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Gotoku Sakai (r.) ist von Albirex Niigata an Stuttgart ausgeliehen © getty

Der VfB verliert gegen Molde. Trotzdem überstehen die Schwaben die Gruppenphase, weil Steaua in Kopenhagen punktet.

Stuttgart - Trotz einer schlechten Vorstellung hat der VfB Stuttgart für ein historisches deutsches Europapokal-Ergebnis gesorgt.

Die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia zitterte sich trotz eines 0:1 (0:1) gegen den norwegischen Meister Molde FK in die Zwischenrunde der Fußball-Europa-League, enttäuschte dabei aber maßlos. (DATENCENTER: Europa League)

Damit sind alle sieben Vertreter aus der Bundesliga nach der Vorrunde noch dabei und sorgen damit für einen Rekord in der Europapokalgeschichte.

Alle anderen sechs deutschen Vereine hatten die Gruppenphase in der Champions League oder Europa League bereits zuvor erfolgreich überstanden.

"Sehr schlecht gespielt"

Die insgesamt äußerst schwachen Stuttgarter, die zuletzt international noch mit zwei Siegen in Folge überzeugt hatten, hatte kurz vor der Pause Davy Claude Angan (45.+1) bestraft.

Nach dem Wechsel rannten die Schwaben vor 15.550 Zuschauern dann eher kopflos an, vergaben zahlreiche Chancen und hatten aber Glück, dass im Parallelspiel der FC Kopenhagen im Fernduell um das Zwischenrundenticket nicht gegen Gruppensieger Steaua Bukarest gewann (1:1). (648571DIASHOW: 6. Spieltag)

Nach dem Spiel wurden die Spieler trotzdem von den eigenen Fans ausgepfiffen.

"Wenn man verliert, ist das normal", sagte VfB-Sportdirektor Fredi Bobic: "Wir haben in der ersten Halbzeit sehr schlecht gespielt. Im zweiten Durchgang haben wir zu viele Chancen liegen gelassen. Wir hätten noch drei Stunden weiterspielen können und hätten nicht getroffen. Aber wir müssen uns den Mund abwischen und freuen uns jetzt über das Weiterkommen."

Stuttgart baut rasch ab

Dabei begann der VfB, der bereits am Samstagnachmittag in der Bundesliga auf Schalke 04 trifft, recht schwungvoll.

Gerade über die linke Seite mit dem gut aufgelegten Ibrahima Traore entstand sofort Gefahr für den norwegischen Meister, der kürzlich zum zweiten Mal in Folge den nationalen Titel gewonnen hatte.

Aber Stuttgart baute rasch ab. Die Elf von Ex-ManUnited-Star Ole Gunnar Solksjaer, seit dem 1:2 in der Europa League am 22. November in Kopenhagen ohne jedes Pflichtspiel, zeigte sich dagegen unbekümmert und spielfreudig.

Durch Jo Inge Berget (16.) besaß Molde, das keine Chance mehr auf das Erreichen der Zwischenrunde hatte, die zunächst beste Gelegenheit des Spiels. VfB-Torhüter Sven Ulreich musste dann auch bei einem Freistoß von Magnus Eikrem (24.) zupacken.

Viele Fehler vom VfB

Beim nachlassenden VfB schlichen sich mit zunehmender Spieldauer viele Fehler ein.

Das gesamte Defensivverhalten wirkte ohne den in der Bundesliga gesperrten und angeschlagenen Serdar Tasci unorganisiert und fahrig.

Die Stuttgarter boten viel zu viele Räume an. Zudem blieben große Torchancen lange aus.

Harnik für Torun

Die beste Gelegenheit vergab der für den früh verletzten Tunay Torun eingewechselte Martin Harnik (39.).

Der Österreicher, der in der 47. und 69. Minute weitere Möglichkeiten vergab, scheiterte aber an Molde-Keeper Espen Pettersen.

Angan machte es auf der anderen Seite nach einem Konter gegen die viel zu weit aufgerückte VfB-Elf besser.

"Ich habe mich in der Pause extrem geärgert, wir haben in der ersten Hälfte alles vermissen lassen", sagte Coach Labbadia nach der Niederlage: "Die zweite Hälfte war dann typisch, wenn du erst nicht konsequent bist und dann hinterherrennst."

Eklatante Schwächen im Abschluss

In der zweiten Hälfte machte der VfB zwar mehr Druck, offenbarte aber immer wieder eklatante Schwächen im Abschluss.

Allein Harnik hätte für die Gastgeber im zweiten Durchgang dreimal für den Ausgleich sorgen können, wenn nicht sogar müssen.

So aber mussten die Schwaben bis zum Schlusspfiff um das Ticket für die K.o.-Runde bangen.

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