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Christoph Metzelder wechselte 2010 von Real Madrid zum FC SChalke 04 © imago

Christoph Metzelder erklärt im SPORT1-Interview, warum die "Mini-Krise" beendet ist und blickt auf das Rückspiel gegen Pilsen.

Von Thorsten Langenbahn

Gelsenkirchen - Schalkes Innenverteidiger Christoph Metzelder überzeugte in seinem zehnten Einsatz in dieser Saison für den gesperrten Benedikt Höwedes.

"Für uns war es wichtig, aus dieser Mini-Krise der letzten zwei Wochen rauszukommen", sagte der Ersatz-Kapitän nach dem 4:0-Sieg gegen Wolfsburg (Nachbericht).

In der Europa League gegen Viktoria Pilsen droht dem 31-Jährigen am Donnerstag wieder die Bank. "Ich bin nur ein fleißiger Arbeiter im Weinberg des Herrn", nimmt der frühere Messdiener und gläubige Katholik sein Schicksal äußerlich gelassen hin (DATENCENTER: Europaleague).

Im SPORT1-Interview spricht Christoph Metzelder über das Rückspiel gegen Pilsen und verrät, warum die Jagd auf die Bayern eröffnet ist und Lars Unnerstalls Verletzung keinen Rückschlag bedeutet.

SPORT1: Herr Metzelder, wie erklären Sie sich die Leistungssteigerung beim 4:0 gegen Wolfsburg im Vergleich zu den letzten Spielen in Gladbach oder Pilsen?

Christoph Metzelder: Das ist halt die große Kunst, dass man Woche für Woche sein Maximum abruft. Für uns war es wichtig, aus dieser Mini-Krise der letzten zwei Wochen raus zu kommen und das haben wir gegen Wolfsburg eindrucksvoll, mit sehr viel Herz und Leidenschaft geschafft. Jetzt gilt es, auch im nächsten Wettbewerb und danach in München weiter dran zu bleiben.

SPORT1: Mit 50 Treffern hat Schalke nun wieder die beste Offensive der Liga. Macht das richtig Laune, wenn man von hinten sieht, was die Kollegen vorne veranstalten?

Metzelder: Das erleichtert natürlich auch unsere Arbeit in der Verteidigung ungemein. Wenn man wie gegen Wolfsburg relativ früh 2:0 führt, ist das eigene Selbstvertrauen groß, der Gegner ist entsprechend verunsichert. Das ist der große Unterschied zum letzten Jahr: Wenn man 20 oder 25 Tore mehr macht, das schlägt sich dann auch in Punkten nieder.

[kaltura id="0_qarnfg9b" class="full_size" title="Hildebrand Ich habe lange genug gewartet "]

SPORT1: Schalke ist nur noch einen Punkt hinter Bayern. Geht die Jagd jetzt richtig los?

Metzelder: Das sind schon entscheidende Wochen, nicht nur in der Europa League. Danach weiß man ein bisschen, wo die Reise hingeht. Zunächst haben wir uns nach hinten ein Polster verschafft. Das war wichtig.

SPORT1: Haben Sie sich als Ersatz-Kapitän für den gesperrten Benedikt Höwedes für Donnerstag im Rückspiel gegen Viktoria Pilsen vielleicht sogar in die Startelf gespielt?

Metzelder (grinst): Ich bin nur ein fleißiger Arbeiter im Weinberg des Herrn.

SPORT1: Wie schwierig ist es nun, sich nur auf Pilsen zu konzentrieren und nicht schon das Spiel bei den Bayern im Hinterkopf zu haben?

Metzelder: Der Vorteil ist, dass es ein K.o.-Spiel ist. Wie hat Louis van Gaal immer gesagt: Tod oder Gladiolen. Also Weiterkommen oder Ausscheiden. Das ist ein Wettbewerb, in dem man durchaus noch ein bisschen was erreichen kann. Letzte Saison haben wir wirklich wundervolle Europa-Pokal-Abende hier gehabt. Und das ist ein großer Ansporn, das weiterhin zu tun. Zum Spiel in München muss man nicht viel sagen.

SPORT1: Torhüter Lars Unnerstall fällt mit einer Schultereckgelenkssprengung aus. Kann Timo Hildebrand ihn gleichwertig ersetzen?

Metzelder: Auf jeden Fall. Timo hat eine große Erfahrung und hat auf höchstem Niveau gespielt, nicht nur in Deutschland. Er ist ein Spieler, den man in so einer Situation bedenkenlos reinwerfen kann. Bisher haben wir die Verletzungen immer gut kompensiert. Wir haben einen breiten Kader und viele Spieler, die das wirklich gut auffangen können.

SPORT1: Das 1:1 aus dem Hinspiel in Tschechien bietet eine gute Ausgangsposition, trotzdem lief dort nicht alles rund. Was muss im Rückspiel gegen Pilsen besser klappen?

SPORT1: Das Schöne ist ja, dass es wirklich ein anderes Spiel unter anderen Voraussetzungen ist. Gerade hier zu Hause sind wir immer in der Lage, ein Spiel zu drehen. Mit dem Tor durch Klaas (Jan Huntelaar, Anm. d. Red.) haben wir uns doch noch eine gute Ausgangsposition verschafft. Deswegen sind wir schon der Favorit in diesem Aufeinandertreffen, aber wir haben auch gesehen, dass es nicht einfach wird.

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