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Der FC Chelsea holte sich insgesamt vier Mal den englischen Meistertitel © imago

Die Blues stehen kurz vor dem Gewinn der Europa-League. Doch eigentlich dreht sich alles nur um den Real-Coach.

Basel/München - Jose Mourinho war nicht einmal in der Nähe und trotzdem im St. Jakobs Park allgegenwärtig.

Die mögliche Rückkehr des Startrainers zum FC Chelsea stellte sogar die Jagd der Londoner nach einem historischen Erfolg in den Schatten.

Mit dem 2:1 im Halbfinal-Hinspiel der Europa-League beim Schweizer Meister FC Basel wahrten die Blues die Chance, als erster Klub gleichzeitig amtierender Sieger der Champions und Europa League zu sein - zumindest bis zum Finale der Königsklasse im Londoner Wembley-Stadion am 25. Mai.

Benitez vor dem Aus

Das Endspiel um den "kleinen" Europapokal zehn Tage zuvor in Amsterdam könnte eine der letzten Amtshandlungen von Chelseas nicht gerade geliebtem Trainer Rafael Benitez sein.

Zumindest spekuliert halb Fußball-London über die Ablösung des Spaniers und den einzig logischen Nachfolger: "Benitez ist ein guter Trainer, aber wenn er und Chelsea sich trennen, wäre Mourinho natürlich ein gute Lösung", sagte Arsenals Trainer Arsene Wenger dem "Guardian".

Und er wähnte den Konkurrenten vor dem Umbruch: "Ich habe ein wenig Angst davor, was Chelsea im Sommer alles anstellt. Wir müssen darauf vorbereitet sein, dass sie große Investments tätigen, sobald das Transferfenster öffnet."

"Dürfen jetzt nicht abheben"

Noch aber hat Benitez das Sagen bei Chelsea. Nach dem glücklichen Sieg durch das Last-Minute-Tor von David Luiz (90.+4) sagte der Spanier: "Wir dürfen jetzt nicht abheben. Wenn wir gut spielen, können wir jeden schlagen. Wir müssen es nur tun."

Der bei Chelsea konstant in der Kritik stehende Benitez hofft zudem für das Rückspiel am kommenden Donnerstag (20.50 Uhr im LIVE-TICKER) auf das Gesetz der Serie: Die Blues verloren im Europapokal bisher noch nie ein Halbfinal-Heimspiel, dazu konnte Basel noch nie auf englischem Boden gewinnen.

Und im Endspiel gegen Fenerbahce Istanbul oder Benfica Lissabon wäre Chelsea der Favorit. Die Türken gewannen am Donnerstag daheim mit 1:0.

Rummel um Mourinho-Coup

Das Sportliche steht aber derzeit hinter dem Rummel um den möglichen Mourinho-Coup zurück. Angeblich soll sich der Portugiese, der den Klub bereits von 2004 bis 2007 trainiert hatte, mit Chelsea-Besitzer Roman Abramowitsch über ein neues Engagement einig sein.

Voraussetzung dafür dürfte neben Verstärkungen vor allem Chelseas erneute Qualifikation für die Champions League sein.

Nach internen Querelen und einer durchwachsenen Saison mit Real Madrid in der spanischen Meisterschaft hatte "The Special One" zuletzt immer wieder mit seinem Abschied aus Spanien kokettiert.

Trainerkarussell nimmt Fahrt auf

Das internationale Trainerkarussell würde durch einen möglichen Abgang Mourinhos bei den "Königlichen" an Fahrt gewinnen: Als Nachfolger bei Real wird der scheidende Bayern-Trainer Jupp Heynckes gehandelt, der mit dem Klub 1998 die Champions League gewonnen hat. (AKTUELL: Mourinho-Nachfolger im Anflug)

Ein Kandidat sein soll auch Carlo Ancelotti, derzeit noch bei PSG.

Benitez, der wie Mourinho bereits die Königsklasse gewonnen hat (2005 mit Liverpool), wollte die Gerüchte um seine Nachfolge nicht kommentieren.

Für den 53-Jährigen zählt nur das Rückspiel gegen Basel an der Stamford Bridge. Auch dort wird Jose Mourinho wohl wieder allgegenwärtig sein.

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