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Isabell Bachor (l.) und Navina Omilade haben es nicht in den EM-Kader geschafft © getty

Vor dem letzten EM-Test hat Silvia Neid den endgültigen Kader nominiert. Vier Spielerinnen dürfen nicht mit nach Finnland.

Mannheim - Der Nullnummer gegen Japan folgten schlechte Nachrichten für vier Spielerinnen:

Nach dem torlosen Remis der deutschen Fußballerinnen (DFB-Frauen erhalten Dämpfer gegen Japan) gegen den Olympiavierten im vorletzten Test vor der Europameisterschaft in Finnland (23. August bis 10. September) mussten Isabell Bachor, Lena Goeßling, Navina Omilade sowie Torfrau Alisa Vetterlein die Koffer packen.

Dagegen stehen 16 Weltmeisterinnen von 2007 im endgültigen EM-Kader und sollen mit einer erfolgreichen Titelverteidigung Werbung für die WM 2011 in Deutschland betreiben.

Schwere Entscheidung

Die vier Aussortierten sind die Opfer der Kader-Reduzierung von 26 auf 22 Spielerinnen und wurden von DFB-Trainerin Silvia Neid am Mittwochabend in Einzelgesprächen informiert.

"Solche Entscheidungen sind immer schwer. Ich glaube sogar, wir haben uns vor einem Turnier noch nie so viele Gedanken gemacht, um den endgültigen Kader festzulegen. Am liebsten hätte ich alle mitgenommen. Aber das erlauben die Regularien nicht", erklärte Neid:

"Die Spielerinnen haben alles gegeben, jede ist an ihre Grenzen gegangen. Aber bei einigen sind die Grenzen eben so, dass es nicht gereicht hat.

Eindrücke entscheidend

Neid hat ihre Personal-Entscheidung nach den Eindrücken der vergangenen Wochen gefällt.

"Wir waren seit dem 22. Juni zusammen und haben 56 Trainingseinheiten absolviert. Es gab für alle genügend Chancen, um sich zu zeigen", sagte die 45-Jährige:

"Wir haben uns im Trainerteam permanent unterhalten und die Eindrücke gesammelt, die zu der Entscheidung geführt haben. Insofern war es eine Entscheidung für 22 Spielerinnen und nicht gegen vier."

Generalprobe gegen Russland

Die EM-Generalprobe für das endgültige Aufgebot, das sich vor der EM noch zu zwei Lehrgängen treffen wird, steigt am 6. August in Bochum gegen Russland.

Am 19. August tritt die Delegation des zweimaligen Welt- und sechsmaligen Europameisters die Reise nach Finnland an.

In Tampere trifft der Titelverteidiger im ersten Gruppenspiel am 24. August auf Vize-Europameister Norwegen.

Dann folgen die Partien gegen Frankreich (27. August) und Island (30. August). Vor vier Jahren hatte sich das DFB-Team den Titel in England durch ein 3:1 im Finale gegen Norwegen gesichert.

"Es hat noch was gefehlt"

Bis zur EM müssen die DFB-Frauen, die bei den Olympischen Spielen 2008 noch 2:0 im Spiel um Bronze gegen Japan gewonnen hatten, an einigen Baustellen arbeiten.

Beim torlosen Remis gegen die Asiatinnen vor 10.158 Zuschauern in Mannheim lief noch nicht alles rund. Auffällig waren vor allem Schwächen in der Abwehr und bei der Channcenverwertung.

"Es hat noch ein bisschen was gefehlt. Wir waren nicht ganz so spritzig, wir haben mehr reagiert als agiert", meinte Rekord-Nationalspielerin Birgit Prinz, die sich im Hinblick auf die EM aber dennoch zuversichtlich zeigte:

"Wir müssen Schritt für Schritt nach vorne. Die Spritzigkeit wird kommen. Ich bin nicht pessimistisch."

EM-Titel als WM-Werbung

Auch DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach wollte die Nullnummer gegen die Japanerinnen, gegen die das deutsche Team zuvor sieben Siege in sieben Spielen eingefahren hatte, nicht als Rückschlag bewerten.

"Unter die besten Vier kommt die Mannschaft bei der EM bestimmt", meinte Niersbach, der im Hinblick auf die WM 2011 in Deutschland auf einen EM-Triumph hofft:

"Der EM-Titel wäre die beste Werbung für die WM im eigenen Land."

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