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Birgit Prinz bestritt bisher 191 Länderspiele für Deutschland © getty

Nach dem Sieg gegen die Niederlande bleiben Birgit Prinz und Co auf dem Boden. Theo Zwanziger lobt die Elf von Silvia Neid.

Sinsheim - Ein halbes Dutzend Tore, zwei erfolgreiche Comebacks und einige neue Erkenntnisse für Weltmeister-Trainerin Silvia Neid.

Mit dem Rückenwind eines 6:0 (4:0) im ersten Härtetest gegen die Niederlande (Schützenfest im EM-Test) sind die deutschen Fußballerinnen auf die Zielgerade in Richtung EM in Finnland (23. August bis 10. September) eingebogen.

"Wenn jetzt bei allen noch die Spritzigkeit dazu kommt, dann muss uns bei der EM vor keiner Mannschaft bange sein", meinte DFB-Präsident Theo Zwanziger nach der Torgala in Sinsheim und sieht die Europameisterinnen für die in knapp einem Monat beginnende Mission Titelverteidigung gerüstet.

Auch Neid zeigte sich ob des Leistungsstandes nach vier von insgesamt sechs Vorbereitungs-Lehrgängen mit Schwerpunkten wie Athletik und Taktikschulung zufrieden.

Die Frische hat gefehlt

"Was wir trainiert haben, haben wir gut umgesetzt. Die Frische hat noch etwas gefehlt, aber das war klar", erklärte die 45-Jährige, "die Mädchen standen ja zuletzt fünf, sechs Stunden auf dem Platz."

Nicht alles rund lief auch in Sachen Chancenverwertung. "Da müssen wir uns noch steigern", forderte Torhüterin Nadine Angerer.

Wohl wissend, dass die Angriffsschulung erst beim folgenden Lehrgang das Hauptthema ist.

Wer muss zu Hause bleiben?

Auf Neid indes wartet unmittelbar nach dem zweiten Test gegen Japan am Mittwoch in Mannheim eine schwierige Aufgabe.

Die Trainerin muss vier Spielerinnen streichen und einen 22-köpfigen Turnier-Kader benennen, mit dem sie die EM-Generalprobe am 6. August gegen Russland in Bochum bestreitet.

"Jede geht an ihre Grenzen. Aber es kristallisiert sich immer mehr heraus, wer nach Finnland mitfährt", betonte Neid, die wohl einigen Wackelkandidatinnen gegen Japan noch eine Chance geben wird.

Prinz überragend

Verlassen kann sich die Ex-Nationalspielerin bei dem Projekt siebtes EM-Gold auf die Rückkehrerinnen Birgit Prinz und Ariane Hingst.

Die von einem Rippenbruch genesene Spielführerin Prinz sprühte gegen den allerdings schwachen EM-Teilnehmer Niederlande nur so vor Spielfreude und ergänzte sich im Sturm prima mit Torschützin Inka Grings (16.).

"Jede von uns ist bereit, für die andere zu laufen. Meine verletzungsbedingte Pause hatte auch etwas Positives. Mein Akku ist wieder voller, ich habe Spaß am Spielen", sagte Prinz, die neben ihrem Treffer zum 4:0 (39.) zudem das Eigentor der niederländischen Torfrau Loes Geurts (9.) erzwang.

"Ein tolles Gefühl"

Auch Geburtstagskind Hingst ("Ein tolles Gefühl") hatte nach knapp elfmonatiger Nationalmannschafts-Abstinenz wegen einer Knie-OP gleich wieder ihre Lieblingsrolle inne.

"Man merkt als Mitspielerin, dass da wieder die Abwehrchefin dabei war", lobte Linda Bresonik die Innenverteidigerin, die zu ihrem 30. Geburtstag einen russischen Zupfkuchen bekam.

Die übrigen Treffer erzielten Melanie Behringer (37.), Simone Laudehr (57.) und Celia Okoyino Da Mbabi (90.).

Fans schon reif für die WM

Auf der Tribüne freute sich OK-Chefin Steffi Jones mit den 22. 537 Zuschauern über die "WM-Stimmung" in der Rhein-Neckar-Arena, nahm aber gleichzeitig die Spielerinnen in die Pflicht.

"Sie und Silvia Neid sind die Werbelokomotiven und Zugpferde für die Heim-WM 2011. Ich freue mich, dass sie diese Rolle annehmen. Wir haben Typen in der Mannschaft, das ist ganz wichtig", erklärte Jones und nannte als Beispiel Keeperin "Natze" Angerer.

Die Marketing-Offensive läuft auf Hochtouren: Zuletzt hatten sich Prinz und Co. von Starfotograf Horst Hamann in schwarz-weiß ablichten lassen.

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