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Im nächsten Gruppenspiel muss Christian Streich mit den Freiburgern nach Sevilla © getty

Gastgeschenke und Blitz-Rot: Freiburg wirft den Sieg zum Start der Europa League weg. Trainer Streich erwartet eine "Mammutaufgabe".

Freiburg - Als die frustrierten Freiburger Fehlerteufel wieder ohne Sieg da standen, schwor der Trainer den SC auf eine Saison mit Blut, Schweiß und Tränen ein.

"Das war sicher nicht der letzte Tiefschlag", sagte Christian Streich, der Jeans und Pullover für die Europa League gegen Anzug und Hemd getauscht hatte.

Es sollte ein Festtag werden. Und zunächst war es das auch. Doch dan warfen seine Profis den bereits sicher geglaubten Auftaktsieg gegen Slovan Liberec einfach weg.

"Wir müssen in diesem Jahr enorm kämpfen, um zu bestehen. Das wird eine Mammutaufgabe. Die Jungs merken, es wird schwer. Ich hoffe, sie lassen sich nicht entmutigen", meinte Streich.

"Sieg durch dumme Fehler verduselt"

Das 2:2 (2:0) gegen den dreimaligen tschechischen Meister (Bericht) war für Streichs Schützlinge allerdings äußerst entmutigend - wie schon die ersten fünf Bundesliga-Spiele. Allesamt ohne Sieg.

"Wir hätten uns Selbstvertrauen holen können, aber wir haben den Sieg durch zwei dumme Fehler verduselt", sagte Stürmer Mike Hanke: "Die Enttäuschung ist riesengroß."

Auch Kapitän Julian Schuster lag mental am Boden: "Natürlich ist es enttäuschend, dass wir den Sieg so hergeschenkt haben."

Dabei hatte es bei der Rückkehr der Freiburger auf die internationale Bühne nach 4305 Tagen Abstinenz lange Zeit sehr gut ausgesehen.

Blitz-Rot für Guede

Schuster (23.) per Foulelfmeter und Admir Mehmedi (35.) hatten den SC, der in der Liga mit mageren zwei Punkten auf dem Konto den vorletzten Platz belegt, in Führung geschossen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Danach brachte sich das Team, das den Abgang von fünf Leistungsträgern nach dem Ende der vergangenen Spielzeit nach wie vor nicht kompensieren kann, selbst um den Lohn seiner Mühen.

Zunächst ließ Torwart Oliver Baumann einen völlig harmlosen Distanzschuss von Wladislaw Kalitwinzew durch die Hände rutschen (67.). Kurz darauf leistete sich Mehmedi einen Blackout bei einem Rückpass, den Michael Rabusic nutzte (74.).

Als dann auch noch der erst elf Minuten zuvor eingewechselte Karim Guede nach zwei Handspielen innerhalb von zwei Minuten die Gelb-Rote Karte sah (77.), war der Tiefpunkt erreicht. (780082DIASHOW: Der 1. Spieltag)

Die Ampelkarte für den Tschechen Serhiy Rybalka (90.+1) änderte daran nichts mehr.

"Spieler haben mit sich zu kämpfen"

"Wir müssen nun die Jungs, die die Fehler gemacht haben, aufbauen. Es werden nicht die letzten sein. Wir haben diese Stabilität nicht, die Spieler haben mit sich zu kämpfen. Wir sind noch nicht soweit, um 90 Minuten auf hohem Niveau zu spielen", sagte Streich, der trotz der gefühlten Niederlage einen gefassten Eindruck machte:

"Ich kenne die Gründe, aber es ist müßig, darüber zu reden. Ich hoffe, dass wir bald in der Lage sind, 90 Minuten konstant gut zu spielen."

Das müssen die Südbadener auch. Schließlich stehen richtungsweisende Partien für den SC an, der am Ende seiner bisher letzten Europacup-Saison (2001/2002) aus der Bundesliga abgestiegen war.

Am Sonntag gastiert Aufsteiger Hertha BSC im Breisgau, am Mittwoch steht das Pokal-Derby gegen den VfB Stuttgart auf dem Programm.

Im zweiten Europa-League-Spiel müssen die Freiburger am 3. Oktober beim FC Sevilla antreten.

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