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Lars Stindl (r.) bejubelt mit seinen Teamkollegen den Sieg gegen Kopenhagen © getty

Nach dem knappen 2:1-Sieg gegen Kopenhagen in der Europa League winkt die K.o.-Runde. Zunächst muss jedoch Schalke besiegt werden.

Kopenhagen - Lars Stindl war es sichtlich unangenehm, dass er plötzlich im Mittelpunkt stand.

Mit gesenktem Kopf war er schon unterwegs zum Mannschaftsbus und wollte gerade einsteigen, als er doch noch kehrt machte und sich den Fragen der wartenden Reporter stellte.

Immer wieder blickte der fleißige Mittelfeldspieler von Hannover 96 zu Boden, während er sein Traumtor zum 2:1 (0:0) beim FC Kopenhagen (Bericht) erklärte.

"Davon habe ich immer geträumt. Ich treffe den Ball sehr gut und sehe schon im Flug - das wird was", sagte der 23-Jährige. "Das war natürlich Freude pur."

Mit einem Schmunzeln fügte er noch hinzu: "Fünfmal habe ich auf das Tor geschossen, nur einmal getroffen - keine so gute Quote."

(DATENCENTER: Europa League)

Einzug in die K.o-Runde zum Greifen nah

Doch nachdem Stindl in der 74. Minute den Ball über den heranstürmenden Ragnar Sigurdsson gelupft hatte, saß sein anschließender Volleyschuss eben und schlug im rechten oberen Toreck ein.

Und so konnten sich die rund 10.000 mitgereisten Hannover-Fans nicht nur über diesen herrlichen Treffer freuen, sondern auch auf weitere Europa-Festtage im kommenden Jahr.

Die Tür zum Einzug in die K.o.-Runde in der Europa League steht nach dem Auswärtssieg jedenfalls einen großen Spalt offen.

"Es zählt nur das Weiterkommen"

Punktgleich mit Tabellenführer Standard Lüttich rangieren die 96er auf Platz zwei (jeweils acht Zähler) und haben den dänischen Meister bereits um vier Punkte distanziert.

Mit einem Sieg in Lüttich (30. November) stünde Hannover bereits als Gruppensieger fest.

"Für uns zählt nur das Weiterkommen, ob als Erster oder Zweiter ist Nebensache", sagte Christian Schulz. "Wir sind noch nicht ganz durch."

Zum Abschluss der Gruppenphase empfängt Hannover noch Schlusslicht Worskla Poltawa (15. Dezember).

Kurioser Spielverlauf

Die Erleichterung war den Spielern und Verantwortlichen des Bundesliga-Siebten nach einem kuriosen Spielverlauf im Parken-Stadion deutlich anzumerken.

Denn erst nach dem Gegentreffer durch Dame N'Doye (67.) besann sich 96 auf die eigenen Stärken - kompakte Verteidigung, Balleroberung und dann im höchsten Tempo nach vorn spielen. 477383(DIASHOW: Der 4. Europa-League-Spieltag)

"Vielleicht haben wir das Gegentor gebraucht", sagte Schulz. "Danach waren wir viel zielstrebiger, haben viel aggressiver nach vorne gespielt."

Logische Konsequenz waren der Ausgleich durch Jan Schlaudraff (71.) und der Treffer durch Stindl.

"Die Mannschaft hat Charakterstärke bewiesen", sagte Trainer Mirko Slomka mit Stolz in der Stimme.

Bengalische Feuer trüben die Stimmung

Kein Wunder, dass das Team nach dieser Leistung noch etliche Minuten nach Schlusspfiff von den mitgereisten Fans frenetisch gefeiert wurde.

"Das war absolut gigantisch und ist eigentlich nicht zu übertreffen", sagte Schlaudraff.

Nur einige unverbesserliche Anhänger, die mehrfach bengalische Feuer abbrannten, trübten die Stimmung etwas.

Als Wiederholungstäter hat Hannover jetzt von der Uefa eine empfindliche Geldstrafe zu erwarten.

Optimistisch ins Schalke-Spiel

Schlaudraff richtete unterdessen den Blick nach vorn - auf den Bundesliga-Hit am Sonntag gegen Schalke 04 (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER).

"Wir haben nur zwei Tage Pause, aber das sind wir ja jetzt gewohnt und haben es immer gut weggesteckt", sagte Schlaudraff. "Wir versuchen wieder an die Grenzen zu gehen."

Und Slomka, der in der Partie gegen seinen Ex-Klub besonders im Mittelpunkt stehen wird, meinte:

"Wir haben gezeigt, dass wir zulegen können und müssen keine Angst haben."

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