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Hannover 96 verlor bislang nur ein Spiel in der Europa League © getty

Hannover will gegen Brügge ins Achtelfinale vorstoßen, sorgt sich aber vor den Fans. Pogatetz hat Final-Träume.

Von Maik Rosner und Sven-Arne Görn

München/Hannover - Für Hannover 96 ist es das Spiel des Jahres. Doch die Niedersachsen müssen sich gegen den FC Brügge nicht nur mit dem belgischen Gegner, sondern auch mit 3.000 teils gewaltbereiten Fans auseinandersetzen, von denen nur 2.400 im Besitz einer Eintrittskarte sind.

"Das wird eine Plattform für Problemfans mit typischem Revier- und Platzhirschverhalten sein, ein besonderes Risikospiel", warnt Polizeidirektor Guido von Cyrson vor dem Hinspiel in der Runde der letzten 32 (ab 20.45 Uhr im LIVE-TICKER).

Ein Risikospiel also, das für Hannover 96 zugleich eine große Chance bereithält. (DATENCENTER: Europa League)

Zehn Millionen Euro Einnahmen

"Das hat für uns einen hohen Stellenwert, sowohl sportlich als auch wirtschaftlich", erklärt Präsident Martin Kind. "Wir sind heiß und wollen weiterkommen", ergänzt Kapitän Steven Cherundolo.

Mehr als zehn Millionen Euro darf der Verein schon jetzt an Einnahmen aus der Europa League einkalkulieren.

Kommt die Mannschaft von Trainer Mirko Slomka gar über die Zwischenrunde gegen Brügge hinaus, steigen auch die Prämien aus dem Vermarktungstopf weiter.

[kaltura id="0_tu34aas1" class="full_size" title="Daum stapelt tief"]

"Europa weiß, wo Hannover liegt"

Für die Spieler lohnt sich das Abenteuer Europa mit jeder weiteren Station ebenso. Weil die Gruppenphase erreicht wurde, durfte sich die Mannschaft bereits über einen Bonus von 600.000 Euro freuen.

Pro Runde sollen nun zwischen einer halben und einer Million Euro hinzukommen.

"Hinten raus wird's wieder mehr. Es lohnt sich für die Spieler", verspricht Kind. Mit Sportdirektor Jörg Schmadtke ist einschließlich Finale längst alles ausgehandelt. Er ist stolz auf die bisherigen Erfolge: "Mittlerweile weiß Europa, wo Hannover liegt."

Ohne Schulz und Ya Konan

Der Bekanntheitsgrad soll weiter steigen. Das K.o.-Duell gegen Brügge sei "ein bedeutsames Spiel für Verein und Mannschaft".

Und vor allem bei einem Einzug ins Achtelfinale werde es "einen riesigen Schub geben", hofft Schmadtke.

Doch dafür muss die Europacup-erfahrene Mannschaft von Trainer Christoph Daum bezwungen werden.

Mirko Slomka muss dabei auf Christian Schulz verzichten, der nach einem Hexenschuss noch nicht wieder fit ist. Auch Didier Ya Konan wird nach seiner verspäteten Rückkehr vom Afrika-Cup vom Trainer nicht eingeplant.

Daum: Hannover Favorit

"Hannover 96 ist der klare Favorit", hat Daum vor seiner Rückkehr nach Deutschland dennoch wissen lassen, die Mannschaft sei "ein gut organisiertes Team". Daum versteift sich bei SPORT1 sogar zu der Aussage: "Das Weiterkommen wäre eine Sensation."

Die schwierige personelle Lage Brügges ist einer der Gründe für die Tiefstapelei Daums.

Die Gäste mussten in der Winterpause Stürmer Dirar Nabil für etwa 7,5 Millionen Euro nach Monaco ziehen lassen und können auch nicht auf Bojan Jorgacevic zurückgreifen. Der Stammtorwart ist in der Europa League nicht spielberechtigt.

Slomka spricht dennoch von einer "Partie auf Augenhöhe". Brügge kommt jedenfalls mit der Empfehlung von zuletzt vier Liga-Siegen nach Hannover.

Pogatetz' Traumziel

Emanuel Pogatetz beeindruckt das wenig. "Mein Traum ist es, noch einmal im Endspiel zu stehen und dann zu gewinnen", sagt der Österreicher.

Pogatetz sitzt in der Bundesliga gerade eine Sperre ab, darf in Europa aber auflaufen und wird von Beginn an in der Innenverteidigung erwartet.

Mit dem FC Middlesbrough verlor Pogatetz 2006 im Finale des UEFA-Cups 0:4 gegen den FC Sevilla.

Nun hofft er auf den ganz großen Coup. Sein Traumziel heißt Finale in Bukarest am 9. Mai.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Hannover 96: Zieler - Cherundolo, Pogatetz, Haggui, Pander - Pinto, Stindl - Schlaudraff, Rausch - Diouf, Abdellaoue FC Brügge: Kujovic - Hoefkens, Donk, Figueras, Stenman - Zimling, van Acker, Vazquez - Meunier, Akpala, Refaelov

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