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Kapitän Serdar Tasci (M.) spielt seit 1999 beim VfB Stuttgart © getty

Der letzte deutsche Teilnehmer in der Europa League macht gegen Lazio keinen Stich und bürdet sich eine Riesen-Hypothek auf.

Stuttgart - Der Bundesliga droht im Viertelfinale der Europa League nur noch die Zuschauerrolle.

Der VfB Stuttgart, letzter Vertreter aus Deutschland in diesem Wettbewerb, steht im Achtelfinale vor dem Aus (684717DIASHOW: Bilder de Spiels).

Die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia unterlag im Hinspiel gegen Lazio Rom zuhause nach einer enttäuschenden Vorstellung verdient mit 0:2 (0:1) und braucht am 14. März beim "Geisterspiel" in der italienischen Hauptstadt schon ein Fußball-Wunder - die UEFA hatte Lazio wegen rassistischer Vorfälle unter den Fans zu dieser Strafe verurteilt (DATENCENTER: Europa League).

"Wir wissen, dass wir an unseren Grenzen sind", musste Labbadia bekennen: "Vor allem von der Reife und der Abgezocktheit her war ein deutlicher Unterschied bemerkbar."

Ederson und Onazi treffen

Ederson hatte Lazio, das den Ausfall seines verletzten Torjägers Miroslav Klose gut kompensierte, in der 21. Minute in Führung gebracht.

Ogenyi Onazi erhöhte in der 56. Minute nach einem Alleingang auf 2:0 für die Römer, die in der Zwischenrunde schon Borussia Mönchengladbach ausgeschaltet hatten (3:3/2:0).

Insgsamt war der Tabellenfünfte der Serie A viel cleverer als der schwache VfB, dem spielerische Klasse und Entschlossenheit vor dem Tor fehlten.

Gehirnerschütterung bei Maxim

Zudem mussten die Schwaben eine böse Verletzung bei Alexandru Maxim hinnehmen.

Der 22-Jährige zog sich einen Nasenbeinbruch und eine Gehirnerschütterung zu.

Der Rumäne, der nach einem groben Foul des Brasilianers Hernanes (38.) ausgewechselt worden war, wurde noch am Donnerstag operiert und fehlt den Schwaben auf unbestimmte Zeit

Heimfluch hält an

Der VfB setzte seine magere Heimbilanz in der Europa League fort. Nur in den Playoffs (2:0 gegen Dynamo Moskau) hatte es einen Sieg zuhause gegeben.

Dass die Schwaben auswärts drei der bisherigen vier Partien gewannen, dürfte dem VfB angesichts der Ausgangslage auch nur minimal Hoffnung geben - zumal Lazio in der bisherigen Europacup-Saison in elf Spielen noch unbesiegt ist.

Der VfB, der zuletzt 1998 in ein Europapokal-Viertelfinale eingezogen war, hatte erhebliche Mühe, ins Spiel zu kommen. Lazio agierte abgeklärter, ohne dabei zunächst für Gefahr zu sorgen.

Die erste sehr gute Möglichkeit hatten die Stuttgarter. Doch einen Flugkopfball von Shinji Okazaki nach Flanke von Christian Gentner parierte Lazio-Keeper Federico Marchetti glänzend (16.).

Unglücksraben Kvist und Rüdiger

Kurz danach kam die kalte Dusche für den VfB. William Kvist ließ im Zweikampf an der Strafraumgrenze Ederson gewähren, der schloss mit einem satten Linksschuss unhaltbar für Sven Ulreich ab.

"Wir haben leider einen nicht so guten Tag erwischt, auch ich nicht", gab der später ausgewechselte Kvist zerknirscht zu.

Auch danach konnten die Gastgeber kaum Druck aufbauen, zu oft erlaubten sie sich in den entscheidenden Momenten Fehler.

Lazio wurde in der Defensive, abgesehen von einem weiteren Kopfball von Okazaki (41.), kaum vor Probleme gestellt. Die Römer hätten bei Kopfbällen von Lorik Caca (30.) und Ederson (41.) sogar erhöhen können.

Dies besorgte dann Onazi, der bei einem Alleingang die VfB-Defensive, vor allem den jungen Antonio Rüdiger, alt aussehen ließ.

Macheda bleibt völlig blass

Dem VfB, der auf den gesperrten Vedad Ibisevic sowie die angeschlagenen Daniel Didavi, Georg Niedermeier und Tunay Torun verzichten musste, fehlte auch in der Folge die Klasse, um Rom zusetzen zu können.

Im Angriff blieb der in Rom geborene Stürmer Federico Macheda, der Ibisevic ersetzte und erstmals in der Startelf stand, völlig blass. Auch aus dem Mittelfeld kam viel zu wenig - auch wenn Okazaki in der 63. Minute eine weitere gute Chance für die Stuttgarter auf dem Fuß hatte.

Zudem wurde es bei einer verunglückten Flanke von Tamas Hajnal (68.) und bei einem Kopfball von Kapitän Serdar Tasci (82.) noch einmal leidlich gefährlich.

Dass die Steigerung im Rückspiel gewaltig sein muss, wissen die Stuttgarter - und mühen sich in Zweckoptimismus.

"Das wird eine brutal schwierige Aufgabe, aber ich habe schon viel im Fußball erlebt", sagt Christian Gentner: "Mit einem frühen Tor und dem leeren Stadion kann man nie wissen, was passieren könnte."

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