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Mohammed Abdellaoue wechselte 2010 von Valerenga IF zu Hannover 96 © getty

Mohammed Abdellaoue spricht bei SPORT1 über das Spiel in Kopenhagen, seine Tore und seinen "100-Millionen-Euro"-Marktwert.

Von Christian Paschwitz

München - Mohammed Abdellaoue trifft in dieser Saison fast nach Belieben.

Auch im Rückspiel in der Europa League beim FC Kopenhagen (ab 18.45 Uhr im LIVE-TICKER) soll Hannovers Torjäger die Niedersachsen zum Sieg schießen (DATENCENTER: Europa League).

Abdellaoue warnt jedoch vor zu viel Optimismus.

"Wir haben erst den vierten Spieltag in der Gruppenphase der Europa League. In Kopenhagen wird noch gar nichts entschieden. Selbst wenn wir gewinnen, sind wir noch nicht weiter", betont der 26-jährige Norweger.

Im SPORT1-Interview spricht Abdellaoue über das Europa-League-Duell, seinen "100-Millionen-Euro"-Marktwert und Jörn Andersen.

SPORT1: Herr Abdellaoue, Hannover 96 hat zuletzt Borussia Dortmund und den FC Bayern geschlagen, aber in Köln und Gladbach gepatzt und gegen Kellerkind Augsburg Federn gelassen. Wie erklären Sie sich dieses Auf und Ab?

Mohammed Abdellaoue: Ich würde jetzt angesichts ihrer Ergebnisse in dieser Saison in Köln und Mönchengladbach nicht von leichten Gegnern reden. Die gibt es in der Bundesliga ohnehin nicht. Für uns ist jedes Spiel eine große Herausforderung. Und um Gegner wie Dortmund, Bremen oder Bayern zu schlagen, müssen wir jedes Mal an die Grenze gehen.

SPORT1: Bei der Heimpleite im Pokal gegen Mainz wirkte das Team überspielt. Ist dem tatsächlich so?

Abdellaoue: Ihre Einschätzung kann ich nicht teilen. Gegen Mainz haben uns ja in den 120 Minuten nicht zum Ende hin die Kräfte verlassen. Im Gegenteil: Wir haben schlecht angefangen und uns danach gesteigert. Die Kräfte oder ein "überspielt sein" haben in dieser Begegnung keine Rolle gespielt.

SPORT1: Auf was für eine Partie stellen Sie sich in Kopenhagen ein gegen einen Kontrahenten, gegen den 96 im Hinspiel den Sieg im letzten Moment noch weggeschmissen hat?

Abdellaoue: Langsam, langsam - wir haben nichts weggeschmissen. Der FC Kopenhagen hat als dänischer Serienmeister in den vergangenen Jahren regelmäßig in der Champions League gespielt. Das ist eine richtig gute Mannschaft mit internationaler Erfahrung. Denen reicht, wie eben in dem Spiel in Hannover, zum Ende hin noch ein guter Angriff, um ein Tor zu erzielen.

SPORT1: Wie groß ist die Sorge, in eine Abwärtsspirale zu geraten? Am Sonntag geht es schließlich auch gegen den FC Schalke 04?.

Abdellaoue: In der Bundesliga haben wir zuletzt zu Hause hintereinander den Deutschen Meister Borussia Dortmund, den Tabellenvierten Werder Bremen und den Spitzenreiter FC Bayern geschlagen. Und natürlich wollen wir am Sonntag auch Schalke besiegen, aber erstmal ist Kopenhagen wichtig.

SPORT1: Allein sieben Tore in acht Liga-Partien, dazu zwei in der Europa League: Sie treffen mit links und rechts, volley und vom Elfmeterpunkt. Erklären Sie uns doch einmal bitte das Geheimnis Ihrer Vielseitigkeit?

Abdellaoue: Immer wieder trainieren, locker bleiben und dann in den Spielen ganz konzentriert auf die Chance hinarbeiten: Sie wird kommen. Das ist die Mentalität eines Stürmers. Aber im Training muss ich mir die Sicherheit durch viele Abschlüsse und zusätzliche Übungen holen, um dann auch im Spiel zu treffen.

SPORT1: Es verwundert wenig, dass andere Vereine ein Auge auf Sie geworfen haben. Wie sehr fühlen Sie sich geschmeichelt, dass offenbar auch die Bayern an Ihnen interessiert sind?

Abdellaoue: Ich halte mich ganz gerne an Fakten: Mein Vertrag hier in Hannover läuft bis zum 30. Juni 2014. Damit ist alles gesagt.

SPORT1: Klubchef Martin Kind sagte kürzlich, Sie seien unverkäuflich und 100 Millionen Euro wert. Wird Ihnen da nicht schwindlig?

Abdellaoue: Das war doch nur ein Spaß. Es ist kein Problem für mich als Mensch und Spieler. Die 100 Millionen waren in Norwegen ein großes Thema und entsprechend haben die Medien darüber berichtet. Da es inzwischen eine ganze Reihe von Norwegern in der Bundesliga gibt, interessieren nun auch solche Geschichten.

SPORT1: Denken Sie denn wenigstens ab und an über den Namen Jörn Andersen nach? Womöglich beerben Sie ihn als norwegischer Torschützenkönig?

Abdellaoue: Jörn Andersen war ein toller Stürmer, der in der Bundesliga fast 70 Tore, wenn ich es richtig weiß, erzielt hat. Wir reden also über eine herausragende Marke. Ich will bei 96 weiter Leistung bringen und mit meinen Toren der Mannschaft helfen. Wie viele es am Ende sein werden, ist nicht entscheidend.

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