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Torwart Federico Marchetti (li.) kam 2011 von Cagliari Calcio zu Lazio © getty

Nach der Niederlage in Istanbul droht den Römern das Aus. Die Verantwortlichen geben UEFA und Schiedsrichter die Schuld.

München/Istanbul - Die Vorgesetzten von Miroslav Klose hatten die Sündenböcke für das drohende Europacup-Aus schnell gefunden.

Trainer Vladimir Petkovic und Sportdirektor Igli Tare erhoben nach dem 0:2 (0:0) des zweimaligen italienischen Meisters Lazio Rom im Viertelfinal-Hinspiel der Europa League bei Fenerbahce Istanbul (Bericht) schwere Vorwürfe gegen die UEFA sowie Schiedsrichter William Collum (Schottland).

"Ich will nicht glauben, dass die UEFA gegen uns voreingenommen ist. Aber es ist schon komisch, dass wir bei unseren bisherigen fünf Spielen in den K.o.-Runden zwei Rote Karten und vier Elfmeter hinnehmen mussten", sagte Petkovic:

"Diese zwei Tore sind nicht nur Fenerbahces Verdienst. Hier haben wir keinen schönen Fußball, sondern nur einen beeinflussten Schiedsrichter gesehen." (DATENCENTER: Europa League)

Elfmeterpfiff erhitzt die Gemüter

Der Serie-A-Klub, der in den Runden zuvor Borussia Mönchengladbach und den VfB Stuttgart ausgeschaltet hatte, fühlt sich vor allem aufgrund eines Elfmeters benachteiligt. Der von Pierre Webo verwandelte Strafstoß nach einem Handspiel von Stefan Radu brachte die Römer in Rückstand (78.) - und in Rage. 697249(DIASHOW: Die Bilder des Viertelfinals)

"Offenkundig beeinflusst ein volles Stadion den Schiedsrichter. Wir werden das Heimspiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit spielen, doch unsere Tifosi werden sich vor dem Olympiastadion in Rom versammeln, um uns unterstützen. Wir werden die Aufholjagd versuchen", sagte der frühere Bundesliga-Profi Tare.

In der Tat lag Collum bei seiner Elfmeter-Entscheidung ganz offensichtlich falsch. Radu sprang der Ball bei einem Kopfball-Duell zwar tatsächlich an die Hand. Der Rumäne sah den Ball aber gar nicht und hätte außerdem aufgrund der kurzen Entfernung nicht mehr reagieren können.

Klose-Coach bleibt kämpferisch

Zudem mussten die Gäste nach der Gelb-Roten Karte gegen Ogenyi Onazi (47.) fast die komplette zweite Halbzeit in Unterzahl spielen.

Trotz der Entscheidungen gegen sein Team zeigte sich Petkovic mit Blick auf das Rückspiel kämpferisch: "Wir geben uns nicht geschlagen. Ich glaube noch an das Weiterkommen, in einer Woche kann sich vieles ändern. Fenerbahce ist nicht unbesiegbar", äußerte der Coach.

Klose, der nach seiner zweimonatigen Verletzungspause am vergangenen Samstag sein Comeback gefeiert hatte, war in Istanbul nur eine Randfigur. Der Stürmer war erst in der 72. Minute eingewechselt worden. "Klose hat noch nicht sein Topniveau - und man merkt es", schrieb die "Gazzetta dello Sport".

Der Nationalspieler soll dennoch am Montag im römischen Derby gegen den AS Rom von Beginn an auflaufen.

Spurs bangt um Bale

Wie Klose steht auch Lewis Holtby vor dem Europacup-K.o. Der Ex-Schalker, der in der 63. Minute ausgewechselt wurde, kam mit den Tottenham Hotspur nicht über ein 2:2 (1:2) gegen den Schweizer Meister FC Basel mit dem Deutschen Markus Steinhöfer hinaus.

Immerhin verhinderten die Spurs mit einer Leistungssteigerung eine noch schlechtere Ausgangsposition. In der ersten Halbzeit lagen sie durch einen Doppelschlag von Valentin Stocker (30.) und Fabian Frei (34.) schon mit 0:2 zurück - und hätten durch Stocker beinahe den dritten Treffer kassiert.

Größere Sorgen als das Ergebnis bereitet den Londonern aber die Knöchelverletzung von Starspieler Gareth Bale, der kurz vor Schluss vom Platz getragen wurde.

Am Freitag sollen genauere Untersuchungen zeigen, wie schwer der überragende Premier-League-Spieler dieser Saison verletzt ist.

Chelsea auf Kurs

Im Gegensatz zu Tottenham ist Stadtrivale FC Chelsea mit Marko Marin, der acht Minuten vor Spielende eingewechselt wurde, auf Halbfinalkurs. Der noch amtierende Champions-League-Sieger gewann 3:1 (2:1) gegen die Russen von Rubin Kasan.

Newcastle United muss als dritter verbliebener englischer Klub im Rückspiel ein 1:3 (1:1) gegen Benfica Lissabon wettmachen.

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