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Die Frauen des FC Bayern bejubeln eins ihrer bisher 66 Saisontore © getty

Was den Männern diese Saison verwährt blieb, könnten die Frauen des FC Bayern schaffen: der Gewinn der Deutschen Meisterschaft.

München - Franck Ribery und Co. haben es nicht geschafft, jetzt wollen die Fußballerinnen von Bayern München den übermächtigen Männern als Deutscher Meister wenigstens ein bisschen die Show stehlen.

"Richtig geil", nennt Nationalspielerin Bianca Rech das Gefühl, Champion zu sein.

Sie sagt das im Mediencenter des deutschen Rekordmeisters - wohlgemerkt dort, wo sonst die hochbezahlten Stars ein paar Mal in der Woche Platz nehmen.

Die besseren Bayern sind in diesem Jahr ganz eindeutig weiblich. Bei nur einer Niederlage und einem Spiel weniger führen sie ihre Bundesliga mit 51 Zählern punktgleich vor Turbine Potsdam an.

Aschheim statt Allianz Arena

Am Dienstag (19 Uhr) empfängt das Team von Trainer Günther Wörle UEFA-Cup-Sieger FCR Duisburg und könnte mit einem Sieg das Meisterstück schon fast perfekt machen.

Vor ein paar Hundert Fans im Sportpark Aschheim, nicht etwa in der großen Allianz Arena.

Platz in der Champions League winkt

Die Meisterschaft würde den Bayern-Frauen auch einen Platz in der neuen europäischen Champions League garantieren.

Von den 45 Millionen Euro, die das Team des später gefeuerten Trainers Jürgen Klinsmann in der abgelaufenen Saison in der Königsklasse bis ins Viertelfinale einnahm, können die Frauen jedoch nur träumen.

"Wir kriegen keine Millionen als Startgebühr, sondern pro Runde werden 20.000 Schweizer Franken unter allen Mannschaften ausgeschüttet. Damit sind zumindest alle Reisekosten topabgedeckt", sagt Frauenfußball-Koordinatorin Karin Danner.

FCB fliegt - Konkurrenz fährt

Danner ist sozusagen das männliche Pendant zu Uli Hoeneß, und ihre Abteilung profitiert von der Finanzkraft des FC Bayern.

So können die Bayern-Frauen zu fast allen Auswärtsspielen mit dem Flugzeug anreisen, während die Konkurrenz mit Bus und Bahn fahren muss.

Deshalb beklagt man sich natürlich auch nicht, dass es vor dem wichtigen Spiel gegen Duisburg kein Trainingslager im Limmerhof gibt, wie es bei den männlichen Kollegen üblich ist. Nationalspielerin Melanie Behringer sieht das ganz pragmatisch: "Daheim schläft es sich sowieso am besten."

"Es gibt viele schöne Balkone"

Auch von einer möglichen Meisterprämie wissen die Frauen noch nichts. "Es wäre vermessen jetzt oben anzuklopfen, schließlich bringt man uns viel entgegen, dass wir überhaupt so hochklassig spielen können. Aber Bayern hat sich bei einer Meisterschaft nie lumpen lassen", sagt Danner.

Eine gebührende Feier wird es indes schon geben, nur das Wie und Wo ist derzeit noch völlig offen.

"Ob wir unbedingt auf den Rathaus-Balkon wollen, kann ich gar nicht sagen. Es gibt auch viele schöne andere Balkone in München", sagt Danner.

Einmal im Vorprogramm von Ribery

Zunächst will man am Dienstag im Kreisliga-Flair von Aschheim die 1000er-Zuschauermarke knacken.

Und der größte Traum ist, in der Champions League ein Spiel im Vorprogramm von Ribery und Co. zu spielen...

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