Stuttgart: Gegen den Trend und den verlorenen Sohn
Stuttgart - Es ist eine schlechte Tradition, die der VfB Stuttgart in den vergangenen Jahren eingeführt hat.
Der Start in die Saison ging trotz vieler guter Vorsätze regelmäßig daneben, noch vor Weihnachten war der Trainer weg.
Der aktuelle Coach Bruno Labbadia konnte das im Vorjahr verhindern, doch der Auftakt hat es in sich.
Die Schwaben spielen in der Bundesliga zunächst gegen den ambitionierten VfL Wolfsburg sowie gegen den FC Bayern München. ( DATENCENTER: Bundesliga)
Und schon "am Mittwoch geht es für uns richtig los", betont Sportdirektor Fredi Bobic nach dem gelungenen Pflichtspielauftakt beim Sechstligisten SV Falkensee-Finkenkrug (5:0).
Alter Bekannter als Hürde
Am Mittwoch (ab 18 Uhr im LIVE-TICKER) und am darauffolgenden Dienstag trifft der VfB nun auf Dynamo Moskau - und auf einen alten Bekannten:
Kevin Kuranyi, langjähriger Stuttgarter und Ex-Nationalspieler.
"Wir wollen in die Gruppenphase", sagt Trainer Bruno Labbadia wenig überraschend. (DATENCENTER: Europa-League-Quali)
Bobic merkt an, "dass wir den schwersten Gegner erwischt haben" - aber an seiner Zuversicht hat das nichts geändert.
"Wichtig für das Rennomee"
"Ich bin sehr optimistisch, dass wir das hinbekommen", sagt er. Und er vergisst nicht zu erwähnen:
"Das ist für das Renommee sehr wichtig, aber auch wirtschaftlich ein Punkt, den man bedenken muss. Das ist zusätzliches Geld, mit dem wir nicht geplant haben."
Moskau noch ohne Punkt
Dynamo Moskau scheint ein geeigneter Gegner zu sein. Nach fünf Niederlagen in fünf Saisonspielen ist die Mannschaft um Kapitän Kuranyi Letzter, und der Trainer bereits ausgetauscht.
"Schlimmer geht es nicht mehr. Das ist ein Albtraum!", sagt der frühere VfB-Profi vor seiner Rückkehr ins Schwabenland.
Und so hofft Kuranyi nun, "dass uns die Europa League auf andere Gedanken bringt. Aus jedem Abtraum wacht man ja mal auf und auch die schwärzeste Serie geht einmal zu Ende".
"Neue Impulse" durch Petrescu
Immerhin hat der 30-Jährige festgestellt, dass der neue Trainer Dan Petrescu, der am vergangenen Montag seine Arbeit aufgenommen hat, der Mannschaft "neue Impulse" gegeben hat.
Kuranyi freut sich trotz der verfahrenen Situation in der russischen Premier Liga auf eine "besondere Partie" in Stuttgart, wo er schon als 15-Jähriger und bis 2005 spielte.
Allerdings hat er unfreiwillig dem VfB erstmal großen Ärger bereitet. Bobic hat Zeter und Mordio geschrieen, weil das Rückspiel schon am Dienstag stattfindet.
Am Ende zeigte Wolfsburg mit dem ehemaligen Stuttgarter Trainer Felix Magath Größe und stimmte der Verlegung des Bundesliga-Auftaktspiels von Sonntag auf Samstagabend zu.
Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:
Stuttgart: Ulreich - Hoogland, Tasci, Niedermeier, Boka - Kvist, Gentner - Harnik, Hajnal, Okazaki - Ibisevic
Moskau: Schunin - Wilkshire, Fernandez, Rykow, Lomic - Semschow, Jusupow - Kokorin, Misimovic, Dzsudzsak - Kuranyi
Schiedsrichter: Collum (Schottland)