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Miroslav Klose (r.) wechselte 2011 vom FC Bayern München zu Lazio Rom © getty

Auch der DFB-Stürmer kann Roms Heimpleite gegen Atletico Madrid nicht abwenden. Bei ManCity gibt es einen Rassismus-Vorfall.

München - Als Miroslav Klose am Donnerstagabend müde und enttäuscht vom Rasen des Römer Olympiastadions trottete, dürfte Bundestrainer Joachim Löw mit seinem Stürmer gelitten haben.

Das 1:3 von Kloses Lazio im Hinspiel der Runde der letzten 32 in der Europa League gegen Atletico Madrid (Bericht) war für Löw aber trotzdem ein positives Ergebnis: Klose, auch mit 33 Jahren noch einer der wichtigsten Spieler in Löws EM-Planungen, dürfte sich im Vorfeld der EURO bald aufs Wesentliche konzentrieren können (DATENCENTER: Europa League).

Aus dem italienischen Pokal ist Lazio bereits ausgeschieden, im Europacup droht im Rückspiel am kommenden Donnerstag in Madrid dasselbe Schicksal.

Klose wird demnach bis zur Endrunde in Polen und der Ukraine (8. Juni bis 1. Juli) noch höchstens 16 Pflichtspiele für die Römer bestreiten. Für Löw ist das eine gute Nachricht, hatte Klose doch zuletzt öfter mit Muskelverletzungen zu kämpfen.

Klose per Abstauber

Dass Klose und Lazio fortan nur noch die Serie A im Kopf haben müssen, in der sie fünf Punkte hinter der Spitze Dritter sind, lag am wenigsten an dem früheren Bundesliga-Profi selbst.

Er hatte die Römer nämlich per Abstauber in Führung gebracht (19.) und das Stadio Olimpico wenigstens für einige Minuten vom Achtelfinale "träumen lassen", wie die Gazzetta dello Sport schrieb.

Doch Treffer von Adrian (25.) und Radamel Falcao (37., 63.) brachten dem Corriere dello Sport die Erkenntnis: "Klose allein reicht nicht!"

Der Angreifer sei aufgrund seiner Klasse in einem durchschnittlichen Team "isoliert", ergänzte das Blatt. Die Gazzetta gab Klose die Bestnote und lobte: "Immer wieder Klose. Er lässt Lazio strahlen."

Vernichtende Kritik an Lazio

Doch das war nicht genug, weil Rom nach Kloses 28. Europapokaltreffer (im 81. Spiel) gegen die Mannschaft des früheren Bremers und Wolfsburgers Diego "Selbstmord" beging, wie Tuttosport meinte: "Ein Team ohne jegliche Abwehr versinkt vor mächtigen Spaniern."

Coach Edy Reja machte indes auch die Abwesenheit einiger verletzter Spieler für die Niederlage verantwortlich. "Zudem waren wir nach den letzten Spielen müde", sagte er.

Lazio-Coach im Clinch mit Klub-Präsident

Die italienischen Sportblätter berichteten, dass Reja sich mal wieder im Clinch mit Präsident Claudio Lotito befinde, den er für den Spieler-Engpass verantwortlich mache. "Ich habe nicht einmal genug Spieler zum Auswechseln", soll Reja geklagt haben.

Mittelfeldspieler Matuzalem meinte aber, "dass die Verletzungen für uns keine Ausrede sein dürfen. Atletico hat einfach mehr Zusammenhalt bewiesen. Und wir sollten mal lernen, eine Führung zu verteidigen."

Rassismus-Vorfall beim FC Porto

Lernen - das sollte auch das Motto für einige Anhänger des FC Porto sein. Die sorgten im Europa-League-Spiel ihres Klubs gegen Manchester City (1:2) für einen weiteren Rassismus-Vorfall, als sie die dunkelhäutigen City-Profis Yaya Toure und Mario Balotelli mit Affengeräuschen verhöhnten.

Manchester hat den Vorfall bei der Europäischen Fußball-Union (UEFA) angezeigt. Er habe "etwas gehört", sagte Toure.

"Lieber in der Premier League"

Wegen dieser Vorkommnisse spiele er "lieber in der Premier League, weil sowas dort nie passiert", ergänzte er - wobei auf der Insel zuletzt die prominenten Profis John Terry und Luis Suarez ihre (dunkelhäutigen) Gegenspieler beleidigt haben (sollen).

Wie Toure hat auch Balotelli die Schmähungen wahrgenommen. Der italienische Nationalspieler war bereits mehrfach Opfer rassistischer Attacken.

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