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Soll das neue "Mädchen für alles" werden: Doris Fitschen © getty

Die Nationalmannschaft der Damen hat sich ein Bierhoff-Pendant ins Boot geholt. Doris Fitschen soll das Image der Frauen aufpolieren.

Tampere - Eigentlich hat Doris Fitschen jede Menge Erfahrung mit Fußball-Europameisterschaften.

Die 144-malige Nationalspielerin hat in ihrer aktiven Karriere insgesamt 25 EM-Spiele absolviert und ist damit deutsche EM-Rekordspielerin. Doch bei den anstehenden Titelkämpfen in Finnland (23. August bis 10. September) betritt die viermalige Europameisterin Neuland.

Erst seit dem 10. August ist Fitschen Managerin des Frauen-Nationalteams und in ihrem Job als weibliches Pendant zu Oliver Bierhoff sieht sie sich selbst noch als Azubine.

Die EM als Lernphase

"Die EM wird für mich die Phase sein, um zu lernen. Obwohl ich die Spielerinnen natürlich kenne, will ich versuchen, noch näher an die Mannschaft zu rücken", erklärt Fitschen.

"Ich möchte die Abläufe besser kennenlernen, um zu sehen, wo wir Dinge optimieren können, um den Frauenfußball weiter voranzubringen."

Nach ihrer Zeit als Lehrling steht Fitschen vor einer Vielzahl von Aufgaben.

"Der Frauenfußball rückt immer mehr in die Öffentlichkeit. Es gibt immer mehr Anfragen von Seiten der Medien und Sponsoren. Ein Teil meiner Arbeit wird sein, Trainerin Silvia Neid und die Mannschaft in der Hinsicht zu entlasten", erläutert die dreimalige deutsche Meisterin.

"Stars zum Anfassen"

Doch Fitschen soll nicht nur koordinieren und organisieren, die Marketing-Abteilungsleiterin des Organisationskomitees der WM 2011 in Deutschland soll auch ihre Erfahrungen aus ihrem aktuellen Job beim DFB einbringen.

"Die Nationalmannschaft ist das Zugpferd der WM. Wir wollen eine Marke entwickeln, die Bekanntheit der Spielerinnen steigern, die Mannschaft nahe ans Publikum bringen - es sollen einfach Stars zum Anfassen sein", meint die 40-Jährige.

Einnahmen sollen gesteigert werden

Diese Stars zum Anfassen, die mittlerweile wie ihre männlichen Kollegen an Sponsoren-Einnahmen beteiligt sind, sollen zukünftig mehr Geld in die Kassen spülen.

Laut Fitschen ist der Frauenbereich nach wie vor ein Zuschuss-Geschäft für den DFB: "Die Länderspiele spielen zwar mittlerweile Gewinn ein und das Nationalteam kann sich weitgehend aus den Sponsoren-Einnahmen finanzieren, der gesamte Frauenbereich ist davon aber noch weit weg."

Um so wichtiger wäre für den DFB eine erfolgreiche EM. Das weiß auch Fitschen.

"Wenn es um etwas geht, dann ist das Interesse da. Das zeigen auch die TV-Einschaltquoten. Und um so mehr Spiele wir dabei gewinnen, um so besser ist es natürlich", sagt die dreimalige DFB-Pokalsiegerin.

Ähnlichkeiten mit Bierhoff

Dabei sieht sie einige Parallelen zur Arbeit Bierhoffs.

"Ich will versuchen, die Verbindung zwischen der Bundesliga, den Managern, den Beratern und der Nationalmannschaft zu sein. Das ist sicher eine Parallele zu Bierhoff", meint Fitschen.

Sie weiß aber, dass ihre Zeit als Lehrling auch nach der EM noch nicht vorbei sein wird: "Die Entscheidung, dass ich Managerin werde, ist erst vor zwei Wochen gefallen und wurde nicht Jahre überlegt. Alles, was noch vor mir liegt, wurde erst ganz frisch erdacht."

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