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Nach dem 3:0 gegen Bordeaux liegt die Eintracht auf Platz eins der Gruppe F © getty

"Bombastisch", "einmalig", "hervorragend" - die Europacup-Euphorie in Frankfurt ist riesig. Nur der Klubchef warnt.

Frankfurt/Main - Die Fans sangen bereits vom Europapokalsieg und die Spieler überboten sich mit Superlativen.

Nach dem Traum-Comeback in der Europa League mit einem phasenweise berauschenden 3:0 (2:0) gegen Girondins Bordeaux (Bericht) herrschte bei Eintracht Frankfurt grenzenlose Euphorie. Überall? Naja, zumindest fast überall.

"Wir sind alle sehr glücklich. Das ist natürlich in der Gruppe eine herausragende Ausgangssituation", sagte Vorstandschef Heribert Bruchhagen sichtlich erleichtert.

Um sofort danach warnend den Zeigefinger zu heben: "Es ist erst ein Spiel absolviert, wir sollten noch zurückhaltend sein."(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Bombastische Ausgangssituation"

Bruchhagen, der einen Tag vor dem Fußball-Fest vor 44.000 begeisterten Fans in seinem Amt bis zum 30. Juni 2016 bestätigt worden war, stand an diesem Abend mit seiner eher nüchternen Analyse aber alleine da.

"Drei Tore, drei Punkte. Besser geht es doch nicht. Unsere Ausgangssituation ist bombastisch", sagte Marco Russ. Johannes Flum sprach von einer "einmaligen Sache" und Finanzvorstand Axel Hellmann sah einen "hervorragenden Einstieg".

Der beeindruckende Erfolg in der nicht ganz ausverkauften WM-Arena hatte neben den Treffern des tschechischen Zugangs Vaclav Kadlec (4.), von Russ (16.) und Constant Djakpa (52.) noch zwei weitere Gründe.

Zum einen kompensieren die Frankfurter die Ausfälle der Leistungsträger Jan Rosenthal, Pirmin Schwegler und Alex Meier hervorragend.

Zum anderen sind die frenetischen Fans nach knapp sieben Jahren ohne internationalen Fußball heiß auf die Europa League und peitschen ihr Team als "zwölfter Mann" nach vorne.

"In Europa überwintern"

"Hier wird die Europa League vielleicht ganz anders aufgenommen als bei den restlichen Klubs. Die Stimmung steckt uns alle an", sagte Trainer Armin Veh:

"Und wenn wir nur halb so gut spielen werden, wie uns die Fans anfeuern, dann werden wir sicherlich ganz weit kommen."

Weil sich in der Gruppe F zeitgleich Maccabi Tel Aviv und Apoel Nikosia 0:0 trennten und die Frankfurter den vermeintlich ärgsten Widersacher um den Gruppensieg deutlich in die Schranken wiesen, könnte in der Comeback-Saison der Hessen die Gruppenphase tatsächlich nur eine Zwischenstation sein. (780082DIASHOW: Der 1. Spieltag)

"Wir wollen in Europa überwintern", sagte Sportdirektor Bruno Hübner.

Tanz auf drei Hochzeiten

Dafür muss der UEFA-Cup-Sieger von 1980 mit seinem Tanz auf drei Hochzeiten allerdings ein Mammut-Programm stemmen.

Am Sonntag geht die Reise in der Bundesliga zum VfB Stuttgart, nur drei Tage später steht gegen den VfL Bochum die zweite Runde im DFB-Pokal an. Im ähnlichen Rhythmus folgen wieder Bundesliga, Europa League, Bundesliga.

"Ich hoffe, dass wir es nun schnell lernen, mit den englischen Wochen umzugehen", sagte Veh, der in dem knallharten Programm vor allem eine mentale Belastung für seine Spieler sieht: "Ich weiß aber nicht, wie das ausgehen wird."

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