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Schalke-Angreifer Klaas-Jan Huntelaar zog sich im Spiel gegen Larnaka einen doppelten Nasenbeinbruch zu © getty

Der Goalgetter zieht sich einen doppelten Nasenbeinbruch zu - hat aber Glück im Unglück. Sportlich hat Schalke beste Aussichten.

Von Olaf Mehlhose

München - Auf die Enttäuschung folgte der Schock.

Mit dem lustlosen Kick, den Schalke 04 beim torlosen Unentschieden (Spielbericht) gegen Außenseiter AEK Larnaka ablieferte, blamierte sich die Mannschaft von Huub Stevens vor 52.077 Zuschauern in der Schalker Arena bis auf die Knochen. (DATENCENTER: Europa League)

Durch das enttäuschende 0:0 gegen das zypriotische Team, das im Hinspiel noch mit 5:0 abgefertigt worden war, verpassten die Königsblauen die vorzeitige Qualifikation für die Runde der letzten 32.

Schwerer als die sportliche Pleite wog jedoch die Verletzung von Torjäger Klaas-Jan Huntelaar. 477383(DIASHOW: Der 4. Spieltag)

Nach einem Zusammenprall mit Teamkollege Joel Matip wurde der 28-Jährige, der gegen Larnaka anstelle des angeschlagenen Benedikt Höwedes erstmals die Kapitänsbinde tragen durfte, in der 82. Minute mit Verdacht auf einen Nasenbeinbruch ausgewechselt.

Von Seiten Schalkes wurde inzwischen bestätigt, dass Huntelaar einen doppelten Nasenbeinbruch erlitten habe. Der Holländer wurde noch am Abend operiert und verließ das Krankenhaus nach Mitternacht mit "höllischen Schmerzen".

Huntelaar will spielen

Huntelaar hofft jedoch weiterhin auf einen Einsatz im Bundesliga-Spiel gegen Europa-League-Konkurrent Hannover.

"Er will auch am Wochenende für seinen Klub spielen", berichtete Bondscoach Bert van Marwijk.

Der aktuell zweitbeste Torschütze der Bundesliga will es Michael Ballack gleichtun und mit einer speziell für ihn angefertigten Maske auflaufen.

Huntelaar hatte allem Anschein nach Glück im Unglück: Ein zwischenzeitlich befürchteter Jochbeinbruch bestätigte sich nicht. In diesem Fall wäre der Goalgetter, der in dieser Saison 21 Tore in 19 Pflichtspielen für Schalke erzielte, deutlich länger ausgefallen.

Heldt und Stevens hoffen

Auch die Verantwortlichen hoffen noch auf einen Einsatz des Top-Torjägers.

"Das war wirklich erschreckend und das i-Tüpfelchen auf diesem Abend", sagte Schalkes Sportchef Horst Heldt: "Die Nase sieht lädiert aus, aber wir werden alles unternehmen, dass er uns möglichst schnell wieder zur Verfügung steht."

Auch Stevens hatte sich nach der Partie noch optimistisch geäußert, dass sein "Knipser" gegen 96 dabei sein kann.

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K.o.-Runde in Reichweite

Zumindest sportlich hält sich der Schaden für die Stevens-Truppe allerdings in Grenzen.

Der ungeschlagene Tabellenführer der Gruppe J profitierte vom 4:2-Sieg von Steaua Bukarest gegen Maccabi Haifa und hat weiterhin beste Chancen, dass Erreichen der K.o.-Spiele aus eigener Kraft perfekt zu machen.

Mit einem weiteren Sieg aus den nächsten beiden Spielen wäre Schalke trotz des Punktverlusts gegen Larnaka nicht mehr von den ersten beiden Plätzen zu verdrängen.

Stevens ohne fünf

Die blamable Leistung gegen den Fußball-Zwerg aus Zypern muss sich allerdings auch Trainer Stevens ankreiden, der seine Elf im Vergleich zum Sieg gegen Hoffenheim am vergangenen Wochenende auf fünf Positionen umgestellt hatte.

Der Verzicht auf die Stammkräfte stellte sich rückblickend als das falsche Signal heraus.

Die zweite Garde, allen voran die enttäuschenden Jose Manuel Jurado und Ciprian Marica, genügte den Ansprüchen nicht - auch wenn nicht feststeht, ob sich die etablierten Spieler besser aus der Affäre gezogen hätten.

Starker Unerstall rettet Schalke

Einziger Lichtblick war an diesem trostlosen Abend in Schalke Torwart-Talent Lars Unnerstall.

Mit guten Paraden verhinderte der 21-jährige Schlussmann eine durchaus mögliche Niederlage.

In bisher sieben Spielen hat der Keeper erst zwei Gegentreffer kassiert. Konkurrent Timo Hildebrandt verbrachte den Abend hingegen erneut auf der Tribüne.

Wirklich freuen konnte sich Unnerstall über seine formidable Vorstellung allerdings nicht: "Ich hatte nicht geglaubt, so oft gegen Larnaka ins Eins-gegen-eins gehen zu müssen. Es darf in so einem Spiel aber eigentlich nicht sein, dass der beste Mann der Torwart ist."

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