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Birgit Prinz (r.) ist mit 192 Spielen Deutschlands Rekordnationalspielerin © imago

Die Frauen-Nationalmannschaft will in Finnland den siebten EM-Titel einfahren. Dafür muss zunächst ein Sieg gegen Norwegen her.

Tampere - Wenn die deutschen Fußballerinnen im finnischen Tampere in das Unternehmen EM-Titelverteidigung starten, dann haben alle nur eine Ziffer im Kopf.

"Die sieben soll unsere Glückszahl sein. Wir hatten zur Vorbereitung sechs Lehrgänge, das Turnier soll der siebte sein - und wir wollen den siebten EM-Titel holen", sagte DFB-Trainerin Silvia Neid.

Am Montag steigt das Auftaktspiel des zweimaligen Welt- und sechsmaligen Europameisters gegen Mitfavorit Norwegen (ab 15.45 Uhr LIVE).

Der Finalgegner von 2005

Neben der sieben sprechen allerdings auch noch andere Zahlen für die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes. Die Deutschen sind seit 20 EM-Spielen ungeschlagen, haben die vergangenen vier EM-Turniere gewonnen und noch nie einen EM-Auftakt verloren.

Zudem musste das DFB-Team beim letzten Triumph vor vier Jahren in England auch zunächst gegen Norwegen antreten. Dem 1:0 folgte beim Wiedersehen im Finale ein 3:1 gegen die Skandinavierinnen. (Der EM-Spielplan: Ergebnisse und Tabellen)

UEFA verbietet Training im Stadion

Vor der Partie am Montag hat sich derweil die Europäische Fußball-Union (UEFA) bei der DFB-Delegation unbeliebt gemacht.

Der Anlass ist die Entscheidung der UEFA, dem deutschen Team die Durchführung des Abschlusstrainings im Stadion zu untersagen. Als Grund wurde angegeben, dass der Rasen geschont werden müsse.

"Diese Entscheidung ist für mich nicht nachvollziehbar. Meiner Einschätzung nach wäre es durchaus möglich gewesen, im Stadion zu trainieren", sagte DFB-Vizepräsidentin und Delegationsleiterin Hannelore Ratzeburg.

Von dem Trainingsverbot war allerdings auch Norwegen betroffen. Die deutschen Frauen verlegten ihr Training am Sonntag auf ihren gewohnten Trainingsplatz im Stadtteil Lamminpää.

Norwegen mit neuem System

In der Vorbereitung auf die Partie der Gruppe B gegen den Weltmeister von 1995 und zweimaligen Europameister (1987 und 1993) spielten sogar noch mehr Zahlen eine wichtige Rolle im Lager der Deutschen.

"Norwegen hat ein wenig umgestellt. Sie spielen nicht mehr in einem 4-3-3-System, sondern in einem 4-4-2-System. Sie erwarten sich so mehr Stabilität im Abwehrverhalten", analysierte Neid das 1:0 der Norwegerinnen beim letzten EM-Test am Mittwoch in Schweden, bei dem Videoanalyst Marco Diaz als "Spion" auf der Tribüne saß.

Bowling zur Entspannung

Von den Neuerungen des Gegners zeigte sich Neid, die sich mit ihren 22 Schützlingen am Samstagabend nach der Regelbesprechung mit Jaap Uilenberg (UEFA-Schiedsrichter-Kommission) beim Bowling noch einmal entspannte, allerdings nicht sonderlich beeindruckt.

"Wir stellen unsere Taktik deshalb nicht um, sondern versuchen, deren Schwächen auszunutzen", erklärte Neid: "Wichtig ist, dass wir gesehen haben, dass sie schlagbar sind, wenn wir die Räume zwischen Mittelfeld und Abwehr nutzen."

Eine harte Bewährungsprobe

Trotz der ausgemachten Schwächen beim Gegner, geht Neid von einer harten Bewährungsprobe aus. "Beide Teams wollen gewinnen. Es wird ein ausgeglichenes Spiel", meinte die 45-Jährige, deren Vermutung wiederum von Zahlen gestützt wird.

Die bisherige Bilanz gegen die Skandinavierinnen ist bei 13 Siegen, 13 Niederlagen und fünf Unentschieden absolut ausgeglichen.

Ohne Laudehr

Doch obwohl angesichts dieser Bilanz und aufgrund des 0:2 der Deutschen beim bisher letzten Aufeinandertreffen vor rund einem Jahr auch eine Niederlage im Bereich des Möglichen ist, will sich Neid gar nicht erst mit einer Auftaktpleite beschäftigen.

"Das würde natürlich den Druck erhöhen. Aber damit setze ich mehr erst auseinander, wenn es soweit sein sollte", sagte Neid, die definitiv auf die angeschlagene Mittelfeldspielerin Simone Laudehr (Innenbandzerrung) verzichten muss.

Mehr Teilnehmer bei der EM

Doch selbst bei einer Niederlage dürfte im deutschen Team, in dem 16 Weltmeisterinnen von 2007 stehen und das mit Erfolgen in Finnland die Werbetrommel für die WM 2011 in Deutschland rühren soll, keine Panik ausbrechen.

Schließlich müssen nach der Vorrunde der EM, bei der erstmals zwölf statt wie bisher acht Mannschaften an den Start gehen, nur vier Teams die Heimreise antreten.

Eine Pleite könnte in den Partien gegen Frankreich und Island also wieder ausgebügelt werden

Die voraussichtliche Mannschaftsaufstellung:

Deutschland: Angerer - Schmidt, Krahn, Hingst, Peter - Garefrekes, Kulig, Bresonik, Behringer - Prinz, Grings

Schiedsrichterin: Alexandra Ihringova (England)

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