bei Sevilla ja mal jemand was machen, dann bieten sich die Chancen für Konter", glaubt Slomka, dessen Mannschaft in Andalusien von rund 2000 96-Fans unterstützt werden wird.

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Keine Angst vor der Hitze

Nach mittlerweile fünf Pflichtspielen sind die Hannoveraner immer noch ungeschlagen und wenn diese Erfolgsserie in Sevilla fortgesetzt werden kann, profitieren auch die Spieler vom sportlichen Erfolg:

600.000 Euro gehen an das Team, falls die lukrative Gruppenphase der Europa League erreicht werden sollte.

Die Angst vor der spanischen Hitze spielt in den Köpfen der 96-Verantwortlichen zwar eine Rolle, nicht aber die entscheidende: "Wir haben im Moment auch hierzulande hohe Temperaturen", so Schmadtke bei SPORT1.

Eis-Handtücher im Hexenkessel

Helfen, bei über 30 Grad einen kühlen Kopf zu bewahren, sollen in der Halbzeitpause eisgekühlte Handtücher. Auch sonst droht den 96ern im Stadion Ramon Sanchez Pizjuan ein Hexenkessel - was Slomka aber "eher motivierend" findet.

Zumal die 96-Profis - ungeachtet des späten 1:1 zuletzt gegen Hertha BSC (Bericht) - in dieser Saison ohnehin noch unbesiegt sind.

"Unsere Mannschaft hat gezeigt, dass wir gegen große Gegner mithalten können", so Mittelfeldmann Manuel Schmiedebach.

Sevilla ohne Spielpraxis

Was für die Niedersachsen ein Riesenerfolg wäre, ist für die Spanier eigentlich eine Pflichtaufgabe:

Aber dem zweimaligen UEFA-Pokalsieger fehlt die Spielpraxis, nachdem der geplante Auftakt der Primera Division am vergangenen Wochenende mit dem Sevilla-Derby gegen Real Betis wegen eines Spielerstreiks ausfiel.

Schon im Hinspiel war dem FC Sevilla gerade vor dem Seitenwechsel anzumerken, dass man bis dato nur trainiert und lediglich acht Testpartien absolviert hatte. (442930DIASHOW: Bilder des Spiels).

Trochowski auf der Hut

"Wir haben nur schwer ins Spiel gefunden und sind erst in der zweiten Halbzeit aufgewacht. Wir wissen jetzt aber wie Hannover spielt und sind vorbereitet", meint der Ex-Hamburger Piotr Trochowski, in der Sommerpause zum Uefa-Cup-Sieger von 2006 und 2007 gewechselt.

Trochowski ist optimistisch, die Hinspiel-Niederlage noch wettmachen zu können:

"In Hannover haben zwei dumme Aktionen zu den Gegentoren geführt. Eigentlich ist die Sache doch ganz einfach: "Wir müssen nur ein Tor schießen und dürfen keins bekommen, dann sind wir weiter", so der WM-Dritte von 2010.

Ya Konan Joker - Schlaudraff gesetzt

Um dieses Szenario zu verhindern, dürfte Slomka auf seine erfolgreich eingespielte Stammformation setzen. Mit der Option, Torjäger Didier Ya Konan einzuwechseln, wenn der aktuelle Spielstand es erfordert.

Die Hoffnungen ruhen aber vor allem auf Jan Schlaudraff, der im Hinspiel zweimal traf und zum Matchwinner avancierte (Bericht).

Voraussichtliche Aufstellungen:

Sevilla: Palop - Coke Andujar, Spahic, Escude, Fernando Navarro - Fazio - Trochowski - Jesus Navas, Perotti - Negredo, KanouteTrainer: Garcia Toral

Hannover: Zieler - Cherundolo, Haggui, Pogatetz, Schulz - Schmiedebach, Pinto - Stindl, Rausch - Abdellaoue, SchlaudraffTrainer: Slomka.

Schiedsrichter: Serge Gumienny (Belgien)

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