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Fatmire "Lira" Bajramaj (r.) wechselte diesen Sommer zu Turbine Potsdam © getty

Für Deutschland muss das Ziel die Titelverteidigung sein, doch gerade die nordeuropäischen Mannschaften wollen die Neid-Elf ärgern.

Von Jessica Pulter

München - Die deutsche Mannschaft hat für die Europameisterschaft in Finnland ein klares Ziel vor Augen - der fünfte EM-Titel in Folge soll her.

Doch die europäischen Spitzenteams rücken immer dichter zusammen, das weiß auch Silvia Neid.

Die Bundestrainerin hat deshalb gleich mehrere Mannschaften auf dem Zettel.

"Schweden ist ein ganz großer Favorit, auch Norwegen ist mit Klassespielerinnen gespickt", erklärt Neid. "Frankreich arbeitet seit Jahren hervorragend, England ist immer mehr im Kommen. Und auch Dänemark hat wieder eine starke Mannschaft beisammen."

Doch vor welchen Mannschaften muss das DFB-Team besonders aufpassen. Sport1.de nennt die Favoriten auf den EM-Titel.

Deutschland

Der Titelverteidiger und aktuelle Weltmeister ist klar die Nummer eins, wenn es um die Favoritenrolle geht. Auch weil noch 16 Weltmeisterinnen von 2007 im Kader von Bundestrainerin Silvia Neid stehen.

Neben diesen routinierten Spielerinnen drängt so langsam aber sicher der ambitionierte Nachwuchs wie Kim Kulig oder Bianca Schmidt - beide sind erst 19 Jahre alt - in die Mannschaft.

Auch wenn in der Vorbereitung beim 0:0 gegen Japan und dem schwierigen 3:1 gegen Russland noch nicht alles rund lief, Silvia Neid wird die zwei Wochen seitdem gut genutzt und die Mannschaft auf die Mission Titelverteidigung eingestimmt haben.

Ohnehin gewannen die deutschen Frauen nur einmal in 20 Jahren nicht den EM-Titel, zuletzt gelang dieser Coup vier Mal in Folge. Mit Birgit Prinz und Inka Grings verfügt das Team zudem über zwei echte Knipserinnen vor dem gegnerischen Tor, das sollte für eine Final-Teilnahme reichen.

Schweden

Die Schwedinnen haben noch mehrere Rechnungen mit der deutschen Mannschaft offen und wollen das DFB-Team nach Jahren auch mal wieder in einem wichtigen Turnier schlagen.

Zwei Mal unterlag die Mannschaft von Trainer Thomas Dennerby den Deutschen im EM-Finale, auch das WM-Finale 2003 ging mit 1:2 verloren.

Zuletzt warfen die deutschen Frauen Schweden im Viertelfinale von Olympia 2008 nach Verlängerung mit 2:0 aus dem Turnier. Die Rivalität mit den Nordlichtern ist groß und Dennerbys Mannschaft verfügt über einen gelungenen Mix von Routiniers und jungen Spielerinnen.

Norwegen

Die Qualifikation für die EM verlief für die Norwegerinnen etwas holprig, denn den ersten Gruppenplatz sicherte sich das Team erst am letzten Spieltag. Doch Trainer Bjarne Berntsen hat eine wahre Turniermannschaft beisammen.

Auch wenn der letzte Titel mit dem Olympiasieg 2000 schon neun Jahre zurückliegt, Norwegen ist stets zur Stelle, wenn es in die entscheidenden Turnierphasen geht.

2005 verlor man gegen das DFB-Team im Finale der EM, 2008 bei Olympia musste man sich dem späteren Endspielteilnehmer Brasilien im Viertelfinale geschlagen geben.

Die Mannschaft ist das Überraschungs-Ei dieser Europameisterschaft, sollte sie aber zu alter Stärke zurückfinden, ist Einiges möglich.

Finnland

Auf dem Papier haben die Finninnen kaum eine Chance auf den Titel, doch sie haben den Heimvorteil und damit die Fans im Rücken.

Es ist nach 2005 erst die zweite Teilnahme überhaupt an einer Europameisterschaftsendrunde, doch die Konstellation der Gruppe A lässt die Gastgeberinnen aufs Viertelfinale hoffen.

Denn mit den Niederlanden und der Ukraine stehen zwei machbare Gegner auf dem Programm. Der Gruppensieg wird wohl an Dänemark gehen.

Erstmal in der K.o.-Runde angekommen, ist vielleicht auch die große Überraschung möglich.

Die Sport1.de-Prognose:

Der Titel geht für alle Mannschaften nur über Deutschland, das erhöht allerdings auch den Druck auf das DFB-Team. Schweden hat mit dem Sieg gegen die Neid-Elf und dem anschließenden Turnier-Erfolg beim Algarve-Cup 2009 Blut geleckt, in einem direkten Duell ist alles möglich.

Norwegen ist gleich der erste Gegner der deutschen Mannschaft und könnte einen Überraschungscoup versuchen, bei den Finninnen bleibt abzuwarten, wie sehr sie vom Heimvorteil profitieren. Frankreich und England werden in diesem Jahr die Favoriten wohl noch nicht ärgern können.

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