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Huntelaar (r.) erzielte vier Tore per Fuß, Papadopoulos traf mit einem Kopfball © getty

Schalke merzt die Schlappe aus dem Hinspiel gegen Helsinki eindrucksvoll aus. Der Niederländer ist mit vier Toren Mann des Abends.

Gelsenkirchen - Huntelaar, immer wieder Klaas-Jan Huntelaar: Eine Vier-Tore-Show des niederländischen Nationalstürmers hat Schalke 04 nach den Champions-League-Festwochen in der Vorsaison immerhin ein Gastspiel auf der kleineren europäischen Fußball-Bühne beschert (DATENCENTER: Europa League).

Nach dem blamablen 0:2 im Hinspiel fegte Huntelaar HJK Helsinki beim 6:1 (2:1) quasi im Alleingang aus der Schalker Arena und führte Schalke zum höchsten Europapokalsieg der Vereinsgeschichte.

Mit seinen Europapokaltoren 23 bis 26 sicherte der überragende Angreifer, der in dieser Saison nun zwölf Pflichtspieltore erzielt hat, dem DFB-Pokal-Sieger Millioneneinnahmen - und bewahrte die Bundesliga vor einer Peinlichkeit.

Draxler setzt den Schlusspunkt

Der omnipräsente Huntelaar traf zweimal per Elfmeter (15./49.) und zweimal aus dem Spiel heraus (25./63.), die weiteren Tore für am Ende berauschte Schalker erzielten Kyriakos Papadopoulos (57.) und Julian Draxler (82).

"Wir haben 6:1 gewonnen, das ist das Wichtigste", gab sich Huntelaar bescheiden, ergänzte aber verschmitzt: "Wenn du vier Tore machst, bist du Matchwinner, glaube ich."

Für die bedauernswerten Gäste, die Schalke aber lange vor große Probleme gestellt hatten, traf Teemo Pukki (20.) 445821(DIASHOW: Die Playoff-Rückspiele).

Rangnick bremst Euphorie

"In den ersten 20 Minuten habe ich schon ein wenig gezweifelt, das war teilweise abenteuerlich", ließ Trainer Ralf rangnick wegen der schwachen Defensivleistung zu Beginn zu große Euphorie vermissen.

"Richtig gut waren wir erst in der zweiten Halbzeit. In der Bundesliga dürfen wir uns in der Defensive so nicht verhalten", mahnte der Coach.

Helsinki deckt Schalkes Schwächen auf

Wer erwartet hatte, dass Schalke sich von Anfang an im Handballstil die Bälle am Strafraum des finnischen Rekordmeisters zupassen können würde, sah sich vor allem in der ersten Halbzeit eines Besseren belehrt: Die Offensivakzente kamen zunächst von den Gästen.

[kaltura id="0_soi0edyh" class="full_size" title="96 wirft Sevilla raus"]

Pukki, mit seinen zwei Toren der Held des Hinspiels, stand schon in der ersten Minute allein vor Torhüter Ralf Fährmann, schob den Ball aber Richtung Eckfahne.

Königsblau im Glück

Es war symptomatisch für den Spielverlauf, Schalker Ballverluste führten immer wieder zu Blitzangriffen Helsinkis. Sebastian Sorsa (8.) vergab zunächst die beste Chance, die Gastgeber zu einem bedingungslosen Sturmlauf zu zwingen.

Auch danach ließ sich HJK hin und wieder in Tornähe blicken - fast jeder der Angriffe mündete in eine Riesenchance.

Führung durch Strafstoß

Die Schludrigkeit der Gäste wurde bestraft, kurz nachdem Schalke endlich die Kontrolle übernommen hatte.

Weltstar Raul war im Strafraum gefoult worden, Huntelaar verwandelte den folgenden Elfmeter zu seinem neunten Pflichtspieltor der Saison. Weitere sollten folgen.

Farfan sehr stark

Ein absolut belebendes Element im Spiel des Pokal-Siegers war auch Startelf-Rückkehrer Jefferson Farfan, der auf der rechten Angriffsseite reihenweise Eckbälle herausholte, die aber von den Kollegen nicht an den Mann gebracht wurden.

Das rächte sich, als Pukki nach einem Geniestreich und einem doppelten Doppelpass den Ausgleich erzielte. Nur Sekunden zuvor hatte er eine weitere Großchance ausgelassen.

Raul spielt mit Turban

Raul, in der zweiten Hälfte nach einem schmerzhaften Zusammenprall "Turbanträger", ordnete das Angriffsspiel, ließ aber auch erkennen, dass er nicht mehr der Schnellste ist - so in der Szene, bei der er gleich mit zwei Kollegen von der Mittellinie aus auf das gegnerische Tor zulief - es wurde nichts daraus.

Das machte aber nichts, denn Schalke hatte den Mann des Spiels in seinen Reihen: Huntelaar machte es jederzeit besser, immer wenn er den Ball bekam, brannte es lichterloh bei den Finnen.

"Es ist schön, einen solchen Knipser zu haben", meinte Mittelfeldspieler Lewis Holtby.

Höherer Sieg möglich

Der Niederländer hätte sogar noch weitere Tore erzielen können, die Kraft der Gäste war spätestens nach 60 Minuten erschöpft.

Immerhin reichte sie aber bis zum Schluss zu gelegentlichen Kontern - zumeist über den technisch und körperlich unglaublich starken Pukki, der wohl auch größere Vereine schmücken würde.

Bester Schalker war neben Huntelaar Farfan, der unter anderem den zweiten Elfmeter herausholte.

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