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Christian Fuchs kam über Bochum und Mainz zu Schalke © getty

Der Schalker Abwehrspieler spricht bei SPORT1 über die entscheidende Europa-League-Partie gegen Helsinki und die Personalie Raul.

Von Thorsten Mesch

München/Gelsenkirchen - Schalke droht der Super-GAU: das Aus in der Europa League, bevor diese richtig begonnen hat.

Nach dem 0:2 im Hinspiel bei HJK Helsinki (BERICHT: Blamage in Finnland) müssen die Königsblauen vor heimischer Kulisse mindestens drei Tore schießen, um in die Gruppenphase einzuziehen.

Ein Scheitern wäre laut Sportdirektor Horst Heldt nichts weniger als eine "Katastrophe ".

Gegen den Spitzenreiter

Doch die Schalker wollen sich gar nicht erst mit diesem "Worst Case" beschäftigen und gehen selbstbewusst in die Partie gegen den Tabellenführer der finnischen Liga (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) .

"Wir können vor eigenem Publikum drei, vier oder fünf Tore schießen", sagt Trainer Ralf Rangnick. Auch im Umfeld des Klubs herrscht Zuversicht. "Ich traue es den Schalkern zu, das 0:2 in der regulären Spielzeit aufzuholen und in der Verlängerung zu gewinnen", meint S04-Idol Olaf Thon bei SPORT1.

Mainz-Sieg als gutes Omen

Beim Auswärtssieg in Mainz zeigten die Gelsenkirchener bereits, dass sie ein 0:2 gar innerhalb von 45 Minuten drehen können. (BERICHT: Euro-Versager als Stehaufmännchen)

Dabei gelang auch Christian Fuchs ein Tor. Der Neuzugang aus Mainz war im Hinspiel gesperrt und freut sich nun auf die Herausforderung, den Bock gegen die Finnen noch umzustoßen (DATENCENTER: Europa League).

"Wir sind alle motiviert bis in die Haarspitzen, um die Gruppenphase zu erreichen", verspricht der österreichische Nationalspieler im SPORT1-Interview. Außerdem zeigt sich der Ex-Mainzer beeindruckt von seinem neuen Verein und erleichtert über das Ende der Raul-Posse.

SPORT1: Herr Fuchs, wie haben Sie sich auf Schalke eingelebt?

Christian Fuchs: Ich kann wirklich sagen, ich habe mich in kurzer Zeit hier sehr gut eingelebt. Ich bin super aufgenommen worden von den Spielern, den Mitarbeitern des Vereins und den Fans, so dass ich mich von Beginn an sehr wohl gefühlt habe.

[kaltura id="0_lgiogon0" class="full_size" title="Auf nach Europa Schalke"]

SPORT1: Was ist bei Schalke 04 anders als bei ihren vorherigen Stationen?

Fuchs: Hier ist alles eine Nummer größer als in den Vereine für die ich vorher gespielt habe, Schalke ist etwas ganz besonderes. Die Menschen hier hängen mit einem solchen Herzblut an diesem Verein, das fasziniert einen schon sehr. Es macht mich natürlich stolz, nun für so einen großen Traditionsverein spielen zu dürfen.

SPORT1: Sie sind einer der neuen Spieler in einer Mannschaft, die immer noch im Umbruch ist. Wie sehen Sie den Entwicklungsstand des Teams?

Fuchs: Wir brauchen natürlich eine gewisse Zeit, um uns aufeinander einzuspielen, zusammen zu wachsen und die Spielphilosophie des Trainers zu verinnerlichen. Aber ich bin mit Blick auf die Saison sehr positiv gestimmt. Wir haben eine gute Mischung aus erfahrenen Spielern und jungen Talenten, zudem stimmt die Moral und der Teamgeist, was man bei der Aufholjagd in Mainz in der zweiten Halbzeit sehen konnte.

SPORT1: Welche Rolle spielt es für die Perspektive, dass sich Raul jetzt zum Verein bekannt hat?

Fuchs: Auch die Mannschaft hat die mediale Diskussion um Raul in den letzten Wochen mitbekommen, deshalb ist es gut, dass das Thema nun beendet ist. Zudem ist Raul natürlich ein wichtiger Spieler, der wertvoll für die Mannschaft ist.

SPORT1: Wie bringt Raul sich - auch wenn die Kommunikation vielleicht nicht ganz so einfach ist - in der Mannschaft ein?

Fuchs: Raul ist ein echter Superstar in unserem Geschäft, trotzdem ist er ein bodenständiger Zeitgenosse geblieben. Er hat ungeheuer viel Erfahrung, strahlt Ruhe aus und verleiht gerade jungen Spielern mit seiner Routine Sicherheit.

SPORT1: Sie haben nach dem 4:2 in Mainz die Moral der Mannschaft hervorgehoben. Glauben Sie, dass der Erfolg einen Extra-Schub für das Rückspiel gegen Helsinki gibt?

Fuchs: Natürlich hat uns dieser Erfolg neues Selbstvertrauen gegeben, denn wir haben bewiesen, dass wir in der Lage sind, ein Spiel komplett zu drehen. Das schafft man nur, wenn man als Team fest zusammen hält.

SPORT1: Was lief im Hinspiel falsch, wie sehen Sie die Chancen aufs Weiterkommen nach dem 0:2 in Finnland und freuen Sie sich besonders auf ihr Europapokal-Debüt für Schalke?

Fuchs: Ich freue mich sehr auf mein Europapokal-Debüt mit Schalke, besonders weil es vor heimischer Kulisse stattfindet und ich mir sicher bin, dass die Fans alles geben werden. Da ich im Hinspiel aufgrund meiner Sperre leider nicht dabei war, fällt mir eine Beurteilung aus der Ferne natürlich schwerer, aber was das Rückspiel betrifft, sind wir alle motiviert bis in die Haarspitzen, um die Gruppenphase zu erreichen.

SPORT1: Das nächste Bundesliga-Heimspiel ist ein Spitzenspiel: Es geht gegen den überraschenden Tabellenführer Mönchengladbach. Was für eine Partie erwarten Sie und wovor müssen Sie sich besonders in Acht nehmen?

Fuchs: Gedanklich beschäftigen wir uns jetzt erst mal mit dem Spiel gegen Helsinki, ab Freitag stellen wir uns dann auf unsere Partie gegen Gladbach ein. Ich denke, man kann ein spannendes Spiel erwarten, gegen einen hervorragend gestarteten Gegner. So einen Start hat vermutlich niemand erwartet nach dem "Beinahe-Abstieg" der letzten Saison, deshalb sollten wir gewarnt sein.

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