vergrößernverkleinern
Klaas-Jan Huntelaar (r.) wechselte 2010 vom AC Milan zu Schalke 04 © getty

Mit drei Treffern schießt der Torjäger Schalke ins Achtelfinale. Heldt warnt vor zu viel Abhängigkeit von Huntelaars Quote.

Aus Gelsenkirchen berichtet Thorsten Langenbahn

Gelsenkirchen ? Schalke, das steht für harte Maloche und ehrliche Arbeit.

Doch auf die Zusatzschicht vom Donnerstagabend gegen Viktoria Pilsen hätten die "Knappen" gerne verzichtet.

Nach 120 Minuten hatten es die Schalker Klaas-Jan Huntelaar und seinem Dreierpack (8., 106., 120.+1) zu verdanken, dass sie sich mit einem 3:1 für das Achtelfinale der Europa League qualifizierten. (Bericht: Dreierpack! Schalke dank Huntelaar weiter)

Der Niederländer schoss die Tschechen quasi im Alleingang ab, schon beim 1:1 im Hinspiel hatte er getroffen. 522514(DIASHOW: Das Sechzehntel-Finale)

Zur Belohnung geht es am 8. März zu Huntelaars Landsleute von Twente Enschede, nur 80 Kilometer Luftlinie von Gelsenkirchen entfernt. (DATENCENTER: Europaleague).

Huntelaar: "Müssen das besser ausspielen."

Dann müssen die Gelsenkirchener konsequenter auftreten, als in der zähen zweiten Halbzeit gegen Pilsen. "Wir sind weiter, das ist das Wichtigste", sagte Huntelaar.

Im zweiten Abschnitt hatte Schalke das 1:0 trotz halbstündiger Überzahl zu sehr verwaltet und unmittelbar vor Schluss den Ausgleich.

"Wir müssen das besser ausspielen, den Platz größer machen und mehr aufs zweite Tor spielen", erklärte Huntelaar, der die Chance zur Entscheidung in der regulären Spielzeit auf dem Fuß hatte. Allerdings knallte er den Ball in der 85. Minute aus zehn Metern über das Tor.

Solche vergebenen Chancen fuchsen einen Torjäger, im Spitzenspiel am Sonntag beim FC Bayern sollen die unbedingt rein.

(Bayern vs. Schalke bei "Doppelpack - Fußball-Analyse Live" am Sonntag, ab 16 Uhr im TV auf SPORT1)

Traumquote: 33 Treffer in 33 Spielen

Doch ein wahrer Malocher gibt nicht auf - und so wurde auch Huntelaar belohnt. "Man muss nur weitermachen", erklärte er, nachdem seine zwei Treffer in der Verlängerung die Entscheidung gebracht hatten.

[kaltura id="0_hcxdamhf" class="full_size" title="Huntelaar: Wir wollten kein Elfmeterschießen"]

Damit steigerte der "Hunter" seine sensationelle Quote noch weiter. Die liegt jetzt bei 33 Treffern in 33 Spielen, verteilt auf Liga (18), DFB- (5) und Europapokal (10).

"Das zeugt von absoluter Qualität, dass er sich nicht aus der Ruhe bringen lässt, auch wenn mal was nicht klappt", sagte Schalke-Sportdirektor Horst Heldt.

"Ich glaube, ich habe 34 Tore in 16 Jahren gemacht", meinte der frühere offensive Mittelfeldspieler.

Noch keine Vertragsgespräche

Doch Schalkes Manager warnte auch: "Wir können uns nicht nur auf einen verlassen und glauben, dass Klaas-Jan immer da ist. Er wird auch mal nicht treffen."

Huntelaars Vertrag läuft bis Juni 2013. Europas Top-Klubs haben den niederländischen Nationalstürmer längst wieder auf dem Zettel.

"Klar weckt das Begehrlichkeiten, aber ich glaube, der Spieler fühlt sich wohl", sagte Heldt. Gespräche über eine Vertragsverlängerung gab es jedoch noch nicht.

"Meine Aufgabe ist es, den richtigen Zeitpunkt zu finden", stellte der 42-Jährige fest.

Je mehr Treffer, desto teurer

Heldts Problem: Je besser Huntelaar trifft, desto teurer wird er für Schalke. Das macht den richtigen Zeitpunkt so schwierig. "Wir müssen den wirtschaftlichen Aspekt beachten", bestätigte Heldt.

"Ich konzentriere mich nur auf Schalke, ich habe noch anderthalb Jahre", erklärte Huntelaar. "Wenn es soweit ist, werde ich mich entscheiden."

Heldt hält einen Verbleib des Stars in Gelsenkirchen nicht für unmöglich. "Klaas-Jan hat signalisiert, dass er sich das vorstellen kann", sagte er.

Kein neuer Stand bei Raul

Eiliger hat es Heldt dagegen bei Huntelaars kongenialem Sturmpartner Raul, dessen Vertrag in vier Monaten ausläuft.

Noch im Februar sollten die Verhandlungen weitergehen, doch Heldt sagt: "Es gibt keinen neuen Stand."

Es habe keinen Sinneswandel gegeben, versicherte der Manager: "Wir wollen verlängern, er will das wahrscheinlich auch." Gemeinsam wolle man nun einen Termin finden.

Letztlich wird das Geld eine entscheidende Rolle spielen, ob Raul bleibt oder nicht. Rund sieben Millionen soll der spanische Superstar pro Saison verdienen.

Bei einer Vertragsverlängerung müsste der 34-Jährige deutliche Gehaltsabstriche in Kauf nehmen, nach Informationen der "Sport Bild" bis zu 40 Prozent.

Knipser-Duell mit Gomez

Für Huntelaar ist seine eigene Vertragssituation derzeit kein Thema. "Darüber brauche ich nicht nachzudenken", sagt der beste Torschütze der Liga vor dem Knipser-Duell mit Bayerns Mario Gomez.

"Ich will nur spielen, das mache ich am liebsten", meint der "Hunter". Da machen dann auch 30 Minuten Verlängerung nichts aus.

"Das war total unnötig und hat viel Kraft gekostet", sagte Schalke-Kapitän Benedikt Höwedes nach dem 3:1.

Nun richtet sich sein Blick auf den Kracher in München: "Beide Mannschaften wissen, worum es geht. Da ist es auch egal, ob Bayern in einer Krise steckt oder nicht."

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel